Informationen über thrombEVAL


Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung wächst die Zahl der Personen, die dauerhaft mit oralen Antikoagulanzien behandelt werden. Gleichzeitig stellen Blutungen und thromboembolische Ereignisse wie Thrombosen oder Schlaganfälle schwerwiegende Komplikationen dieser Therapie dar. Vor diesem Hintergrund wurde die thrombEVAL-Studie als Forschungsprojekt des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz initiiert. Ziel war es, die medizinische Versorgung von Personen mit einer oralen Antikoagulation wissenschaftlich zu untersuchen und Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Versorgung zu identifizieren. Hierfür wurden verschiedene Aspekte der Versorgung im Rahmen mehrerer Beobachtungsstudien analysiert. Neben der Bewertung der bestehenden Versorgung wurde auch untersucht, inwiefern innovative telemedizinisch unterstützte Versorgungskonzepte zur Verbesserung der Behandlung beitragen können. Das thrombEVAL-Projekt wurde zwischen 2010 und 2018 durchgeführt. Die Nachbeobachtungszeit der eingeschlossenen Teilnehmenden betrug bis zu fünf Jahre.

 

Die thrombEVAL-Studie verfolgte mehrere wissenschaftliche und versorgungsbezogene Ziele
  • Analyse der bestehenden Versorgung von Personen mit oraler Antikoagulation
  • Identifikation von Optimierungspotenzialen in der medizinischen Versorgung
  • Untersuchung von Einflussfaktoren auf Therapietreue und Behandlungserfolg
  • Evaluation eines telemedizinisch unterstützten Versorgungskonzepts
  • Aufbau einer Forschungsdatenbank zur langfristigen wissenschaftlichen Auswertung und Qualitätssicherung
  • Bereitstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung

Das thrombEVAL-Programm umfasste drei Teilstudien


thrombEVAL I
In einer multizentrischen Beobachtungsstudie wurden die medizinische Versorgung, Krankheitsverläufe sowie behandlungsbezogene Komplikationen von rund 2.500 Teilnehmende unter oraler Antikoagulation in Rheinland-Pfalz untersucht.

thrombEVAL II
Diese prospektive Beobachtungsstudie evaluierte die Versorgung von rund 1.000 Teilnehmende, die durch einen spezialisierten telemedizinisch unterstützten Gerinnungsdienst betreut wurden. Ziel war die Bewertung dieses innovativen Versorgungskonzeptes im klinischen Alltag.

thrombEVAL III
Im Rahmen einer Fragebogenerhebung wurden Patient:innen sowie Ärzt:innen zu ihren Erfahrungen, ihrer Zufriedenheit und ihren Erwartungen hinsichtlich der Versorgung mit oralen Antikoagulanzien befragt.