Visual Universitätsmedizin Mainz

17. Juni 2019

Von der Weltkriegs-Chirurgie bis zum Gesicht aus dem 3D-Drucker

In der Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung“ geht es am 19. Juni 2019 um 100 Jahre Gesichtsrekonstruktion

Das Gesicht steht im Zentrum unserer Wahrnehmung – und das nicht erst im Zeitalter von Instagram und sozialer Selbstinszenierung. Vor 100 Jahren sah sich die moderne Medizin mit einer ihrer großen Herausforderungen konfrontiert, der Rekonstruktion des Gesichts, das aufgrund von Verletzungen, von angeborenen Fehlbildungen und Tumorerkrankungen beschädigt worden war.

Diesem Thema widmet sich der Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie – Plastische Operationen an der Universitätsmedizin Mainz, der am 19. Juni 2019 um 19.15 Uhr im Hörsaal der Chirurgie (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1) stattfindet. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind sehr herzlich willkommen.

Das Ende des 1. Weltkrieges vor ca. 100 Jahren markierte „das Trauma das Jahrhunderts“. Die brutale Kriegsmaschinerie hatte ihre Opfer gefordert. Patienten mit extremen Gesichtsverletzungen kehrten von der Front in ihre Heimat zurück. Mithilfe zahnmedizinischer Techniken, z.B. Prothesen und Schienen, konnten die Patienten versorgt werden: Das neue Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Schnittstelle zwischen Medizin und Zahnmedizin entstand.

Plastisch-chirurgische Techniken und virtuelle Planung

Dazu kamen später klassische plastisch-chirurgische Techniken wie gestielte Haut-Transplantate, die auch nach dem 2. Weltkrieg noch verwendet wurden. In den 80er Jahren wurden dann – im Sinne einer kleinen Revolution – die sogenannten freien, mikrovaskulär anastomisierten Transplantate entwickelt. Diese Transplantate ermöglichten eine Gewebeübertragung und einen Wiederanschluss an das Blutgefäßsystem in einer nie dagewesenen Weise. Die aktuelle Entwicklung dieser Techniken ist geprägt von der Digitalisierung, die eine virtuelle Planung der Operationen ermöglicht, für die in Einzelfällen sogar Teile des Transplantats am 3D-Drucker hergestellt werden.

Die moderne rekonstruktive Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie stellt heute eine breite Disziplin dar: Vom Zahnimplantat über die großen rekonstruktiven Techniken bis zur regenerativen Medizin. Doch ist der plastisch rekonstruktive Chirurg eben kein Bildhauer, der das traumatisierte Gesicht nur neu gestaltet. Sein Ziel ist es, sämtliche Funktionen wiederherzustellen. Dabei ist das Zusammenspiel zwischen Form und Funktion von besonderer Bedeutung und erfordert ein tiefes Verständnis für die komplexen Funktionen des Gesichts.

Ein altes verletztes und dann ein neues unvertrautes Gesicht? Wie kommen die Patienten  damit zurecht? Gerade in der modernen Medizin kommt der psychosomatische Aspekt dieser extremen Rekonstruktion leider oft zu kurz. Auch dafür möchte der Vortrag Verständnis wecken und sensibilisieren.

 

Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen. Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender.

 

Weitere Informationen:

Nächster Termin: Mittwoch, 25.09.2019, ab 19.15 Uhr

„Medizin: Faszination Forschung – Herzklappeneinbau ohne Narkose und Operation“ – Dr. Ralph Stephan von Bardeleben, Oberarzt im Zentrum für Kardiologie I der Universitätsmedizin Mainz

Web: www.mg-mainz.de/Aktuelles

 

Kontakt:
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Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e. V.
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Die Medizinische Gesellschaft Mainz e. V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter www.mg-mainz.de/aktuelles.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.600 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.

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