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23. Mai 2019

DFG verlängert SFB/TRR 156 – Haut als Schutzmechanismus

Angeborenes Immunsystem und Einfluss des Mikrobioms verstärkt im Fokus

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute entschieden, den Sonderforschungsbereich Transregio (SFB/TRR) 156 „Die Haut als Sensor und Initiator von lokalen und systemischen Immunreaktionen“ für weitere vier Jahre zu fördern. In der zweiten Förderperiode fließen rund 13,6 Millionen Euro in den seit 2015 bestehenden SFB. In dem Forschungsprojekt erforschen Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz und den Universitäten Heidelberg (Sprecherschaft) und Tübingen sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg gemeinsam die Rolle der Haut bei der Abwehr von Krankheitserregern. In der zweiten Förderungsperiode wird das Hauptaugenmerk auf dem angeborenen Immunsystem und dem Einfluss des Mikrobioms liegen. Das Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist bei acht der insgesamt 21 Teilprojekte an der Projektleitung beteiligt. Das Ziel des SFB/TRR 156 ist die Entwicklung neuer Therapieansätze für chronisch-entzündliche Erkrankungen.

Die Haut ist das größte und schwerste Organ des Menschen: Die rund zwei Quadratmeter Fläche wiegen etwa fünf Kilogramm. Oberhaut, Lederhaut und Unterhautfettgewebe bilden eine dreischichtige Körperhülle, die vielfältige und komplexe Funktionen erfüllt. Die Haut schützt den Körper vor Hitze, Licht, Verletzungen und Infektionen, reguliert die Körpertemperatur, speichert Wasser und Fett und sie ist der Ort, an dem Vitamin D gebildet wird.

Für die Immunologen, Mikrobiologen und Dermatologen des SFB/TRR 156 ist sie wegen ihrer Rolle als schützende Barriere gegen Krankheitserreger interessant. Denn dadurch ist sie ein Teil des menschlichen Immunsystems, das potentiell gesundheitsschädigende Eindringlinge erkennt, sie zielgerichtet neutralisiert und entsorgt. Um die Ursachen von entzündlichen Hauterkrankungen wie beispielsweise atopische Dermatitis (Neurodermitis), Psoriasis (Schuppenflechte) oder Sklerodermie näher zu ergründen, erforschen die Wissenschaftler interdisziplinär die vielfältigen immunologischen Aufgaben der Haut. Ebenso von Interesse sind die darin ablaufenden molekularen und zellulären Interaktionsmechanismen. Hierbei sind Fragen zum Wirkungszusammenhang von Ungleichgewichten im zellulären Mikromilieu sowie zu Wechselwirkungen von Immunzellen mit Mikroorganismen auf der Haut von zentraler Bedeutung. Es gilt herauszufinden, wie sich verschiedene Umwelteinflüsse auf die Haut als System, auf deren Zellen und auf die verschiedenen Signalwege und Moleküle, die in die Immunantwort involviert sind, auswirken.

„Das Konzept des TRR 156 hat sich in der ersten Förderperiode als erfolgreich erwiesen. Deswegen werden wir es auch in der zweiten Förderphase fortführen. Als Neuerung rücken wir das angeborene Immunsystem sowie den Einfluss des Mikrobioms (Gesamtheit aller Mikroorganismen) verstärkt in den Fokus unserer wissenschaftlichen Betrachtungen. Als neue Untersuchungsfelder kommen Modelle für Psoriasis, Hautfibrosen sowie der Einfluss des Gerinnungssystems auf Immunantworten der Haut hinzu“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz und einer der Co-Sprecher des SFB/TRR 156.

Das Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist bei acht der insgesamt 21 Teilprojekte des SFB/TRR 156 an der Projektleitung beteiligt. Im Mainzer FZI betreiben Wissenschaftler u.a. der Hautklinik und Poliklinik, des Zentrums für Kardiologie, der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, der Institute für Immunologie, für Mikrobiologie und für Molekulare Medizin sowie des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) interdisziplinäre Forschung. Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, ebenfalls Co-Sprecher und Leiter des Instituts für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz, ergänzt: „Indem wir im SFB Grundlagenforschung verschiedener Fachrichtungen und klinisch-dermatologische Forschung kombinieren und uns über Fächer und Institutsgrenzen hinweg austauschen, erfassen wir das Immunsystem in einem größeren physiologischen Kontext. So gelingt es uns zunehmend, die Komplexität der Immunantwort besser zu verstehen.“

„Eine der Stärken des SFB/TRR 156 liegt im seinem translationalen Potential, also dass die Forschungsergebnisse möglichst schnell in die klinische Anwendung bei Hauterkrankungen übertragen werden können. Das beweist die im Rahmen des TRR 156 entwickelte Studie zur Immuntherapie der aktinischen Keratose, die auf präklinischen Daten aus der ersten Förderphase aufbaut. Die Verlängerung durch den DFG ermöglicht es, diese exzellente und innovative Forschungsarbeit fortzuführen“, freut sich der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann und gratuliert den Wissenschaftlern des Konsortiums zu ihrem Erfolg.

Ein Sonderforschungsbereich dient als Rahmen für ein interdisziplinäres, hochschulübergreifendes und wissenschaftlich exzellentes Forschungsprogramm. Die beteiligten Wissenschaftler arbeiten über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg zusammen. SFBs ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der vorhandenen Kapazitäten. Mit einer Förderung durch das SFB-Programm wird auf eine Profilbildung an den beteiligten Hochschulen hingewirkt sowie der wissenschaftliche Nachwuchs und die Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefördert.

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe
Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel.: 06131 17-4412, E-Mail: stephan.grabbe@unimedizin-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild,
Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz und Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel.: 06131 17-6196, E-Mail: schild@uni-mainz.de

Doreen Nothmann, Wissenschaftliche Koordinatorin,
Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz und Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Telefon 06131 17-8114, Fax 06131 17-6202, E-Mail: nothmann@uni-mainz.de

 

Pressekontakt
Barbara Reinke, Stabsstelle Unternehmenskommunikation Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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