Visual Universitätsmedizin Mainz

15. Dezember 2016

Klinik für Frauengesundheit als erstes Dysplasiezentrum in Rheinland-Pfalz zertifiziert

Höchste Qualität in der Krebsvorsorge an der Universitätsmedizin Mainz

Die Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie (AGCPC) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) haben an der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz das erste Dysplasiezentrum in Rheinland-Pfalz zertifiziert. An dieses können sich Frauen wenden, um Hautveränderungen der äußeren und inneren Genitale –fachsprachlich als Dysplasien bezeichnet – abklären zu lassen. Solche Veränderungen sind potentielle Vorstufen für eine Krebserkrankung.

Ein wichtiger Faktor für das Entstehen von Zellveränderungen am Muttermund, sogenannter Dysplasien, und das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit Viren, sogenannten Humanen Papilloma Viren (HPV). HPV führt zwar nur in den wenigsten Fällen tatsächlich zu einer Krebsentstehung, ist aber in den allermeisten Fällen eine Voraussetzung dafür, dass ein Gebärmutterhalskrebs überhaupt entstehen kann. Um diese und andere potentielle Vorstufen frühzeitig zu erkennen, und sie gut und in der Regel ambulant behandeln zu können, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig – zumal Dysplasien keine Beschwerden verursachen und daher von der Patientin in der Regel nicht selbst bemerkt werden.

„Je früher eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, umso höher sind die Heilungschancen – das gilt gerade auch für gynäkologische Tumoren. Der Vorsorge kommt eine wichtige Bedeutung zu“, so Prof. Dr. Babette Simon, Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. „Ich freue mich daher sehr, dass unser Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) um ein weiteres Zentrum bereichert wird – welches genau diese Vorsorge bei gynäkologischen Tumoren in den Fokus nimmt.“

„Auch wenn nicht jede Dysplasie zu einer bösartigen Erkrankung ausartet: Bei fehlender Verlaufskontrolle und insbesondere bei notwendiger, aber fehlender Behandlung kann aus einer Dysplasie ein bösartiger Tumor werden“, betont Oberärztin Dr. Roxana Schwab, die das nun zertifizierte Dysplasiezentrum an der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit leitet. „Von unseren jährlich rund 600 Dysplasie-Patientinnen weisen etwa 30 bis 40 Prozent einen hohen und damit dringend behandlungsbedürftigen Schweregrad der Erkrankung auf.“

An das Dysplasiezentrum können sich Frauen wenden, deren äußeres und inneres Genitale Hautveränderungen aufweisen. Die Experten der Universitätsmedizin Mainz klären nach auffälligen Abstrichen bei der Krebsvorsorge unklare Befunde an Gebärmutterhals, Scheide und Schamlippen (Vulva) ab und behandeln chronische Infektionen und Hautveränderungen im Bereich der Genitale.

„Es gibt drei Schweregrade der Veränderung. Leichtgradige Veränderungen bilden sich meist spontan zurück und auch bei mittelgradigen ist dies häufig der Fall. Hochgradige Vorstufen müssen in der Regel operativ entfernt werden“, so Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg, Direktorin der Frauenklinik. „Als zertifiziertes Dysplasiezentrum können wir gemeinsam mit den niedergelassenen Kollegen unsere Patientinnen individuell und in allen Phasen der Behandlung optimal versorgen. Durch eine große Anzahl an Untersuchungen haben unsere Gynäkologen sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet.“

Dabei steht ihnen ein großes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung – wie beispielsweise konservativ medikamentöse Behandlungen, die Schlingenkonisation, die Laserbehandlung, minimal-invasive Operationen und falls erforderlich plastische Rekonstruktionen des äußeren Genitale. Durch die vom zertifizierten Zentrum angebotenen Fortbildungen geben die Experten ihr Wissen regelmäßig an niedergelassene Gynäkologen und Ärzte andere Kliniken weiter – was letztlich wieder den Patientinnen zugutekommt.

Der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte Rheinland-Pfalz, Sanitätsrat Dr. Werner Harlfinger, zeigt sich über das ausgezeichnete Versorgungsangebot des Dysplasiezentrums der Universitätsmedizin Mainz und dessen sehr guten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen erfreut: „Ich bin sehr froh, dass die Universitätsmedizin Mainz über ein Dysplasiezentrum verfügt und gratuliere zur offiziellen Zertifizierung. Es ist die einzige zertifizierte Einheit in Rheinland-Pfalz und ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit.“

Eine Dysplasiesprechstunde gibt es an der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit bereits seit zehn Jahren. Da dort jährlich mehr als 300 Untersuchungen stattfinden, das gesamte Spektrum der operativen Therapie zur Verfügung steht und zudem die Behandlung der Patientinnen von der Diagnose bis zur Therapie gebündelt erfolgt, erfüllt die Frauenklinik nicht nur die Anforderungen an eine Dysplasiesprechstunde, sondern auch die höheren, für eine Zertifizierung als Dysplasiezentrum erforderlichen Richtlinien. Die Zertifizierung als Dysplasiezentrum belegt den hohen Qualitätsstandard in der Versorgung der Betroffenen. Die Auditoren hoben in ihrem Bericht besonders hervor, dass die Diagnostik und die operative Versorgung den höchsten internationalen Standards entsprechen.

 

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg,
Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7311, Fax 06131 17-3415,
E-Mail:  annette.hasenburg@unimedizin-mainz.de

Dr. Roxana Schwab,
Leiterin des Dysplasiezentrums und Oberärztin am Gynäkologischen Krebszentrum an der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit,
Telefon 06131 17-2487, Fax 06131 17-5692, E-Mail:  roxana.schwab@unimedizin-mainz.de


Pressekontakt
Barbara Reinke,
Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496,
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de