Infos zur MET-AIR-Studie

Lärm durch Flugverkehr ist ein Thema, welches viele Menschen, sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten, betrifft und einen ernstzunehmenden Stressfaktor im alltäglichen Leben darstellt. Durch die zunehmende Urbanisierung steigt die Lärmbelastung zunehmend an und betrifft immer mehr Menschen. Besonders Menschen in Einflugschneisen und in der Nähe von Flughäfen sind von Lärmbelastung durch Flugzeuge betroffen. Vor allem nächtlicher Verkehrslärm ist ein in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitetes Problem, welches unsere Gesundheit auf multiple Art und Weise belastet.

 

Hier im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz konnten in vergangenen erfolgreichen Studien bereits diverse negative physische und psychische Auswirkungen durch (nächtlichen) Verkehrs- sowie Fluglärm nachgewiesen werden. Lärmbelastung erhöht kontinuierlich unser Stresslevel. Die Stressantwort des Körpers in Form von erhöhter Herzfrequenz und Blutdruck steigert langfristig das Risiko für Arteriosklerose, welche wiederum zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann.
Neben den körperlichen Folgen stellt Verkehrslärm in der Nacht auch ein hohes Risiko für unsere psychische Gesundheit dar. Neben Schlafstörungen, welche unter anderem ein weiterer Stressfaktor sind, entwickelten sich bei einigen Betroffenen vermehrt Depressionen. Da Möglichkeiten zur Lärmreduktion, wie beispielsweise Schallschutzfenster oder Ohrenstöpsel für viele Menschen nicht ausreichend oder umsetzbar sind, benötigt es weitere Aufmerksamkeit als auch Forschungs- und Handlungsbedarf in diesem Themengebiet.
In unserer neuen Studie im Zentrum für Kardiologie untersuchen wir, inwiefern das global weit verbreitete und erfolgreich angewandte Diabetes-Medikament Metformin die Auswirkung von nächtlichem Flugverkehrslärm auf das Gefäßsystem des Menschen beeinflusst.

Ablauf der Studie
Die Untersuchung der Gefäße erfolgt durch die ultraschallgesteuerte Methode der flussvermittelten Vasodilatation (FMD). Außerdem wird eine Blutuntersuchung, eine Echokardiographie, sowie eine radiologische Bildgebung durchgeführt, verschiedene Herz-Kreislaufparameter, und Daten aus mehreren Fragebögen erhoben. Die Probanden durchlaufen insgesamt zwei Testnächte. Eine Nacht, in welcher kein Lärm simuliert wird, dient als Kontrollvariable. In der anderen Nacht werden 60 Flugverkehrsgeräusche in einer definierten Lautstärke simuliert. Während der Testphase nehmen die Probanden das Medikament Metformin, oder ein Placebo-Medikament (Scheinmedikament) ein. Im Vorhinein erfolgt zur Reduktion von Nebenwirkungen eine mehrtägige Eindosierung. Im Anschluss an die Testnächte kommen die Probanden zu uns in die Klinik und durchlaufen die oben genannten Parameter-Erhebungen. Es handelt sich um eine randomisierte doppelverblindete Studie. Das heißt es wird zufällig zugeteilt, ob der/die Proband/in ein Scheinmedikament oder das Medikament mit Wirkstoff erhält. Auch die Reihenfolge der Test-Nächte erfolgt zufällig. Da es doppelverblindet ist, kennen weder Probanden noch Untersuchende die Gruppenzuteilung und die Reihenfolge der Testbedingungen. Außerdem werden Ihre persönlichen Daten pseudonymisiert gespeichert und können durch unautorisierte Dritte nicht mehr zu Ihnen persönlich zugeordnet werden.

Bei weiteren Fragen zu unserem Forschungsvorhaben und bei Interesse an der Studienteilnahme melden sie sich sehr gerne bei unserem Team. Wir freuen uns auf Sie.

Informationen zum Studienpräparat Metformin finden sie hier. (PDF 140,5 KB)
Ausführliche Informationen zur Studie können Sie hier downloaden.(PDF 284,2 KB)