Visual Universitätsmedizin Mainz

17. Mai 2019

„Die Genschere CRISPR-CAS9 – Eine Bestandsaufnahme“

Fortsetzung der Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” am 22. Mai

Genetische Eigenschaften gezielt auszuschalten, zu verändern oder zu ersetzen, ist mit der Genschere CRISPR-Cas9 möglich. Entwicklung, Hintergründe, aktueller Kenntnisstand sowie Chancen und Risiken der Gentechnik CRISR-CAS9 erläutert der nächste Vortrag der Reihe „Medizin: Faszination Forschung” am 22. Mai. Referentin Dr. Hildegard Kaulen, Molekularbiologin sowie Wissenschafts- und Medizinjournalistin, Moderator Prof. Dr. Gerhard Kruip, Katholisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der ebenfalls anwesende Justizminister von Rheinland-Pfalz Herbert Mertin, werden auch die ethischen und juristischen Aspekte thematisieren. Die Veranstaltung der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz beginnt um 19.15 Uhr und findet im Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Eintritt ist frei.

Im Erbgut vieler Bakterien treten Abschnitte sich wiederholender DNA (repeats) auf, sogenannte CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats). Die Erkenntnis, dass diese CRISPR-Sequenzen zusammen mit einem Enzym namens Cas9 die Manipulation des Erbguts erlauben, ist den Wissenschaftlerinnen Jennifer Doudna und Emanuelle Charpentier zu verdanken. Sie begriffen als erste, dass mit diesem gentechnischen Verfahren jedes Gen auf fast beliebige Weise verändert werden kann: Einzelne DNA-Buchstaben werden ausgetauscht, Teile des Gens gelöscht oder durch neue Bereiche ergänzt. Damit erlangten die zwei Forscherinnen weltweite Bekanntheit.

Die Genchirurgie hat das Potential Erbkrankheiten wie beispielsweise Mukoviszidose oder erworbene Krankheiten wie Krebs zu heilen. Die Risiken einer derartigen Bearbeitung von Genen sind jedoch bisher weitgehend unbekannt. Zudem macht die Allround-Schere auch Eingriffe in die Keimbahn des Menschen möglich. Dadurch ließe sich die genetische Ausstattung der Menschen auf immer mit unübersehbaren Folgen verändern.

Der Deutsche Ethikrat hat am 9. Mai 2019 eine Stellungnahme zu Eingriffen in die menschliche Keimbahn veröffentlicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Experten berufen, die international Handlungsempfehlungen für die Genom-Editierung erarbeiten. Das Magazin "Science" bewertete die Erkenntnis als wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2015. Die Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” beleuchtet am 22. Mai also ein hochspannendes Thema.

 

Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen!

Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender!

 

Weiterer Termin im Sommersemester 2019:
19.06.2019      100 Jahre Gesichtsrekonstruktion –
                     Die Anfänge im 1. Weltkrieg bis zum Gesicht aus dem 3D-Drucker

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger e. m.,
Vorsitzender der Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail:  junginger@uni-mainz.de

 

Pressekontakt:

Barbara Reinke, Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7428, Fax: 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.600 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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