Brustschmerzen ohne Engstellen – gibt es das wirklich?
"Nicht alles, was man nicht sehen kann, ist zwangsläufig gesund. Inzwischen wissen wir, dass viele Patientinnen und Patienten an Erkrankungen der mikroskopischen Gefäße leiden. Diese Art von Erkrankungen, die heute zuverlässig diagnostiziert werden können, haben einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten und können erfolgreich behandelt werden in spezialisierte Zentren. Es ist an der Zeit, dieser stärker Rechnung zu tragen."
Dr. Univ.-Prof. Dr Tommaso Gori, Leitender Oberarzt Herzkatheterlabor
Mit mehr als 300 Untersuchungen pro Jahr steht unser Zentrum an vorderster Front in Forschung, Diagnostik und Therapie von Patientinnen und Patienten mit Angina pectoris infolge einer gestörten Funktion der Herzkranzgefäße.
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Koronare mikrovaskuläre Dysfunktion ist eine Störung der kleinen Herzgefäße, die sich nicht ausreichend erweitern können und dadurch die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigen.
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Koronarspasmus ist eine vorübergehende Verengung von Herzkranzgefäßen durch einen Gefäßkrampf, die zu einer akuten Minderdurchblutung führt.
Beide können Angina pectoris verursachen, auch ohne sichtbare Engstellen der großen Gefäße.
Typische Symptome sind:
- Brustschmerzen (Angina pectoris) – oft drückend oder brennend
- Belastungsabhängige Beschwerden (bei mikrovaskulärer Dysfunktion) oder auch in Ruhe (häufig bei Spasmus)
- Atemnot
- Engegefühl in der Brust, manchmal ausstrahlend in Arm, Hals oder Rücken
- Erschöpfung oder verminderte Belastbarkeit
Ja, es ist therapierbar: medikamentös oder interventionell (mit Implantaten)
Beide Erkrankungen sind behandelbar, auch wenn die Therapie oft individuell angepasst werden muss.
Ziele der Behandlung sind:
Linderung der Symptome (v. a. Angina pectoris)
Verbesserung der Lebensqualität
Vermeidung von Ischämie und Folgekomplikationen
Adressierung der zugrunde liegenden Funktionsstörung (z. B. Vasodilatation verbessern oder Spasmen verhindern)
Wussten Sie schon?
Bei einer mikrovaskulären Dysfunktion liegt die Erklärung nicht in den großen, gut darstellbaren Herzgefäßen, sondern das Problem geht von den kleinen, feinverzweigten Blutgefäßen aus. Dann kann es zu ähnlichen Beschwerden wie Angina-pectoris-Symptomen kommen.
Wenn Sie die obengenannten Beschwerden haben obwohl Ihnen attestiert wurde, dass Ihre Herzkranzgefäße frei von Ablagerungen sind, sprechen Sie uns an.
Kontakt und Termine
Sie erreichen uns unter:
tommaso.gori@unimedizin-mainz.de
helen.ullrich@unimedizin-mainz.de
Univ.-Prof. Dr. Tommaso Gori
Leiter Herzkatheterlabor
DZHK-W3-Professur
tommaso.gori@unimedizin-mainz.de