Visual Universitätsmedizin Mainz

18. Mai 2017

ERC Proof-of-Concept Grant für die Erforschung einer Therapie gegen Arthrose

Univ.-Prof. Dr. Werner E.G. Müller von der Universitätsmedizin Mainz erhält zum vierten Mal eine Forschungsförderung der EU – einen ERC-Grant

Arthrose, die weltweit häufigste Gelenkerkrankung, gilt bislang als nicht heilbar. Allenfalls mit Hilfe symptomatischer Therapien lassen sich die Schmerzen lindern. Ein innovatives therapeutisches Konzept zur Behandlung von Arthrose zu entwickeln, ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts von Univ.-Prof. Dr. Werner E.G. Müller, das der Europäische Forschungsrat (ERC) für die Dauer von 18 Monaten mit einem mit 150.000 Euro dotierten ERC Proof-of-Concept Grant fördert. Konkret will der Mainzer Molekularbiologe ein innovatives Material herstellen, das sowohl injizierbar als auch implantierbar ist und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern soll.

Der Arthrose liegt ein Abbau des Gelenkknorpels zugrunde, der zu einem massiven Gelenkverschleiß führt. Die Folgen sind Schmerzen, eine zunehmende Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen. In der Europäischen Union sind über 70 Millionen Menschen von Arthrose betroffen. Zur Behandlung dieser Gelenkerkrankung kommen lediglich symptomatische Therapien zum Einsatz. Eine weitere Möglichkeit ist der operative Gelenkersatz.

In seinem Forschungsprojekt „ArthroDUR – Bifunktionelles und regenerativ aktives Biomaterial – Suche nach einer ultimativen Lösung zur Behandlung der Osteoarthrose“ verfolgt Prof. Müller eine duale Strategie. Zunächst will er ein Präparat erzeugen, das sich in die Gelenkflüssigkeit injizieren lässt und dort vorkommende Knochensplitter löst und auf diese Weise Schmerzen lindert. Dieses Präparat wird sich aus den beiden Polymeren Biosilica und Polyphosphat (PolyP) zusammensetzen. „Während Biosilica sich regenerativ auf Bindegewebszellen auswirkt – wie ich in einem vorangegangenen ERC-Forschungsprojekt bereits zeigen konnte –, verstärkt das in Blutplättchen vorkommende PolyP diesen Effekt überraschenderweise noch. PolyP wirkt als ein ´metabolischer Brennstoff´ für die Synthese der Materialien des Skelett- und Knorpelgewebes“, erklärt Prof. Müller. Darüber hinaus will der Molekularbiologe aus Biosilica und PolyP Implantate entwickeln, die eine Reparatur des geschädigten Knorpels ermöglichen.

„Nachdem der Europäische Forschungsrat ihm im Jahr 2010 einen ERC Advanced Grant und in 2013 und 2015 jeweils einen ERC Proof-of-Concept Grant verliehen hat, wird Prof. Müller jetzt erneut ein ERC Proof-of-Concept Grant zuteil. Dass es ihm erneut gelungen ist, die angesehene Forschungsförderung der EU zu bekommen, zeigt, dass er zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten auf den Gebieten Molekularbiologie und Materialforschung zählt“, so der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann.

 

Foto/Grafik darf unentgeltlich verwendet werden unter folgender Quellenangabe: Foto/Grafik Prof. W.E.G. Müller (Universitätsmedizin Mainz)

 

Bildunterzeile: Aufeinander folgende Regionen des Schienbeins mit dem Gelenkkopf, der Wachstumsfuge und dem knöchernen Anteil des Knochens. Der Gelenkknorpel kann mittels eines 3D-Druck-Guss-Verfahrens hergestellt werden (Tiermodell).

 

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Univ.-Prof. Dr. W.E.G. Müller
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Über das ERC Advanced Grant und ERC Proof-of-Concept Grant
Voraussetzung für den Erhalt eines „ERC Advanced Grant“ ist allein die überragende individuelle Forschungsexzellenz. Mit den ERC Advanced Grants unterstützt der Europäische Forschungsrat exzellente und etablierte Forscherinnen und Forscher. Das Ziel: Es sollen bahnbrechende Erkenntnisse in der Grundlagenforschung oder der angewandten Forschung für Europa gewonnen werden. Das ERC Proof-of-Concept Grant soll es ermöglichen, gesellschaftlich oder kommerziell relevante Ergebnisse, die im Rahmen eines ERC Advanced Grant erhalten wurden, einer Verwertung zuzuführen. Die administrative Betreuung, nicht nur rund um diese Grants, erfolgt durch das European Project Office beim Wissenschaftlichen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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