Informationen über die CVSS-Studie

  


CVSS steht für Cardiac and Vascular Late Sequelae in Long-Term Survivors of Childhood Cancer (deutsch: Kardiale und vaskuläre Spätfolgen bei Langzeit-Überlebenden nach Krebs im Kindesalter).

Hintergrund und Ziele

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen in den westlichen Industrieländern. Allein in Deutschland sind sie für einen großen Teil der Todesfälle verantwortlich und stellen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit dar. Internationale Studien zeigen, dass Menschen, die eine Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter überlebt haben, im späteren Leben häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln als Gleichaltrige ohne entsprechende Vorerkrankung. Häufig verlaufen diese Veränderungen zunächst unbemerkt. Bereits in jungen Jahren können erste Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems bestehen, ohne dass Beschwerden auftreten (subklinische Erkrankung). Erst im weiteren Verlauf entwickeln sich spürbare Symptome und klinisch relevante Erkrankungen. Bereits bekannt ist, dass bestimmte Chemotherapie-Medikamente (Anthrazykline) sowie die Strahlentherapie das Risiko für langfristige Herz-Kreislauf-Schäden erhöhen können. Darüber hinaus können weitere Risikofaktoren die Gefäße zusätzlich belasten und die Entstehung von Gefäßverkalkungen (Atherosklerose) begünstigen. Dies kann zu Verengungen der Blutgefäße und im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.


Klassische Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind unter anderem

  • Rauchen
  • erhöhte Blutfette (hohe Cholesterinspiegel)
  • Bluthochdruck
  • psychosoziale Faktoren
  • geringe körperliche Aktivität
  • Übergewicht
  • erbliche Veranlagung
  • und Ernährung

Die CVSS-Studie hat das Ziel, den derzeitigen Gesundheitszustand von Überlebenden nach Krebs im Kindesalter in Deutschland im Alter zwischen 20 und 45 Jahren im Hinblick auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Risikofaktoren zu beschreiben und mit der Normalbevölkerung zu vergleichen. Dabei soll das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter im Zusammenhang mit der damals erhaltenen Chemo- und/oder Strahlentherapie beurteilt werden. Zusätzlich werden bekannte und neue Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen untersucht. Die Ergebnissen der Studie sollen dazu beitragen, therapiebedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen früher zu erkennen und Nachsorgeempfehlungen zu entwickeln. Bei der Therapie der Krebserkrankung von zukünftigen Patienten kann die CVSS-Studie dabei helfen, die Therapie im Hinblick auf spätere Herz-Kreislauf-Folgeerkrankungen so zu verbessern, dass weniger Spätfolgen auftreten.