Hintergrund
Aufgabe des Projekts war es, die Zahl der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 – die Inzidenz – mittels einer Sentinel-Kohorte in fünf rheinland-pfälzischen Städten als Kristallisationspunkte wöchentlich zu ermitteln. Damit sollte eine Datengrundlage geschaffen werden, die es ermöglicht die gesundheitliche Situation der Bewohner:innen von RLP kontinuierlich zu erfassen, um bei steigenden Neuinfektionen frühzeitig und gezielt Maßnahmen zum Infektionsschutz ergreifen zu können und auch das Auftreten von Spätfolgen einer SARS-CoV-2 Infektion zu vermeiden.
Das Surveillance- und Frühwarnsystem (SentiSurv RLP) lieferte somit unter Berücksichtigung der Dunkelziffer regionale Daten zur Bevölkerungsgesundheit, insbesondere zu SARS-CoV-2 Infektionen, in Rheinland-Pfalz auf einem Dashboard. Dazu testeten sich ca. 14.000 Personen aus bevölkerungsrepräsentativen Gruppen in den Städten Mainz, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen und Trier von Dezember 2022 bis Ende März 2024 regelmäßig mit Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden nach weiteren Informationen zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Die Daten wurden von den Teilnehmenden digital über eine Smartphone-App übermittelt.
Ziele
Grundlegende Ziele:
- Evaluation eines Smartphone-App-basiertes Frühwarnsystems zum Schutz vor zukünftigen, nicht nur pandemiebedingten Gefährdungen der Bevölkerungsgesundheit in Rheinland-Pfalz
- Hilfe, bei Bedarf frühzeitig zielgerichtete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können und damit einschneidende Eingriffe in das öffentliche Leben möglichst zu vermeiden
Damit verbundene Ziele:
- Regionale Neuinfektionen inklusive Dunkelziffer zu erfassen
- Wissentliche und unwissentliche Infektionen zu erkennen
- Daten transparent in einem Dashboard zur Verfügung zu stellen
Umsetzung
Teilnehmen konnten alle Personen ab 18 Jahren, die zufällig aus den Einwohnermeldeämtern der Städte Mainz, Koblenz, Trier, Kaiserslautern und Ludwigshafen gezogen wurden und eine Einladung per Post erhalten haben. Insgesamt wurden 14.000 Personen für das Projekt eingeschlossen. Durch die zufällige Ziehung über Einwohnermeldeämter, die die Alters- und Geschlechtsverteilung der jeweiligen Städte berücksichtigt, konnte eine repräsentative Stichprobe gewonnen werden. Dies ermöglichte wiederum, dass verlässliche Aussagen über das Infektionsgeschehen in der rheinland-pfälzischen Bevölkerung getroffen werden konnten.
Die Ziehung einer zufälligen Stichprobe wurde vorab durch den Datenschutzbeauftragten der Universitätsmedizin geprüft und freigegeben. Eine solche Registerauskunft im öffentlichen Interesse ist unter §46 MG abgedeckt.
Den Teilnehmenden wurden Pakete mit SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests kostenlos per Post zugeschickt. Für das Projekt wurde eine Smartphone-App (SentiSurv RLP App) entwickelt. Die Ergebnisse der wöchentlichen Antigen-Schnelltests sowie weitere relevante Informationen wurden in die App eingetragen und digital an das SentiSurv-Team übermittelt. Die Erhebung der Daten erfolgte ausschließlich über die SentiSurv RLP App, um den Aufwand der Teilnehmenden zu reduzieren. Die Daten wurden anschließend kontinuierlich ausgewertet und auf dem Dashboard in einer anschaulichen Art und Weise zur Verfügung gestellt.