Paper of the Month
Paper of the Month April 2026
Risikopatient:innen mit einer akuten Lungenembolie können von einer gezielten ultraschallunterstützten und kathetergesteuerten Therapie profitieren. Das zeigt eine große internationale klinische Studie unter wissenschaftlicher Leitung der Universitätsmedizin Mainz. Untersucht wurde die Wirksamkeit eines minimalinvasiven Verfahrens, bei dem ein thrombolytisches (blutgerinnselauflösendes) Medikament über einen speziellen Katheter direkt in die Lungenarterien verabreicht und das Gerinnsel gleichzeitig mit Ultraschallenergie behandelt wird. Im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie mit blutverdünnenden Medikamenten (Heparin) alleine war die Sterblichkeit oder ein lebensbedrohlicher Kreislaufeinbruch im Studienarm des ultraschall- und katheterbasierten Verfahrens um 61 Prozent geringer. Die Studienergebnisse wurden am 28. März im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Zur Pressemeldung
Paper of the Month März 2026
Paper of the Month Februar 2026
Herzinsuffizienz wird häufig als Endpunkt klassischer kardiovaskulärer Risikokonstellationen verstanden. Zunehmend zeigt sich jedoch, dass Umwelt- und Lebensraumbedingungen wesentlich zur Entstehung und zum Verlauf der Erkrankung beitragen. Dieser Übersichtsartikel fasst die aktuelle Evidenz zu umweltbezogenen Einflussfaktoren auf die Herzinsuffizienz zusammen und ordnet Luft-, Lärm- und Lichtverschmutzung, toxische Metalle, klimatische Belastungen sowie soziale Faktoren in das Konzept des environmental exposome ein. Anhand experimenteller und epidemiologischer Daten werden zentrale pathophysiologische Mechanismen dargestellt, darunter chronischer oxidativer Stress, endotheliale Dysfunktion, neurohumorale Aktivierung, Schlaf- und circadiane Störungen sowie epigenetische Veränderungen. Die verfügbare Evidenz zeigt konsistent, dass diese Expositionen sowohl mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko als auch mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert sind, insbesondere bei sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Der Beitrag unterstreicht die Notwendigkeit, Umweltfaktoren stärker in Prävention, Risikostratifizierung und Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz einzubeziehen.
"Paper of the Month" Januar 2026
In dieser internationalen prospektiven Kohorte aus neun europäischen und nordamerikanischen Zentren wurden 1001 Patienten und Patientinnen mit Angina und nicht-obstruktiven Koronararterien mittels adenosin- und acetylcholinbasierter Koronarfunktionstests untersucht. Dabei wurden acht hämodynamische Endotypen identifiziert – darunter erhöhter Ruhefluss, erhöhte oder kompensierte mikrovaskuläre Resistenz, epikardialer bzw. mikrovaskulärer Spasmus, endotheliale Dysfunktion, Ischämie ohne hämodynamische Veränderungen und verstärkte kardiale Nozizeption. Etwa 20% zeigten multiple Endotypen, 23% normale Befunde. Jeder Endotyp war mit spezifischen klinischen Merkmalen assoziiert. Ein Delphi-Konsens definierte eindeutige endotyp-spezifische Therapieempfehlungen und ermöglicht eine mechanistikgeleitete, stratifizierte ANOCA-Therapie.
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"Paper of the Month" November 2025
"Paper of the Month" Oktober 2025
philipp.lurz@unimedizin-mainz.de
Sehen Sie dazu bitte auch folgendes Interview: