„Tierschutz und Wissenschaft - unsere Leidenschaft“
Die Universitätsmedizin Mainz verfolgt das Ziel, durch innovative Forschung die Medizin von morgen zu gestalten. Grundlage dafür sind wissenschaftliche Erkenntnisse und deren verantwortungsvolle Anwendung zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten.
Tierversuche sind dabei nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der biologischen und medizinischen Forschung (Leopoldina-Stellungnahme 2012 Broschüre der Deutsche Forschungsgemeinschaft). Auch an der Universitätsmedizin Mainz leisten tierexperimentelle Studien einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt.
Um höchste Standards in Tierwohl, Versuchsqualität und der Umsetzung des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine) sicherzustellen, wurde bereits 2004 eine zentrale Tierhaltung beschlossen. Heute ist das TARC (Translational Animal Research Center) eine gemeinsame Serviceeinheit der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, angegliedert im Ressort Forschung und Lehre - Dezernat Forschung der Unimedizin Mainz.
Das Wohl unserer Versuchstiere steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Eine verantwortungsvolle Betreuung und Versorgung unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben sowie höchster Qualitätsstandards gehören zu unseren zentralen Aufgaben.
Unsere Einrichtungen unterstützen sowohl die Grundlagenforschung als auch angewandte präklinische und kliniknahe Forschung. Die Tierhaltung ist auf mehrere Standorte verteilt und auf die Haltung von Nagetieren sowie kleinen Fischen spezialisiert.
lese Sie mehr im Unternehmensleitbild des Translational Animal Research Centers (TARC)
- die konsequente Wahrung aller Belange des Tierschutzes,
- die Beschaffung (einschließlich Import), tierartgerechte Haltung, Versorgung und Zucht von Versuchstieren unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben,
- die Bereitstellung allgemeiner und spezialisierter Dienstleistungen, beispielsweise hygienische Sanierung, terminierte Verpaarungen, tierärztliche Betreuung und Versorgung mit Medikamenten, Langzeitlagerung von kryokonservierten Mauslinien, OP-Service, sowie Gabe von Spezialfutter und Mitwirkung in Tierversuchen,
- die Durchführung versuchstierkundlicher Fort- und Weiterbildungen,
- die Ausbildung von Tierpfleger*innen der Fachrichtung Forschung und Klinik,
- die Beratung und Unterstützung tierexperimentell arbeitender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Planung und Durchführung ihrer Forschungsvorhaben,
- die Bereitstellung und Betreuung einer zentralen Tierverwaltungssoftware,
- die Entwicklung und Etablierung von Methoden im Sinne des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine), um das Wohlbefinden der Versuchstiere weiter zu verbessern und die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten zu fördern,
- die transparente Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Versuchstierhaltung, Tierschutz und tierexperimentelle Forschung.
Die Nummer 1 unter den Versuchstieren an der Universitätsmedizin ist die Maus, gefolgt von Ratten und Zebrabärblingen auf Platz 2 und 3. Zusammen stellen sie etwa 99% aller Versuchstiere an der Universitätsmedizin dar. Für spezielle Forschungsfragen werden am TARC temporär auch Hamster, mongolische Rennmäuse, Krallenfrösche sowie Schweine eingesetzt. Darüber hinaus sind auch einzelne Exoten, wie Rennechsen und Schwämme für die exzellente Forschung an der Universität Mainz von Bedeutung.
Zu unserem Team zählen rund 70 hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter*innen. Unsere Tierpfleger*innen kümmern sich um die Versorgung und Betreuung von rund 25.000 Versuchstieren. Dabei werden sie von spezialisierten Biolog*innen, Tierärzt*innen und administrativ-technischen Mitarbeiter*innen unterstützt. Die Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen sowie der Im- und Export von Versuchstieren wird von unserem TARC-Tierhausmanagementteam koordiniert. Weiterhin ist es für die Hygieneüberwachung in den Tierhaltungen und den versuchstierkundlichen Bereitschaftsdienst verantwortlich.
Das Translational Animal Research Center (TARC) entstand aus dem Ziel, die Versuchstierhaltung an der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu zentralisieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die wichtigsten Meilensteine auf diesem Weg sind:
| 1999 | Ein Konzept für eine zentrale Tierhaltung zu Zucht und Haltung wird erarbeitet und beim wissenschaftlichen Rat Deutschlands eingereicht. |
| 2004 | Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beschließt die Zentralisierung der Versuchstierhaltungen der universitären Grundlagen- und präklinischen Forschung. |
| 2005-2006 | Der Neubau der Zentrale auf dem JGU Campus im Hanns-Dieter-Hüsch-Weg entsteht |
| 2007 | Die Zentralisierung wird mit der Gründung der Zentralen Versuchstiereinrichtung (ZVTE) umgesetzt. |
| 2009 | Erstbezug des zentralen Neubaus am Hanns-Dieter-Hüsch-Weg 19. |
| 2011 | Mit der organisatorischen Eingliederung des Fachbereichs Medizin in die Universitätsmedizin Mainz wird auch die ZVTE Teil der Universitätsmedizin, eingegliedert im Ressort Forschung und Lehre. Seither ist sie eine organisationsübergreifende Einrichtung der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. |
| 2014 | Die ZVTE erhält ihren heutigen Namen: Translational Animal Research Center (TARC) |
| 2018 | Erstbezug der Tierhaltung im Neubau des Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention (PKZI), eine bauliche Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur auf dem Campus der Universitätsmedizin Mainz. |
| 2020 | Einrichtung des TARCforce3R Zentrums für Tierschutz und Versuchstierkunde am TARC. Ziel ist die Förderung und nachhaltige Umsetzung des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine) nach Russell und Burch zur weiteren Reduktion des Einsatzes von Versuchstieren in der Forschung. |
| 2021 | - TV-Beitrag im ZDF-Format Terra X – Tiere, die Geschichte schreiben. - Auszeichnung mit dem Siegel für vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung durch die Initiative „Tierversuche verstehen“. |
| 2022 | Mitgliedschaft in der European Animal Research Association (EARA). |
| 2023 | - Ausrichtung der EARA-Veranstaltung „Openness in Animal Research“. - Ausrichtung der 60. Wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Versuchstierkunde (GV-SOLAS). |
| 2024 | Erneute Auszeichnung mit dem Siegel für vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung durch die Initiative „Tierversuche verstehen“. |
Das TARC und seine Aufgaben erfahren einen fortlaufenden Wandel, unter anderem durch gesetzliche Änderungen, angepasste behördliche Anforderungen, neue Forschungsergebnisse, insbesondere im Hinblick auf Tierwohl und 3R.Daher setzen wir uns regelmäßig mit internen und externen Themen auseinander. Wir definieren unsere Abläufe und Services in Prozessen, optimieren organisatorischen Maßnahmen, die zur Verbesserung der Arbeitsqualität und damit der Dienstleistungsqualität beitragen. Das erhöht die Zuverlässigkeit, Effektivität und Effizienz, verringert die Fehlerhäufigkeit und hilft selbstverständlich bei der Einhaltung ethischer und behördlicher Anforderungen. Unsere qualifizierten Mitarbeiter*innen arbeiten nach festgelegten Standardarbeitsanweisung (SOP, engl. „Standard Operating Procedure“).