Übersicht über die Studie

Studiendesign

Die Gutenberg COVID-19 Studie war eine prospektive Kohortenstudie auf Basis einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe aus der Region Rheinhessen. Die Teilnehmenden wurden mittels zufälliger Ziehung über die Einwohnermeldeämter rekrutiert; insgesamt konnten so 10.250 Personen in mehreren repräsentativen Wellen eingeschlossen werden.

Zwischen Oktober 2020 und Juni 2021 fanden zwei Untersuchungstermine statt. Dabei füllten die Teilnehmenden jeweils einen ausführlichen, interdisziplinären Fragebogen zu Gesundheit, Infektionsstatus, Symptomen, psychosozialem Befinden und Lebensumständen aus und gaben eine zuhause entnommene Stuhlprobe ab. Zusätzlich besuchten sie das Studienzentrum für ein kurzes Interview und die Entnahme verschiedener Bioproben, darunter Blut und Rachenabstriche sowie – je nach Einwilligung – Zahntaschenabstriche, Tränenflüssigkeit und Blutzellen für immunologische und genetische Analysen. Ergänzend kam eine App zum Einsatz, über die freiwillige Teilnehmende in regelmäßigen Abständen zusätzliche Angaben machen konnten.

Um längerfristige Entwicklungen und mögliche Folgen abzubilden, fand zusätzlich ein Follow-Up nach einem Jahr nach der ersten Untersuchung statt. Auf diese Weise konnten sowohl der akute Gesundheitszustand als auch potenzielle Langzeitwirkungen der Pandemie und einer SARS-CoV-2-Infektion systematisch erfasst werden.

Außerdem wurde die Gutenberg COVID-19 App im Rahmen Studie genutzt, um über einen Zeitraum von bis zu acht Monaten fortlaufend Gesundheitsdaten der Teilnehmenden zu erfassen. Über die App meldeten die Teilnehmer regelmäßig Beschwerden, Testergebnisse und Lebensbedingungen; bei Verdacht auf eine Infektion fand eine engmaschige Abfrage statt. Auch ohne Smartphone war eine Teilnahme an der Studie möglich.

Ziele

Das Ziel der Gutenberg COVID-19 Studie war es, die Auswirkungen der SARS-CoV2-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit zu analysieren:

  • Ausbreitung der SARS-CoV2 Infektion in der Bevölkerung
  • Quantifizierung der Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft
  • Änderungen in der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung während der Pandemie
  • Psychosoziale, berufliche und Lebensstil-assoziierte Implikationen
  • Identifikation von Risikofaktoren von symptomatischen SARS-CoV2-Infektionen
  • Untersuchung von Prädiktoren für Schweregrad und Spätfolgen von SARS-CoV2
  • Relevanz von Infektionserkrankungen für die Bevölkerungsgesundheit während der Infektsaison
  • Aufbau einer nachhaltigen wissenschaftlichen Ressource für translationale Forschung zu SARS-CoV2
  • Harmonisierte Daten für (inter)nationale Netzwerkanalysen
  • Aufbau einer Biobank für Zellen des Immunsystems

Kontakt

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