Informationen für Patienten
Die Diagnose Lungenkrebs ist ein tiefgreifender Einschnitt – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Familien und Angehörigen. Unser zertifiziertes Lungenkrebszentrum begleitet Sie in allen Phasen der Erkrankung mit medizinischer Exzellenz, interdisziplinärer Zusammenarbeit und menschlicher Zuwendung. Gemeinsam stehen wir an Ihrer Seite – von der ersten Verdachtsdiagnose bis in die Nachsorge.
Was ist Lungenkrebs?
Lungenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Atemwege. Man unterscheidet zwei Hauptformen: den nicht-kleinzelligen (NSCLC) und den kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC). Beide Typen unterscheiden sich im Verlauf und in der Behandlung.
Hauptrisikofaktor ist das Rauchen, doch auch Nichtraucher können erkranken. Luftschadstoffe, berufliche Belastungen oder genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Symptome
Frühzeitig erkannt, ist Lungenkrebs besser behandelbar – doch oft zeigen sich anfangs keine oder nur unspezifische Beschwerden:
- Anhaltender Husten
- Atemnot
- Bluthusten
- Gewichtsverlust
- Brustschmerzen
- wiederkehrende Infekte
Bei entsprechenden Symptomen ist eine weiterführende Diagnostik zu empfehlen.
Moderne Diagnostik
Eine exakte Diagnosestellung ist die Basis jeder Therapieentscheidung. In unserem Zentrum setzen wir modernste Verfahren ein:
- Bildgebung: Röntgen, CT, PET-CT
- Gewebegewinnung: Bronchoskopie, EBUS, CT-gestützte Biopsie, Thorakoskopie
- Molekulardiagnostik: Genetische Analysen zur zielgerichteten Therapie als des Nationen Netzwerks Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs
Alle Befunde werden in einem interdisziplinären Tumorboard besprochen, um für Sie den besten Therapieplan zu entwickeln.
Individuelle Therapie
Die Behandlung erfolgt nach aktuellen Leitlinien und orientiert sich an der Tumorart, dem Stadium und Ihren persönlichen Voraussetzungen. Mögliche Therapiesäulen:
- Operation: Wenn möglich, vollständige Entfernung des Tumors
- Strahlentherapie: Gezielte Zerstörung von Tumorzellen
- Chemotherapie: Systemische Behandlung mit zellwachstumshemmenden Medikamenten
- Immuntherapie: Aktivierung des körpereigenen Immunsystems
- Zielgerichtete Therapie: Medikamente, die auf spezifische genetische Merkmale wirken
Die Auswahl der Behandlung erfolgt individuell und wird mit den Patient:innen ausführlich besprochen.
Nachsorge
Nach Abschluss der Primärtherapie wird eine regelmäßige Nachsorge empfohlen. Ziel ist die:
- Früherkennung von Rezidiven (Rückfällen)
- Erkennung und Behandlung von Spätfolgen
- Unterstützung der psychosozialen Stabilität
- ggf. Organisation rehabilitativer Maßnahmen
Dazu gehören regelmäßige ärztliche Kontrollen, bildgebende Untersuchungen sowie begleitende Gespräche und Beratungen. Die Nachsorgeintervalle richten sich nach der Art der Therapie und dem Risikoprofil.
Unterstützung für Angehörige
Die Erkrankung eines geliebten Menschen ist auch für Angehörige belastend. Wir bieten daher:
- Aufklärung über Krankheitsbild und Therapieverlauf
- psychosoziale Beratung und Gesprächsangebote
- Informationen zu Pflege, rechtlichen Themen und sozialmedizinischen Leistungen
Ihr Engagement ist für unsere Patient:innen von unschätzbarem Wert – und wir unterstützen Sie dabei, diese Rolle gut zu meistern.
Palliativmedizin
Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, steht die Linderung von Beschwerden und die Erhaltung der Lebensqualität im Fokus. Unser Palliativteam begleitet Patient:innen und Angehörige einfühlsam mit:
- Linderung von belastenden Symptomen (z. B. Schmerzen, Luftnot)
- psychosoziale und seelsorgerische Betreuung
- Versorgungsplanung (z. B. ambulante Palliativdienste, Hospiz)
- Unterstützung bei medizinisch-ethischen Entscheidungen
Die palliative Betreuung erfolgt interprofessionell und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen.
Im Lungenkrebszentrum Mainz begleiten wir Sie mit einem multiprofessionellen Team, modernen Therapiekonzepten und menschlicher Nähe. Unser Ziel ist es, nicht nur medizinisch das Beste zu bieten – sondern auch ein verlässlicher Partner zu sein in einer herausfordernden Lebenssituation.
Lungenkrebsscreening
Seit dem 1. April 2026 gehört das Lungenkrebs‑Screening für Menschen mit starkem Zigarettenkonsum zu den neuen Früherkennungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Erfahren Sie bei uns alles Wichtige über Ablauf, Voraussetzungen und Nutzen des Programms.
Broschüre: Lungenkrebs-Früherkennung für Raucherinnen und Raucher(PDF 438,1 KB)
Gemeinsam aktiv für Ihre Gesundheit
Früherkennung von Lungenkrebs rettet Leben
Raucherinnen und Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. In Deutschland erkranken jährlich rund 57.000 Menschen an dieser Krankheit. Internationale Studien zeigen, dass eine frühe Diagnose die Sterblichkeit bei starken (Ex-)Raucherinnen und Rauchern senken kann.
Das Ziel des Lungenkrebsscreenings ist es, Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen und damit die Behandlungschancen deutlich zu verbessern. Der Einsatz von Niedrigdosis‑CTs zur Früherkennung ist für starke Raucherinnen und Raucher unter klar definierten Voraussetzungen möglich.
Wer kann am Screeningprogramm teilnehmen?
Da eine Niedrigdosis-CT mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden ist, richtet sich das Screening ausschließlich an Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko.
Teilnahmevoraussetzungen
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:
- Aktive oder ehemalige starke Raucherinnen und Raucher
- Alter zwischen 50 und 75 Jahren
- Mindestens 25 Jahre kontinuierliches Rauchen
- Mindestens 15 Packungsjahre (Packungsjahre = Anzahl täglich gerauchter Zigarettenpackungen × Raucherjahre)
- Bei Ex-Raucherinnen und -Rauchern: Rauchstopp liegt weniger als zehn Jahre zurück
- Die Untersuchung kann alle zwölf Monate durchgeführt werden
- Der allgemeine Gesundheitszustand muss eine Teilnahme und ggf. weitere Untersuchungen ermöglichen (gesundheitliche Eignung)
Wichtig: Eine bereits durchgeführte Thorax-CT in den letzten 12 Monaten schließt die Teilnahme aus. Ein Einstieg in das Früherkennungsprogramm ist erst 12 Monate nach der letzten Thorax-CT möglich.
Unser Rat: Rauchstopp als erster Schritt
Menschen mit entsprechendem Risikoprofil – insbesondere Raucherinnen und Raucher – sollten vorrangig einen vollständigen Rauchstopp anstreben. Dabei können zertifizierte Rauchentwöhnungsprogramme wirksam unterstützen.