Visual Universitätsmedizin Mainz

Diabetes mellitus

Der Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen von der in Deutschland derzeit ca. 8 Millionen Menschen betroffen sind. Hierbei wird zwischen dem seltenen, meist im jüngeren Lebensalter auftretenden autoimmun vermittelten Diabetes mellitus Typ 1 und dem sehr viel häufigeren Diabetes mellitus Typ 2 (früher "Altersdiabetes") unterschieden. Gerade letzterer hat im Zusammenhang mit der zunehmenden Verbreitung von Überernährung und Bewegungsmangel in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Hierbei tritt der Diabetes meist im Rahmen eines so genannten "metabolischen Syndroms" zusammen mit anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen auf. Aufgrund des damit verbundenen erheblichen Risikos für diabetische Folgeerkrankungen wie eine vorzeitige Arteriosklerose mit dem Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfällen, der diabetischen Retinopathie (Gefahr der Erblindung), der diabetischen Nephropathie (Gefahr der Dialysepflichtigkeit), der diabetischen Neuropathie und des diabetischen Fußsyndroms Gefahr der Amputation) besteht für die Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus und seiner Folgeerkrankungen ein umfassendes und interdisziplinäres Behandlungskonzept. Hierbei stehen am Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie alle technischen und personellen Voraussetzungen für die ambulante und stationäre Betreuung von Pateinten mit Diabetes und Metabolischem Syndrom zur Verfügung, wie zum Beispiel ein Diabetes- und Ernährungs-Schulungsteam, eine spezielle Station und Ambulanz für das diabetische Fuß-Syndrom (siehe 1.3.), eine stationäre Stoffwechseleinheit mit künstlichem Pankreas (Glucostator), Funduskamera, autonomes EKG, Neuropathiemessung, Doppler-Gefäßultraschall, Durchblutungs-Messung (O2C) und Sauerstoffmessung im Gewebe (tcPO2), Kapillarmikroskopie, Hauttemperaturmessung, kontinuierliche BZ-Messung, sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Angiologie, Radiologie, Orthopädie, Gefäßchirurgie (im Rahmen des GTFZ mit wöchentlichen gemeinsamen Kolloquien) aber auch mit der Medizinischen Psychologie, Pädiatrie und Ophthalmologie. In Zusammenarbeit mit der Transplantationschirurgie unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. G. Otto und der Nephrologie/Immunologie der I. Medizinischen Klinik ist neben der Pankreastransplantation bei Patienten mit fortgeschrittenem Typ 1 Diabetes auch der Aufbau einer Inselzelltransplantationseinheit im Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie in Vorbereitung.Das Behandlungsspektrum umfasst dabei neben der Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 und allen ihren Folgeerkrankungen insbesondere den Diabetes bei Jugendlichen, Patienten mit Intensivierter Insulintherapie, Insulinpumpenträger, Schwangere mit Diabetes/Gestationsdiabetes, Diabetes nach Pankreasoperationen und Diabetes bei anderen Stoffwechselerkrankungen (z.B. Bronzediabetes bei Hämochromatose).