Visual Universitätsmedizin Mainz

Öffentliche Veranstaltung Faszination ForschungDigitalisierung und Innovation in Forschung und Lehre


Veranstalter: Universitätsmedizin Mainz
Medizinische Gesellschaft Mainz
Akademie für Ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz


    Eine digitale Welt scheint derzeit die Zukunftsvision für die Menschheit zu sein. Erklärtes Ziel vieler Länder – so auch der Bundesrepublik Deutschland – ist das „Aufrüsten“ für eine digitale Zukunft. Dabei spielt das Gesundheitswesen politisch und wirtschaftlich eine bedeutende Rolle.

    Die rasanten technischen Entwicklungen der Digitalisierung haben die Medizin in Krankenversorgung und Forschung inzwischen  erreicht. Die bisherigen digitalen Werkzeuge wie z.B. Assistenzsysteme, die Patienten und Ärzte unterstützen, werden abgelöst von autonomen Programmen, die automatisiert Daten auswerten und daraus mit Algorithmen künstlicher Intelligenz Diagnosen, Prognosen, Risiken und Therapien ableiten/liefern/ermitteln.

    E-Health wird zu einem grundlegenden Wandel in der Gesundheitsversorgung und ihrer ethisch-rechtlichen Rahmenbedingungen führen. Patienten, Ärzte und Assistenzpersonal sind von der  Tele-Medizin, der digitalen Vernetzung, von Big-Data sowie Dr. Watsons und Dr. Smartphones gleichermaßen betroffen. Wenn also zukünftig das Handy Diagnosen erstellt und die Therapie liefert, gilt es jetzt für drängende Fragen wie ärztliche Verantwortung und Aufgaben, Arzt–Patienten-Beziehung, Patientenorientierung, Persönlichkeitsrechte, Risiken, Datenhoheit, Datenschutz, Haftung, Daten- und Softwarequalität Klarheit zu schaffen und Entscheidungen zu treffen.

    Neueste Produkte der IT-Industrie erreichen bereits die Patienten und werden von diesen genutzt wodurch ungeheure Datenmengen generiert werden, die, wenn die Medizin sich entsprechend positioniert, sinnvoll für Forschung und Patientenversorgung verwendet werden können. Für das Gesundheitssystem besteht deshalb dringender Handlungsbedarf, um mit den digitalen Technologien Schritt zu halten, Anforderungen für digitale Systeme, Datenqualität und -verwendung zu definieren sowie die Qualifizierung der Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu betreiben.

    In der Veranstaltung am 21.03.2018 werden die oben genannten Aspekte hinsichtlich der Entwicklung neuer digitaler Systeme in der Medizin diskutiert. Darüber hinaus werden die Chancen und das Innovationspotential der Digitalisierung sowie deren Risiken mit Blick auf  laufende Forschungen erläutert. Der sich daraus ergebende Wandel des Arztberufes und der zwingend notwendige Kompetenzerwerb jetziger und zukünftiger Ärzte sowie die erforderlichen strukturellen Investitionen und Änderungen der Gesundheitsstrukturen werden ebenfalls dargestellt.

    Der Referent des Abends, Privatdozent Dr. Sebastian Kuhn, kennt als langjähriger Oberarzt im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz (UMM) bestens die Belange der klinischen Medizin. Als „IT-affiner“ Arzt beschäftigt er sich außerdem seit vielen Jahren mit der Digitalisierung in der Medizin und den Herausforderungen, denen Ärzte, neben ihrer klinischen Arbeit,  im Umgang mit immer neuen digitalen Techniken ausgesetzt sind. Er erlebt täglich, dass ohne Kenntnisse und Wissen die Gefahr besteht, dass die digitalen Systeme die Medizin überrollen. Deshalb hat er als Lehrbeauftragter der UMM ein neues Lehrkonzept Medizin im digitalen Zeitalter eingeführt, das mehrfach ausgezeichnet wurdeJungi.

    Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Univ.-Prof. Dr. Peter Mildenberger, leitender Oberarzt der Radiologie der UMM, der sich seit Jahrzehnten mit der Weiterentwicklung der IT in der Radiologie beschäftigt und sich dafür international verdient gemacht hat.

    Das Ziel und die Auffassung der Ärzte sollte sein, die digitale Medizin als ärztliche Aufgabe anzunehmen und diese zu gestalten.

     

Veranstaltungsdetails
Zielgruppe

Ärzte, Studenten, interessierte Laien

Datum Mittwoch 21. März 2018
Uhrzeit 19:15 - 21:00 Uhr
Ort

Hörsaal Chirurgie

Dozent/in

PD Dr. med. Sebastian Kuhn, Mainz

Moderation Univ.-Prof. Dr. med. Peter Mildenberger, Mainz

 

 

Externe Kosten

Eintritt frei

Fortbildungspunkte 3
Teilnehmerzahl unbegrenzt
Kontakt

Prof. Dr. Th. Junginger, junginger@uni-mainz.de