Auszeichnung für Nachwuchsforscher der III. Med. Klinik der Universitätsmedizin Mainz
Dr. med. Kevin Legscha erhält Best-Abstract-Award der DGHO für innovative Krebsimmuntherapie
Mainz, 27.10.2025 – Anerkennung für die Krebsforschung an der III. Med. Klinik der Universitätsmedizin Mainz:
Dr. med. Kevin Legscha, Assistenzarzt an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie), ist im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) mit dem Best-Abstract-Award ausgezeichnet worden. Die Tagung fand vom 24. bis 27. Oktober 2025 in Köln statt. Als einer von fünf Preisträgerinnen und Preisträgern präsentierte Dr. Legscha die Ergebnisse einer noch unveröffentlichten Studie der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Theobald/Echchannaoui zur T-Zell-basierten Krebsimmuntherapie.
Neuer Ansatz zur Stärkung der Immunabwehr gegen Tumoren
In ihrer Studie untersuchte das Mainzer Forschungsteam, wie sich spezielle Immunzellen – sogenannte T-Zellen – durch gezielte genetische Veränderungen widerstandsfähiger gegenüber den hemmenden Einflüssen der Tumorumgebung machen lassen.
Während moderne Antikörpertherapien (Immun-Checkpoint-Blockaden) heute bereits erfolgreich eingesetzt werden, um die „Bremsen“ der T-Zellen zu lösen, fehlt dabei häufig ein zusätzlicher Aktivierungsreiz, der die Immunzellen zu voller Wirksamkeit anregt.
Um diese Limitierung zu überwinden, entwickelten die Forschenden einen sogenannten „chimären Schaltrezeptor“ (engl. chimeric switch receptor). Dabei wird der natürlich vorkommende Rezeptor der T-Zellen, der normalerweise ein hemmendes Signal vom Tumor empfängt, gentechnisch so verändert, dass er stattdessen ein aktivierendes Signal auslöst. In der aktuellen Studie kombinierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hierzu die Eigenschaften der Moleküle TIGIT (hemmend) und CD28 (aktivierend). Zusätzlich wurde in diesen Schaltrezeptor eine gezielte Mutation eingeführt, die das aktivierende Signal weiter optimierte. Dadurch konnten die T-Zellen optimal stimuliert und ihre Wirksamkeit nochmals deutlich verbessert werden. Das Ergebnis: Ein neuartiger Schaltrezeptor, der die durch den Tumor ausgelösten hemmenden Signale in aktivierende Signale umwandelt und so die Funktion der T-Zellen erheblich steigert.
Mithilfe dieses innovativen Ansatzes gelang es, die Effektivität der T-Zellen deutlich zu erhöhen. In Zellkultur- und Tiermodellen konnte eine vollständige Beseitigung der Tumoren erzielt werden. Dieser Fortschritt eröffnet neue Perspektiven für eine verbesserte adoptive T-Zell-Therapie – eine Form der personalisierten Krebsimmuntherapie, bei der körpereigene Abwehrzellen gentechnisch optimiert und gezielt gegen Tumoren eingesetzt werden. Mit dem Best-Abstract-Award würdigt die DGHO jährlich besonders herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die aus einer Vielzahl eingereichter Abstracts von einem unabhängigen Gutachtergremium ausgewählt werden.
Meeting Report/Abstracts der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie 24. bis 27. Oktober 2025, Köln Oncol Res Treat (2025) 48 (Suppl. 2): 4–364. https://doi.org/10.1159/000548147