Visual Universitätsmedizin Mainz

10. Juli 2017

Neue Forschungs- und Therapieansätze durch Verschmelzung von Dateninseln

Universitätsmedizin Mainz beteiligt an mit 32,1 Millionen Euro vom BMBF gefördertem Digitalisierungsprojekt

Das MIRACUM-Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) wird im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MI-I) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ab 2018 mit 32,1 Mio gefördert. Hinter MIRACUM stehen acht Universitäten mit Universitätsklinika, zwei Hochschulen und ein Industriepartner. Ziel ist es, die derzeit sehr unterschiedlichen Dateninseln aus Krankenversorgung und Forschung in Datenintegrationszentren zusammenzuführen, um die Daten mit Hilfe von innovativen IT-Lösungen für Forschungsprojekte und konkrete Therapieentscheidungen zentral nutzen zu können. Die Koordination erfolgt durch den Lehrstuhl für Medizinische Informatik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Im Rahmen des MIRACUM-Projekts soll an der Universitätsmedizin Mainz ein sogenanntes Datenintegrationszentrum entstehen. Darin sollen die auf viele spezialisierte Einzelsysteme verteilten Daten von Patienten der Universitätsmedizin sicher und in hoher Qualität zusammengeführt werden. Von der Gesamtfördersumme erhält die Universitätsmedizin Mainz 3,3 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.

Klinische Befunde, Bildgebende Diagnostik und genetische und molekulare Untersuchungen sind Beispiele von Informationen aus unterschiedlichen IT-Systemen der Klinik, die MIRACUM vernetzt. Das Ziel ist, zukünftig beispielsweise Lungenerkrankungen oder auch Hirntumoren mit verbesserter Trennschärfe verschiedenen Untergruppen zuordnen und Patienten somit zielgerichteter und wirkungsvoller behandeln zu können. Die Behandlung von Krebserkrankungen beispielsweise erfordert die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Sie benötigen in ihrer täglichen Arbeit und insbesondere bei Therapieentscheidungen im Rahmen interdisziplinärer Tumorkonferenzen alle verfügbaren Informationen ihrer Patienten, vollständig und auf einen Blick. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes liefert MIRACUM den Nutzern Daten aus der Klinik und aus molekularen/genetischen Untersuchungen. Diese Daten werden effizient zusammengeführt und übersichtlich dargestellt. Außerdem wird das Konsortium Datenabfragen für die Identifikation von Patientinnen und Patienten zur Rekrutierung für klinische Studien erleichtern. Erste Ergebnisse wurden bereits im Rahmen einer neunmonatigen Konzeptphase erzielt und können unter http://www.miracum.de nachgelesen werden. Nach dieser Konzeptphase wird MIRACUM nun ab 2018 für weitere vier Jahre gefördert.

An der Universitätsmedizin wird vor allem am Aufbau und der Etablierung eines Datenintegrationszentrums gearbeitet. Ziel dieses Datenintegrationszentrum ist es, darin die bislang auf viele spezialisierte Einzelsysteme verteilten Patientendaten sicher und in hoher Qualität zusammenzuführen. „Für uns ist die Förderzusage die Chance, die fortwährende Digitalisierung des Gesundheitswesens auch aus Sicht der Universitätsmedizin Mainz mitzugestalten!“, sagt der Dekan und Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. „Mit den allein für uns vorgesehenen 3,3 Millionen Euro werden wir unsere langjährige Expertise im Bereich Datenschutz und Datensicherheit einbringen und neue Methoden und Verfahren entwickeln, die es uns ermöglichen, die Daten in sicherer Art und Weise für die Forscher bei uns aber auch an anderen Standorten verfügbar zu machen. Darüber hinaus können unsere bereits in vielen Projekten eingesetzten Vorarbeiten in Bezug auf die Speicherung und Nutzung von Metadaten einen erheblichen Beitrag dazu leisten, die häufig verteilt und inkompatibel zueinander gespeicherten Patientendaten zusammenzuführen.“

 

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner,
Direktorin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) Universitätsmedizin Mainz,
Tel: +49 6131 17-7369; E-Mail:  blettner-sekretariat@uni-mainz.de

 

Pressekontakt

Oliver Kreft, Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz, Tel. 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Weitere beteiligte Universitäten mit Universitätsklinika:

·         Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg & Universitätsklinikum Erlangen
          (Konsortialführer)

·         Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt & Universitätsklinikum Frankfurt

·         Albert-Ludwigs-Universität Freiburg & Universitätsklinikum Freiburg

·         Justus-Liebig-Universität Gießen & Universitätsklinikum Gießen/Marburg

·         Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg/Universitätsklinikum Mannheim

·         Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg & Universitätsklinikum Magdeburg

·         Philipps-Universität Marburg & Universitätsklinikum Gießen/Marburg

·          

Weitere Partner

·         Technische Hochschule Mittelhessen

·         Hochschule Mannheim

·         Averbis GmbH Freiburg

 

Pressemeldung BMBF: https://www.bmbf.de/de/bessere-therapien-dank-medizininformatik-4473.html

 

Homepage: www.miracum.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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