Risiko senken bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit
- durch Patienten-Empowerment gemeinsam Gesundheits-Ziele erreichen
„Die Einstellung von Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder einer Fettstoffwechselerkrankung ist bei Patienten mit Arterienverkalkungen in Herz, Bein und Halsschlagadern sehr wichtig. Im klinischen Alltag stellt uns das jedoch täglich vor große Herausforderungen. Wir möchten die Patientinnen und Patienten stärker einbeziehen, um gemeinsam die die Gesundheitsziele zu erreichen.“
Univ.-Prof. Dr. med. Christine Espinola-Klein
Gerade Patienten mit einer Durchblutungsstörung der Beinarterien, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), haben ein hohes Risiko für Herzinfarkte und sind von einer Beinamputation bedroht. Die Behandlung einer Fettstoffwechselstörung mit der Einstellung des Low Density Lipoprotein Cholesterins (LDL-Cholesterin) kann die Prognose wesentlich verbessern. Deshalb empfehlen alle Leitlinien die Senkung des LDL-Cholesterins auf Werte unter 55 mg/dL. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass gerade Patienten mit pAVK nur selten die in Leitlinien empfohlenen Zielwerte für das LDL-Cholesterin erreichen.
Bei der pAVK kommt es zu Einengungen und Verschlüssen der Arterien, die unsere Extremitäten, das heißt Arme und Beine, mit Blut versorgen. Ursache ist eine fortschreitende Verkalkung der Arterien, die Arterienverkalkung. Diese wird durch verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselerkrankungen und eine genetische Veranlagung („familiäre Disposition“) verursacht. Symptome sind Schmerzen beim Laufen, die nach einer kurzen Pause nachlassen, weshalb die Erkrankung auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet wird. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Schmerzen in Ruhe, aber auch zu Wunden kommen.
Die Arterienverkalkung betrifft immer alle Arterien im Körper, einige mehr andere weniger stark. Bei einer pAVK sind die großen Arterien der Beine und Arme betroffen, und es besteht in den meisten Fällen auch eine Arterienverkalkung der Herzkranzarterien – die koronare Herzerkrankung (KHK). Weil sich die Patientinnen und Patienten mit einer pAVK nicht gut belasten können, fehlen oft Warnsymptome wie Brustschmerzen („Angina pektoris“) oder Luftnot („Dyspnoe“), und die KHK wird nicht rechtzeitig erkannt.
Das LDL-Cholesterin ist ein wesentlicher Bestandteil der atherosklerotischen Plaques. Ist zu viel LDL-Cholesterin im Blut, gelangt es in die Wand der Arterien, wo es eine chronische Entzündung verursacht. Diese Entzündung führt zu weiteren Mechanismen, die schließlich zu einer Einengung oder sogar zum Verschluss der Arterien führen.
Das Erreichen der LDL-Cholesterin-Zielwerte ist besonders für Hochrisikopatienten mit pAVK extrem wichtig. Bei niedrigem LDL-Cholesterin erleiden die Patienten weniger Herzinfarkte und weniger Amputationen, leben länger und können besser laufen. Durch die Senkung des LDL-Cholesterins wird daher die Prognose der Erkrankung wesentlich verbessert.
Wir sind der festen Überzeugung, dass man die Gesundheitsziele nur erreichen kann, wenn man die Patientinnen und Patienten aktiv einbezieht. Wir nutzen dazu ein gezieltes Patienten-Empowerment, das wir gemeinsam mit unserer Klinik für Psychosomatik entwickelt haben. Das Programm beinhaltet eine gezielte Information und Aufklärung, regelmäßige Telefonate und Kontrollen der Blutwerte. Aktuell untersuchen wir in einem wissenschaftlichen Projekt, ob man mit einem Patienten-Empowerment die Erreichung der LDL-Cholesterin-Zielwerte verbessern kann.
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Univ.-Prof. Dr. med. Christine Espinola-Klein
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