Visual Universitätsmedizin Mainz

1. November 2007

40 Jahre Universitäre Urologie in Mainz

Hochkarätiges wissenschaftliches Symposium mit zahlreichen Live-OPs – Neues OP-System „Da Vinci“ zur computer-assistierten Chirurgie erstmals in Mainz im Einsatz

Zum 40jährigen Jubiläum der Urologischen Universitätsklinik Mainz findet vom 1. bis 3. November an der Mainzer Uniklinik ein Operationsseminar in der Tradition der klinisch operativen Wochenenden statt. Dabei werden zahlreiche urologische Operationen live und teilweise parallel in den Hörsaal der Chirurgie übertragen. Sie werden Schlaglichter auf aktuelle Techniken und Konzepte werfen und bieten viel Raum für Diskussionen – unter den Zuhörern im Hörsaal, aber auch interaktiv mit den Operateuren in den verschiedenen OP-Sälen. Ein besonderes Highlight des Symposiums wird die Übergabe des frisch aus den USA eingetroffenen OP- Systems „Da Vinci“ zur computer-assistierten Chirurgie an die Urologische Klinik sein – während des Symposiums wird „Da Vinci“ in mehreren Operationen vorgestellt.

Im Jahre 1967, vor vierzig Jahren, wurde an der Medizinischen Fakultät Mainz erstmals ein Lehrstuhl für Urologie eingerichtet. Berufen wurde damals Prof. Dr. Rudolf Hohenfellner, der die Urologische Klinik bis 1996 leitete. Ihm folgte 1997 der aktuelle Direktor der Klinik, Prof. Joachim W. Thüroff. Heute kann die Urologische Universitätsklinik Mainz auf 40 bewegte und erfolgreiche Jahre zurückblicken. Zahlreiche Promotionen und Habilitationen sind zu verzeichnen – zahlreiche Chefärzte und Direktoren sind aus der Klinik hervorgegangen, die heute ihre Wirkungsstätten verteilt über ganz Deutschland, aber auch im europäischen und außereuropäischen Ausland haben. Darüber hinaus hat die Klinik zahlreiche Kongresse und wissenschaftliche Symposien organisiert – eines der Highlights war sicherlich die Ausrichtung des „56. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie“ im September 2004 in Wiesbaden. Auch die klinisch operativen Wochenenden haben in der Geschichte der Urologischen Klinik Tradition – das aktuelle Seminar vom 1. bis 3. November steht ganz im Zeichen des 40jährigen Jubiläums.

Dabei erwartet die Teilnehmer neben Vorträgen ein vielfältiges urologisches Operationsprogramm, welches live in den Hörsaal der Chirurgie übertragen wird. So können sie unmittelbar verschiedene operative Techniken – wie die „offene“ und die laparoskopische, also minimalinvasive, Operation – miteinander vergleichen und direkt mit den Operateuren kommunizieren.

Die Laparoskopie – eine Methode der so genannten minimalinvasiven oder Schlüssellochchiurgie – kommt dabei in der Mainzer Urologie seit 2002 zum Einsatz, vor allem bei Eingriffen an der Niere oder bei Inkontinenz-Operationen. Weiteren Auftrieb erhält die laparoskopische Technik jetzt durch das neue OP-System „Da Vinci“, welches im Rahmen des Symposiums an die Klinik übergeben und in mehreren Operationen vorgestellt wird. Mit „Da Vinci“ verfügt die Urologische Universitätsklinik über modernste und innovativste Technik für die Schlüssellochchirurgie.

Bei dieser Schlüssellochchirurgie wird eine Operation nicht über einen großen Hautschnitt – also „offen“ – durchgeführt, sondern über minimale Zugänge, durch die eine Kamera sowie die benötigten Instrumente in den Körper des Patienten gebracht werden. Ein solches Vorgehen ist für den Patienten in der Regel schonender und besser verträglich. Das OP-System „Da Vinci“ soll die Mainzer Urologen jetzt bei dieser anspruchsvollen Technik unterstützen und künftig etwa bei der Entfernung von Tumoren, bei Prostataoperationen oder bei Transplantationen zum Einsatz kommen.

„Da Vinci“ besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: den vier Roboterarmen, welche die winzigen Operations-Instrumente und eine Kamera halten und bewegen und der etwa drei Meter entfernten Steuerkonsole, an der der Chirurg sitzt und die Instrumente über eine Art Joystick steuert. Die Kamera liefert dabei hochaufgelöste, dreidimensionale und vergrößerte Bilder aus dem Körperinneren des Patienten, die der Chirurg auf einem Monitor an der Steuerkonsole sieht und anhand derer er sich orientiert. Umgekehrt überträgt ein Computer die Bewegungen des Chirurgen, dessen Hände sich unterhalb des Monitors befinden, an die Roboterarme, die die eigentliche Operation am Patienten vornehmen. Dabei kann der Computer sogar zu starke Bewegungen oder ein Zittern des Operateurs herausfiltern. Zudem sind die chirurgischen Instrumente flexibler und haben mehr Bewegungsmöglichkeiten als beim konventionellen laparoskopischen Eingriff. Überflüssig wird der Chirurg durch das „Da Vinci“-System aber keinesfalls. Der Roboter unterstützt den Chirurgen lediglich, die Entscheidung über den nächsten Schritt liegt immer ausschließlich beim Chirurgen.

Das neue „Da Vinci“-System der Urologischen Klinik ist das erste Gerät der zweiten Generation, welches in Deutschland eingesetzt wird. Es unterschiedet sich von seinem Vorgänger durch eine weiterentwickelte Technik, beispielsweise verfügt es über eine hochauflösende Videonorm (HDTV).