Visual Universitätsmedizin Mainz

Gefäßverschließende Maßnahmen

Endovaskuläre Maßnahmen zum Verschluss von Gefäßen (Embolisation) dienen einer Verkleinerung oder vollständigen Ausschaltung krankhaft veränderter Gefäße, wie sie in Gefäßmissbildungen (Angiomen, Fisteln) oder Tumoren vorkommen. Bei arterio-venösen Fisteln kann die Embolisation als alleinige Maßnahme die Erkrankung heilen, während bei Angiomen und Tumoren in der Regel die Embolisation einen Teil im gesamten Behandlungskonzept darstellt. In diesen Fällen wird die endovaskuläre Therapie (von innen über die Arterien) eingesetzt, um die Anzahl der krankhaften Gefäße zu reduzieren und somit den Patienten für eine Operation oder Strahlentherapie vorzubereiten. Das Komplikationsrisiko für Embolisationen innerhalb des Schädels liegt bei ca. 5 %.

Etwa 10% der Angiome können durch eine Embolisationsbehandlung vollständig geheilt werden. Bei Tumoren dient die Embolisation ebenfalls der Risikominderung und –falls eine anschließende Operation erforderlich ist- der Reduktion des Blutverlustes durch eine vorherige "Trockenlegung" des Tumors. Diese Behandlung kann zusätzlich mit einer Chemotherapie über die tumorversorgenden Gefäße kombiniert werden. Da die meisten dieser Erkrankungen nur in Kombination verschiedener Therapieverfahren heilbar sind, setzt die Arbeit des therapeutisch tätigen Neuroradiologen eine hohe Bereitschaft zur Teamarbeit voraus. So ist an der präoperativen Embolisation von Tumoren des Schädels und der Wirbelsäule häufig ein Team aus Neurochirurgen, Neuroonkologen, Strahlentherapeuten, Orthopäden, Kieferchirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Klinikern beteiligt.

Eine besondere Form der gefäßverschließenden Therapie ist die Behandlung von  Aneurysmen, die als Aussackungen der Gefäßwände (vor allem an Aufzweigungen der Arterien) entstehen. Aneurysmen können jederzeit platzen und dadurch eine tödliche Hirnblutung verursachen. Bisheriger Therapiestandard ist die operative Ausschaltung mit einer Metallklammer (Clip). Zunehmend wird jedoch als Alternativverfahren ein Verschluss des Aneurysmas durch kleine Metallspiralen eingesetzt, die endovaskulär (von innen) über die Arterien mit Hilfe sehr dünner Katheter in die Wandaussackung vorgeschoben werden (sog. Coiling). Mit diesem Verfahren können auch Aneurysmen behandelt werden, die aufgrund ihrer ungünstigen Lage mit einem hohen operativen Risiko behaftet sind. Bei geeigneter Aneurysmaform, vor allem bei einem engen "Hals" (Verbindung zum Trägergefäß), gilt der Coilverschluss bereits jetzt als gleichwertig zur Operation und ist nach neueren Studienergebnissen (ISAT-Studie) bei Aneurysmen im vorderen Hirnkreislauf mit weniger Komplikationen verbunden.

Eine gefäßverschließende Behandlung ist auch möglich und bisweilen lebensrettend bei akuten Blutungen im Gesicht und Nasen-Rachenraum nach schwereren Unfällen, nach operativen Eingriffen oder bei unstillbarem Nasenbluten ohne erkennbare Ursache. Auch hierbei wird mit Mikrokathetern der Ort der Blutung über das arterielle Gefäßsystem aufgesucht und die blutende Stelle von innen mit unterschiedlichen Embolisationsmaterialien abgedichtet.

Verschluss

Embolisation eines arterio-venösen Angioms mit ONYX®
(linkes Bild: vorher, rechtes Bild: nachher)


Verschluss

Coil-Verschluss eines Aneurysmas der Hirnschlagader mit 4 Spiralen.
(linkes Bild: vorher, rechtes Bild: nachher)


Verschluss

Präoperative Embolisation eines gefäßreichen Glomus-Tumors an der Schädelbasis.
(linkes Bild: vorher, mittleres und rechtes Bild: nachher)

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