Fachweiterbildung
'Fachpflege für psychische Gesundheit'
Die zweijährige landesrechtlich geregelte berufliche Fachweiterbildung 'Fachpflege für psychische Gesundheit' ist für examinierte Pflegefachpersonen, die ihre berufliche Handlungskompetenz in einem anspruchsvollen und vielfältigen Bereiche der Gesundheitsversorgung fördern und erweitern möchten, von entscheidender Bedeutung.
Der Bereich der psychiatrischen Versorgung ist komplex und hochsensibel. Er umfasst die ambulante und stationäre Versorgung von erkrankten Menschen, die komplexe Versorgungssituationen aufweisen und eine spezielle pflegerische und medizinische Versorgung und Betreuung benötigen. Für diese spezielle und weitreichende Versorgung und Betreuung sind spezifische berufliche Handlungskompetenzen sowie übergeordnete Schlüsselqualifikationen erforderlich. Diese werden innerhalb der fachspezifischen Weiterbildung gefördert und entwickelt.
Jedes zweite Jahr am 1. Dezember (in den Jahren mit ungerader Jahreszahl).
Dauer:
- Die Weiterbildung dauert 2 Jahre berufsbegleitend.
Kosten:
- Die Kosten für Kooperationspartner belaufen sich auf derzeit 5.000,00 € pro Weiterbildungsteilnehmerin bzw. Weiterbildungsteilnehmer.
- Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz erhebt am Ende der Fachweiterbildung Prüfungsgebühren.
Die Weiterbildung findet berufsbegleitend in der Theorie und in der Praxis statt.
Der theoretische Unterricht umfasst mindestens 720 Unterrichtsstunden in folgenden Modulen:
- Zwei Basismodule: insgesamt 90 Stunden
- Sieben Spezialisierungsmodule: insgesamt 520 Stunden
- Ein Ergänzungsmodul: insgesamt 110 Stunden
Der praktische Einsatz umfasst mindestens 1.280 Zeitstunden, davon mindestens 210 Std. in folgenden Einsatzbereichen:
- Begleitung von Menschen in akuten Krisen (akutstationärer Einsatz)
- Begleitung von Menschen mit langfristigem Versorgungsbedarf (stationärer Einsatz)
- Begleitung von Menschen im außerstationären Kontext (ambulanter/teilstationärer Einsatz)
- Begleitung von Menschen im außerklinischen Kontext (komplementärer Einsatz)
- Begleitung von Menschen in der gerontopsychiatrischen Pflege (gerontopsychiatrischer Einsatz)
- Freie Wahlmöglichkeit im Bereich der psychiatrischen Versorgungslandschaft
Modulübersicht:
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Basismodul 1 |
Beziehung achtsam gestalten |
60 Stunden |
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Basismodul 2 |
Systematisches Arbeiten |
30 Stunden |
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Spezialisierungsmodul 1 |
Berufliche Rollenidentität im gesellschaftlichen Kontext entwickeln |
60 Stunden |
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Moduleinheit 1 |
Psychiatrie im Kontext von Geschichte und Recht verstehen |
20 |
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Moduleinheit 2 |
Psychiatrische Versorgungslandschaft, Versorgungs- und Behandlungsaufträge kennen und unterscheiden |
20 |
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Moduleinheit 3 |
Persönliches Wachstum durch Reflexion des eigenen Berufsbildes und der eigenen beruflichen Rolle gestalten |
20 |
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Spezialisierungsmodul 2 |
Menschenbild, Krankheitsverständnis und Paradigmen vor einem fachlichen Hintergrund verstehen und reflektieren |
40 Stunden |
|---|---|---|
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Moduleinheit 1 |
Gegenwärtige Paradigmen in der Psychiatrie analysieren und reflektieren |
20 |
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Moduleinheit 2 |
Psychische Störungen in gesellschaftlichen Lebenszusammenhängen begreifen und in den Kontext einer lebensweltorientierten Pflegebeziehung setzen |
20 |
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Spezialisierungs- modul 3 |
Gespräche im psychiatrischen Versorgungskontext gestalten |
50 Stunden |
|---|---|---|
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Moduleinheit 1 |
Spezielle Gesprächssituationen im psychiatrischen Setting gestalten |
30 |
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Moduleinheit 2 |
Komplexe Fallzusammenhänge mit der Methode der kollegialen Beratung bearbeiten |
20 |
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Spezialisierungsmodul 4 |
Akut psychisch erkrankte Menschen und psychiatrische Krisenintervention begleiten |
120 Stunden |
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Moduleinheit 1 |
Psychiatrische Krankheitsbilder und Diagnostik als Vorbereitung des Pflegeprozesses verstehen |
40 |
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Moduleinheit 2 |
Akut psychisch kranke Menschen behandeln und begleiten |
40 |
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Moduleinheit 3 |
Professionelle Krisenbegleitung und Begleitung bei Gewalt, Suizidalität und herausforderndem Verhalten gestalten |
40 |
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Spezialisierungsmodul 5 |
Patientengruppen sicher leiten |
60 Stunden |
|---|---|---|
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Moduleinheit 1 |
Verschiedene Gruppeneinheiten planen und implementieren |
15 |
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Moduleinheit 2 |
Gruppen leiten und Prozesse evaluieren |
30 |
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Moduleinheit 3 |
Psychiatrisch zu Pflegende und Therapieeinheiten reflektieren und analysieren |
15 |
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Spezialisierungsmodul 6 |
Fallsteuerung bei langfristigem Versorgungsbedarf im Rahmen psychischer Erkrankungen und Einschränkungen |
130 Stunden |
|---|---|---|
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Moduleinheit 1 |
Entstehungsfaktoren und Erklärungsmodelle chronischer Krankheitsverläufe erkennen, verstehen und beeinflussen |
30 |
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Moduleinheit 2 |
Lebensweltorientierte Interventionen im Rahmen von Konzepten zur Prävention und Gesundheitsförderung anwenden |
70 |
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Moduleinheit 3 |
Pflegerische Fall und Behandlungssteuerung im psychiatrischen Versorgungskontext mit Instrumenten des Pflegeprozesses koordinieren und durchführen |
30 |
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Spezialisierungsmodul 7 |
Beziehung und Begleitung in komplexen und instabilen Lebenssituationen gestalten |
60 Stunden |
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Moduleinheit 1 |
Reifungsbedingte und traumabedingte Krisen verstehen und pflegerisch-professionell begleiten |
40 |
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Moduleinheit 2 |
Konfliktmanagement und funktionale Konfliktlösestrategien entwickeln und im Pflegeprozess individuenorientiert gestalten |
20 |
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Ergänzungsmodul 1 |
Professionelle Beziehung in unterschiedlichen Settings gestalten (wird von den WBS individuell entwickelt) |
110 Stunden |
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Umsetzung des theoretischen Unterrichtes:
- Der theoretische Unterricht findet an einem bis drei festgelegten Tag in der Woche statt.
