Minimalinvasiver Ersatz der Pulmonalklappe

Seit 2026 haben wir unser Behandlungsangebot erweitert:  für Menschen mit angeborenem oder erworbenem Herzfehler bieten wir nun ein schonenderes Verfahren zum Ersatz der Pulmonalklappe an. 
Im Februar 2026 hat unser interdisziplinäres Team erstmals vier Patient:innen mit Erkrankungen der Pulmonalklappe einen künstlichen Herzklappenersatz ohne Operation am offenen Herzen per Katheter eingesetzt. 

Die Pulmonalklappe, eine der vier Herzklappen, reguliert den Blutfluss zwischen der rechten Herzkammer und den Lungenarterien. Bei angeborenen Herzfehlern oder nach Operationen kann die Herzklappe undicht werden oder sich verengen, so dass sie nicht richtig schließt oder nicht weit genug öffnet. Die Folgen der gestörten Herzklappenfunktion reichen von Luftnot und Erschöpfung bis zu Herzrhythmusstörungen und zunehmender Herzschwäche. Für viele Patient:innen mit meist angeborenen Erkrankungen der Pulmonalklappe waren bisher mehrere Operationen am offenen Herzen die einzige Möglichkeit, die Fehlfunktion zu behandeln. Diese Operationen sind vor allem bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern notwendig, bei denen sich über die Jahre eine Undichtigkeit der Pulmonalklappe entwickelt hat. 
Bei der minimal-invasiven und damit schonenderen neuen Behandlungsmethode wird die selbstexpandierende Pulmonalklappenprothese durch einen Katheter über die Leistenvene bis zum Herzen geführt und präzise an der vorgesehenen Stelle platziert. Dort entfaltet sich die künstliche Klappe und übernimmt sofort ihre Funktion. Eine Operation am offenen Herzen mit anschließendem Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine ist nicht notwendig.
 

Die HarmonyTM-Transkatheter-Pulmonalklappe (HarmonyTM transcatheter pulmonary valve, TPV) ist seit 2025 in Deutschland zugelassen. Die erste Implantation der innovativen Herzklappe erfolgte am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum in München durch das Team von Prof. Dr. Peter Ewert, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, der das Mainzer Operationsteam bei den ersten Eingriffen mit seiner Expertise unterstützte.