Visual Universitätsmedizin Mainz

27. April 2017

Wie erneuern sich Stammzellen?

In einer neuen Arbeitsgruppe untersuchen Krebsforscher der Universitätsmedizin Mainz die Mechanismen der Selbsterneuerung von Stammzellen

Seit 15. März 2017 leitet Dr. Borhane Guezguez am Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) der Universitätsmedizin Mainz die neue Nachwuchsgruppe für „Krebsimmuntherapie“. Er übernimmt damit die Leitung der zweiten Nachwuchsgruppe, die das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) an seinem Partnerstandort Frankfurt/Mainz eingerichtet hat, um die klinisch-orientierte Krebsforschung zu fördern.

Schwerpunkt der neuen Nachwuchsgruppe ist es, die Regulationsmechanismen in spezialisiertem Knochenmarkgewebe – den sogenannten „Nischenzellen“ – zu identifizieren. Sie dienen der Selbsterneuerung von Blutstammzellen und ihrem Überleben. Allerdings können sie auch die Entwicklung entarteter Leukämie-Stammzellen beeinflussen. Krebszellen sind zudem in der Lage, die Nischenzellen umzuprogrammieren, um sich vor der körpereigenen Immunabwehr zu verstecken. Ziel der neuen Arbeitsgruppe ist es, durch die Entschlüsselung dieser Mechanismen neue Wege zur immuntherapeutischen Behandlung von Leukämien sowie innovative Ansätze für die regenerative Medizin zu entwickeln.

Mit Dr. Guezguez als Leiter der neuen Nachwuchsgruppe konnte ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Stammzellforschung gewonnen werden. Dr. Guezguez, der 2006 an der „Université Pierre-et-Marie-Curie“ in Paris, Frankreich, im Fach „Molekularbiologie und Zellbiologie“ promovierte, war seit 2007 am „Stem Cell and Cancer Research Institute“ der McMaster University, Hamilton, Canada in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Mick Bhatia tätig, einem der führenden Wissenschaftler im Bereich der humanen Stammzellforschung. Schwerpunkt seiner dortigen Forschungsarbeit war die Biologie der blutbildenden und leukämischen Stammzellen sowie ihre funktionellen Interaktionen mit akzessorischen Zellen in der Knochenmarknische.

Mit der neuen Nachwuchsgruppe „Krebsimmuntherapie“ wird der immunonkologische Forschungsstandort an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und UCT Mainz, einem der Onkologischen Spitzenzentren in Deutschland, weiter gestärkt. Die Arbeitsgruppe ist innerhalb der Universitätsmedizin Mainz ansässig und strukturell eng an das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, dem Kernzentrum des DKTK, angebunden. Sie ergänzt die exzellente Forschungsstruktur, deren Ziel es ist, neue wegweisende Ergebnisse aus der immunologischen Grundlagenforschung bei Krebs und anderen Erkrankungen so rasch wie möglich in die klinische Anwendung zu führen. Gemeinsam bieten die Standorte Mainz und Heidelberg mit dem Zugang zu exzellenten Gewebe-Biobanken sowie optimalen klinischen Forschungsstrukturen beste Voraussetzungen für translationale immuntherapeutische Forschungsvorhaben.

 

Bildunterzeile: Dr. Borhane Guezguez

Kostenfreie Verwendung des Fotos unter Angabe der Quelle: Markus Schmidt (Universitätsmedizin Mainz)

 

Kontakt:
Dr. Borhane Guezguez
III. Medizinische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
Tel.: 06131 17-9785
E-Mail:  borhane.guezguez@unimedizin-mainz.de


Pressekontakt
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Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Über UCT und UCT-Ambulanz
Jährlich erkranken allein in Deutschland mehr als 430.000 Menschen neu an Krebs. Die Chancen auf eine Heilung sind mittlerweile gut. Fast jeder zweite Patient kann von neuen Therapiestrategien und Medikamenten profitieren. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die enge Zusammenarbeit von erfahrenen Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten. Aus diesem Grund haben sich die onkologisch tätigen Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz und die beteiligten sozialen Hilfseinrichtungen im Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz zusammengeschlossen. Ziel ist es, Tumor-Patienten eine optimale Behandlung aus einer Hand gemäß neuesten Standards anzubieten.

Über das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)
Das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) ist eine gemeinsame, langfristige Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der beteiligten Bundesländer und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und wurde als eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZGs) gegründet. Im DKTK verbindet sich das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) als Kernzentrum langfristig mit onkologisch besonders ausgewiesenen universitären Partnerstandorten und Kliniken in Deutschland. Mit dem DKFZ kooperieren Forschungseinrichtungen und Kliniken an Standorten Berlin, Dresden, Essen/Düsseldorf, Frankfurt/Mainz, Freiburg, Heidelberg, München und Tübingen, um optimale Bedingungen für die kliniknahe Krebsforschung zu schaffen. Das Konsortium fördert interdisziplinäre Forschungsthemen an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Klinik, sowie klinische Studien zu innovativen Therapie- und Diagnoseverfahren. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau von Forschungsplattformen, um den Einsatz personalisierter Krebstherapien zu beschleunigen und die Diagnose und Prävention von Krebserkrankungen zu verbessern. Dem DKTK-Partnerstandort Frankfurt/Mainz gehören neben der Universitätsmedizin Mainz das Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt, das Georg-Speyer-Haus Frankfurt sowie die Goethe-Universität Frankfurt an. Weitere Informationen unter www.dktk.org

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