- Der Unterricht erfolgt durch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Weiterbildungsstätte und durch die Dozentinnen und Dozenten der Fachbereiche.
- Die Unterrichtsmethoden orientieren sich an den Zielen der Erwachsenenbildung.
Umsetzung des praktischen Unterrichtes:
- Der Unterricht in der Praxis erfolgt zum einen durch Praxisanleitungen mit Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter mit zusätzlich abgeschlossener Fachweiterbildung in den jeweiligen Einsatzbereichen statt (mind. 128 Zeitstunden).
Zusätzlich finden Praxisbegleitungen durch Diplom Pflegepädagoginnen und Diplom Pflegepädagogen, Bachelor- und Masterabsolventinnen und Bachelor- und Masterabsolventen (mind. 64 Zeitstunden). - Die Praxiseinsätze in den verschiedenen Fachdisziplinen werden von der Weiterbildungsstätte geplant.
Ein Jahr Berufserfahrung im Bereich der psychiatrischen Pflege nach der grundständigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.
Haben Sie bereits eine Fach- oder Funktionsweiterbildung nach der Weiterbildungsordnung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz abgeschlossen? Dann können Sie sich die Prüfungsleistungen der Basismodule anrechnen lassen. Hierzu wird bei Weiterbildungsbeginn die Weiterbildungsbescheinigung, die Modulbescheinigungen und ein formloser Antrag benötigt.
Modulprüfungen:
Jedes Modul schließt mit Modulprüfung(-en) ab.
Abschlussprüfungen:
- Eine praktische Prüfung.
- Eine schriftliche Hausarbeit.
- Ein Abschlusskolloquium.
Abhängig von der zuvor absolvierten Berufsausbildung lautet die Weiterbildungsbezeichnung:
- Fach-Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Fach- und Gesundheitskrankenpfleger für psychische Gesundheit
- Fach-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bzw. Fach-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger für psychische Gesundheit
- Fach-Altenpflegerin bzw. Fach- Altenpfleger für psychische Gesundheit
- Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann (ggf. mit Zusatz: Bachelor) für psychische Gesundheit
Wir möchten Sie dabei unterstützen die Weiterbildung mit dem bestmöglichen Ergebnis abzuschließen. In unserer Weiterbildungsstätte bieten wir Ihnen eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten und Möglichkeiten zum Lernen und Arbeiten. Wir stellen Ihnen eine ausreichende Anzahl an Kursräumen sowie einen PC-Raum mit Zugang zur Bibliothek der Universität Mainz zur Verfügung. Zudem befindet sich vor Ort eine Fachbibliothek.
Weitere Informationen finden Sie hier: Was die Weiterbildung bei uns auszeichnet
Falls Sie an einer Weiterbildung bei uns interessiert sind, bitten wir um folgende Unterlagen:
- Bewerbungsschreiben
- Lebenslauf mit Lichtbild
- Kopie der Berufserlaubnis/Berufsurkunde (amtlich beglaubigt, falls keine Mitgliedschaft bei der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz besteht)
- Kopie des Prüfungszeugnisses der Pflegeausbildung
- Mitgliedsnummer der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz für Bewerber:innen, die in Rheinland-Pfalz beschäftigt sind
- Kopie des Arbeitszeugnisses/Zwischenzeugnisses
- Sollte keine Tätigkeit in Rheinland-Pfalz vorliegen, wird eine Arbeitgeberbescheinigung über das Arbeitsverhältnis benötigt
Eine Checkliste für die Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen können Sie hier(PDF 128,7 KB) herunterladen.
Die Bewerbung , in einer PDF-Datei zusammengefasst, geht an: stephanie.amberger@unimedizin-mainz.de
oder per Post an: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen
z.H. Stephanie Amberger
Am Pulverturm 13
55131 Mainz
Bewerbungen sind jederzeit möglich.
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass ggf. anfallende Reisekosten für das Bewerbungsgespräch von der Universitätsmedizin Mainz nicht erstattet werden können.
Ansprechperson
Stephanie Amberger
Leiterin Weiterbildung Fachpflege für psychische Gesundheit
M.A. Pädagogik für Gesundheit und Pflege
Pflegefachperson für psychiatrische Pflege