Visual Universitätsmedizin Mainz

Therapie des Schilddrüsenkarzinoms

Ganzkörperszintigramm
Ganzkörperszintigramm

Die Therapie des Schilddrüsenkarzinoms ruht auf zwei Pfeilern: der Operation der gesamten Schilddrüse und der lokalen Lymphknoten sowie der Radiojodtherapie zur Beseitigung noch verbliebenen Schilddrüsengewebes sowie evtl. vorhandener Krebszellen und Metastasen.
Die Radiojodtherapie wird im Regelfall ca. einen Monat nach der Operation auf unserer Therapiestation durchgeführt. Voraussetzung dafür ist, dass ca. vier Wochen vorher keine SD-Hormone eingenommen werden.
Durch den Schilddrüsenhormonmangel des Körpers kommt es zu einer Ausschüttung des Hormons TSH der Hirnanhangsdrüse, das seinerseits eine intensive Aufnahme des radioaktiven Jods in die gesunden Schilddrüsenzellen und die Karzinomzellen und damit eine „innere“ Bestrahlung bewirkt. In den Wochen vor der Therapie muss eine höhergradige Jodzufuhr (z. B. in Form von Röntgenkontrastmittel oder aber auch jodhaltiger Desinfektionsmittel) vermieden werden.
Die eigentliche, stationär durchgeführte Therapie besteht in der Gabe einer kleinen Kapsel mit radioktivem Jod, die am Therapietag mittags, nüchtern geschluckt wird.
Am Entlassungstag, meist dem vierten Tag, wird mittels der am Aufnahmetag verabreichten Therapieaktivität ein Bild vom ganzen Körper, ein sogenanntes Ganzkörperszintigramm, aufgezeichnet. Durch dieses Szintigramm kann Radiojod-speicherndes Gewebe nachgewiesen werden.
Zwei Tage nach Gabe der Therapiekapsel wird mit der Einnahme von synthetischen Schilddrüsenhormonen begonnen, die dann lebenslang beibehalten werden muss.
Routinemäßig erfolgt 4 Monate nach der ersten Radiojodtherapie eine zweite Therapie mit der gleichen Aktivitätsmenge, um meist noch vorhandenes SD-Restgewebe zu beseitigen und evtl. Metastasen nachzuweisen und sofort zu behandeln - auch wiederum nach einer vierwöchigen Hormoneinnahmepause.
Ist eine nochmalige Therapie nicht notwendig, erfolgt ein Jahr später eine letzte routinemäßige stationäre Aufnahme, um durch Gabe einer niedrig dosierten Menge radioaktiven Jods ein erneutes Karzinomwachstum auszuschließen bzw. nachzuweisen.

Als Alternative zu der vierwöchigen Hormoneinnahmepause ist in speziellen Fällen die zweimalige intramuskuläre Injektion eines synthetisch hergestellten Hormons (rh-TSH) möglich, das seinerseits die Jodaufnahme in die Schilddrüsen- bzw. Karzinomzellen stimuliert.

Wichtig ist die lebenslange Nachsorge - anfänglich sechsmonatlich, dann jährlich –, bei der die richtige Hormondosis sowie ein Tumormarker kontrolliert werden und eine Sonographie der Halsregion erfolgt.

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