Visual Universitätsmedizin Mainz

Klickertraining

Trainingsmethoden wie das Klickertraining haben heutzutage längst Einzug in die Versuchstierkunde gehalten. Vor allem bei Großtieren wird Training bereits häufig eingesetzt. Kleine Labornager können ebenfalls gut trainiert werden. Das Training reduziert den Stress von Mensch und Tier bei der Durchführung von Routineprozeduren wie dem Käfigwechsel aber auch in Versuchssituationen. Somit kann das Training der Versuchstiere effektiv zu qualitativ hochwertiger Forschung beitragen.

Trainierte Ratten werden mit weißer Schokolade belohnt
Eine trainierte Maus folgt einem Target-Stick über eine Brücke

Einfluss von Enrichment

Enrichment kann einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden der Versuchstiere haben. Daher ist es uns ein Anliegen, verschiedene Enrichments und deren Einfluss auf die Tiere zu untersuchen und so stetig die Lebensbedingungen in Versuchstierhaltungen noch weiter zu verbessern.

Laufrad als zusätzliches Element des Käfig-Enrichments

Relevante Publikationen:

Environmental enrichment prevents pup mortality in laboratory mice.

Leidinger CS, Thöne-Reineke C, Baumgart N, Baumgart J.

Lab Anim. 2018 Jan 1:23677218777536. doi: 10.1177/0023677218777536

3D Modelle

Zum Zweck der Aus- Fort- und Weiterbildung werden im Feld der biomedizinischen Forschung häufig Tiere genutzt. Um hier die Tierzahlen senken zu können, aber gleichzeitig den Ausbildungsstandard hoch zu halten, kann der Einsatz von 3D-gedruckten Modellen eine praktikable Lösung sein. Solche 3D Übungsmodelle werden bereits in der medizinischen Ausbildung eingesetzt und finden in den letzten Jahren, aufgrund der immer effektiveren Techniken und der breitgefächerten Angebote, immer mehr Anklang in der Versuchstierkunde. Ein Fokus unserer Arbeit mit 3D-Druck sind Embryomodelle von Kleinnagern, die beim Erlernen chirurgischer Techniken effektiv Tierzahlen senken können. Darüber hinaus gehend beschäftigen wir uns mit vielfältigen anderen gedruckten Modellsystemen z.B. auch beim Großtier.

Das Projekt wird unterstützt durch die GV-SOLAS Forschungsförderung.

Silikon-Embryomodell

Umfrage unter Tierschutzbeauftragten und Tierschutzbeiräten für die Evaluierung der Richtlinie 2010/63/EU

Durch die Novellierung des Tierschutzgesetzes aufgrund der EU-Richtlinie 2010/63 hat sich der Arbeitsaufwand für Tierschutzbeauftragte verändert. Zudem sind die neu gegründeten Tierschutzbeiräte (resp. Ausschüsse oder Kommissionen) hinzugekommen. Häufig ist der Arbeitsaufwand größer als bereitgestellte Ressourcen.

In Zusammenarbeit mit Frau Carolin Spicher (Fachreferentin zum Thema Tierversuche, Menschen für Tierrechte e.V.) und Frau Dr. Baumgartl-Simons (Mitglied der Tierschutzkommission des BMEL und RLP, stellv. Leiterin Menschen für Tierrechte e.V.) wurde ein Fragebogen, in Anlehnung an die bereits in anderen EU-Ländern durchgeführten Umfragen, erstellt. Die durch die Umfrage gewonnenen Daten sollen in die Evaluierung der Richtlinie 2010/63/EU einfließen.

Erste Daten hierzu wurden von Frau Spicher bereits auf dem EUSAAT Kongress 2018 präsentiert. Eine entsprechende Publikation und somit Bereitstellung der gewonnenen Daten befindet sich in Vorbereitung.

Etablierung von tierfreundlichen Lehrmethoden

Hierzu zählt sowohl unser Projekt zur Evaluation von trainierten Tieren in unseren versuchstierkundlichen Kursen, als auch die Etablierung von tierverbrauchsfreien Trainingsmethoden unterschiedlicher tierexperimenteller und tierpflegerischer Techniken. Hierbei orientieren wir uns an bereits in der humanen Chirurgie etablierten Systemen. Erste für spezielle Setups zugeschnittene Systeme befinden sich aktuell in der Testung.