Luftnot verstehen trotz erhaltener Herzfunktion – das HFpEF-Programm
„Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) ist häufig und hat viele Ursachen. Erst wenn wir diese beim einzelnen Patienten im Detail verstehen, können wir die richtigen Stellschrauben bewegen - und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.“
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Karl-Philipp Rommel
Luftnot trotz normaler Pumpfunktion des Herzens, die Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Funktion (HFpEF), ist eine der größten diagnostischen Herausforderungen der modernen Kardiologie. Unser HFpEF-Programm steht für eine präzise, interdisziplinäre Abklärung mit dem Ziel, individuelle Mechanismen zu identifizieren und gezielt zu behandeln.
Luftnot bei Belastung ist ein häufiges Symptom. Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) ist ebenfalls häufig, aber nicht die einzige mögliche Ursache für Luftnot.
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Sie:
- neu aufgetretene oder zunehmende Luftnot bei körperlicher Belastung bemerken
- eine eingeschränkte Belastbarkeit im Alltag verspüren
- wiederholt unklare Luftnot haben, trotz unauffälliger Standarduntersuchungen
- bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Vorhofflimmern haben
- bereits wegen Herz- oder Lungenerkrankungen in Behandlung sind, sich Ihre Symptome aber verändern
Wir prüfen systematisch, ob Ihre Beschwerden vom Herzen ausgehen und ob eine Herzschwäche als Ursache infrage kommt.
HFpEF ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein komplexes Syndrom mit unterschiedlichen Ursachen. Dazu zählen unter anderem Speichererkrankungen des Herzmuskels, eine erhöhte Steifigkeit des Herzens durch bindegewebigen Umbau, Herzrhythmusstörungen, Veränderungen der großen Gefäße im Körper- und Lungenkreislauf, Durchblutungsstörungen des Herzens einschließlich mikrovaskulärer Dysfunktion, ein erhöhter Sympathikotonus sowie Nierenfunktionsstörungen im Sinne eines kardiorenalen Syndroms.
An der Universitätsmedizin Mainz haben wir die Möglichkeit, diese Ursachen umfassend und strukturiert abzuklären. Unsere besondere Expertise liegt darin, die individuellen Mechanismen Ihrer Beschwerden zu identifizieren und gezielt zu adressieren.
So schaffen wir die Grundlage für eine maßgeschneiderte und wirksame Therapie.
Die Grundlage unseres Programms ist eine umfassende, strukturierte und individualisierte Diagnostik. Ziel ist es, die Ursachen der Luftnot differenziert zu verstehen und spezifische Pathomechanismen zu identifizieren.
Unser diagnostischer Ansatz umfasst:
- Umfassende Echokardiographie
- Kardiale MRT und CT
- Nicht-invasive und invasive hämodynamische Belastungsuntersuchungen (inkl. Fahrradergometrie und Charakterisierung mittels Druck-Volumen-Beziehungen)
- Lungenfunktionsdiagnostik
- Bestimmung der Gefäßsteifigkeit
- Invasive koronare und myokardiale Diagnostik (inkl. Herzmuskelproben)
Durch die Kombination dieser Verfahren gelingt es, auch komplexe und multifaktorielle Ursachen der Symptomatik präzise zuzuordnen.
Auf Basis dieser differenzierten Diagnostik erfolgt eine individuell angepasste Therapie:
- Leitliniengerechte medikamentöse Therapie
- Interventionelle Therapie von Herzklappenerkrankungen
- Behandlung im Rahmen innovativer Interventionsstudien je nach Phänotyp
Als universitäres Zentrum integrieren wir moderne, pathophysiologisch ausgerichtete Therapien, in der Regel im Rahmen klinischer Studien:
- Modulation des Sympathikotonus (etwa renale und pulmonalarterielle Denervation)
- Implantation interatrialer Shunts (zum Beispiel vom linken Vorhof zum Koronarsinus)
- Charakterisierung und Therapie der mikrovaskulären Dysfunktion
- Interventionelle Therapie des Vorhofflimmerns (Pulmonalvenenisolation, PVI)
- Behandlung des kardiorenalen Syndroms mittel verschiedener Devices
Kontakt und Termine:
06131-176359
Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Karl-Philipp Rommel
PD Dr. med. Karl-Philipp Rommel
Leitender Oberarzt
Zentrum für Kardiologie
karl-philipp.rommel@unimedizin-mainz.de