UM-Patientengeschichte: Die chronische Lungenembolie – eine oft unerkannte Gefahr für die Herzgesundheit
Mehrere Jahre nachdem Jutta Fritzsche eine Lungenembolie erlitten hat, wird bei ihr eine seltene, aber schwerwiegende Spätfolge diagnostiziert: Sie hat eine chronische Lungenembolie entwickelt, die ihre Herzgesundheit gefährdet. Zur Behandlung setzen die Expert:innen an der UM die sogenannte Ballon-Pulmonalis-Angioplastie (BPA) – ein hochmodernes, minimalinvasives Verfahren – ein.
2018 erhält Jutta Fritzsche die Diagnose Lungenembolie. Blutgerinnsel haben Gefäße in ihrer Lunge verstopft. „Ich wurde mit Medikamenten behandelt und es ging mir wieder gut", erinnert sie sich. Doch sechs Jahre später beginnt eine Kurzatmigkeit sie immer stärker zu belasten, selbst kurze Wege kann sie nicht mehr am Stück zu Fuß gehen. An der UM erkennt Embolie-Spezialist PD Dr. Dr. Lukas Hobohm vom Zentrum für Kardiologie, dass Jutta Fritzsche an einer Folgeerkrankung ihrer Lungenembolie leidet: „Werden die Blutgerinnsel in der Lunge bei einer akuten Embolie nicht richtig abgebaut, können sie chronisch werden. Die Folge können irreversible Schäden am Herzen sein."
Rund drei Prozent der Patient:innen mit einer akuten Lungenembolie entwickeln später eine chronische Lungenembolie – die oft unerkannt bleibt. Darum betreiben Lukas Hobohm und sein Team intensive Aufklärung. Um die Verschlüsse in den tiefliegenden Gefäßen der Lunge zu lösen, setzen die Expert:innen an der UM auf die sogenannte Ballon-Pulmonalis-Angioplastie, kurz BPA. „Ein Katheter wird in die Lungengefäße eingeführt, die dann mit einem Ballon geweitet werden. So werden die Verschlüsse beiseitegeschoben, das Blut zirkuliert wieder“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Tommaso Gori, Leiter des Herzkatheterlabors der UM.
Das hochmoderne, minimalinvasive Verfahren kommt auch bei Jutta Fritzsche zum Einsatz. Die Verschlüsse in ihrer Lunge werden in mehreren Schritten beseitigt, die Behandlung ist ein Erfolg und keine große Belastung: „Man spürt nichts davon, außer, dass es mir von Sitzung zu Sitzung viel besser geht! Und das Pflegeteam am Zentrum für Kardiologie ist unglaublich nett und fürsorglich!“ Inzwischen fährt Jutta Fritzsche sogar wieder Rad – zum Beispiel zu ihren Enkeln, für die sie nun endlich wieder Luft hat.