Visual Universitätsmedizin Mainz

31. July 2020

Universitätsmedizin Mainz hat neues Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Verbesserte Versorgung durch intensivierte Früherkennung
Newsbild

Dr. Anne-Sophie Heimes, Univ.-Prof. Dr. Christoph Düber,

Die Universitätsmedizin Mainz hat ein neues Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs gegründet. Es bietet Menschen, die hinsichtlich Brust- und/oder Eierstockkrebs genetisch vorbelastet sind, eine intensivierte Früherkennung sowie eine umfassende Betreuung. Die Leistungen des Zentrums umfassen beispielsweise die Risikofeststellung, eine Gendiagnostik und interdisziplinäre Beratungen. Hierfür leisten sechs verschiedene Institute und Kliniken der Universitätsmedizin ihren Beitrag. Zudem ist das neue Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs in das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT Mainz) eingebettet und auch Mitglied im Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs.

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der weiblichen Bevölkerung und betrifft im Laufe des Lebens etwa eine von acht Frauen. An Eierstockkrebs erkrankt etwa eine von 75 Frauen. Bei etwa 30 von 100 Frauen mit Brust- oder Eierstockkrebs gibt es weitere entsprechende Fälle in der Familie. Bei etwa einem Viertel der somit familiär vorbelasteten Brustkrebspatientinnen wird eine Genveränderung der Gene BRCA1 oder BRCA2 gefunden. Nicht jede Trägerin einer BRCA-Mutation erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brust- oder Eierstockkrebs, doch das Risiko solche Tumorerkrankungen zu entwickeln, ist deutlich erhöht.

Diese Patientinnen und Frauen mit erhöhtem Risiko können sich nun an das neu gegründete Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsmedizin Mainz wenden. Für eine umfassende, interdisziplinäre Betreuung haben sich darin Experten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengefunden: die Institute für Humangenetik und für Pathologie und die Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit, die Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, die III. Medizinische Klinik und Poliklinik mit ihrer Abteilung für Internistische Onkologie sowie die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Um Risiken oder Tumorerkrankungen so früh wie möglich erkennen und behandeln zu können, bietet das neue Zentrum neben der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren eine Vielzahl weiterer Leistungen an. Dazu gehört beispielsweise die genetische Beratung und Diagnostik. Diese wird empfohlen, wenn der Verdacht auf eine erbliche Veranlagung zur Krebsentstehung besteht. Dies ist zumeist dann der Fall, wenn eine Person sehr jung erkrankt ist oder mehrere bösartige Tumore entwickelt hat oder wenn in einer Familie Krebserkrankungen bei mehreren Personen auftreten.

Die Feststellung einer erblichen Veranlagung kann bedeutend für das therapeutische Vorgehen sein. Zudem ist es durch sie möglich, das zukünftige individuelle Erkrankungsrisiko des Ratsuchenden selbst sowie jenes seiner Angehörigen besser beurteilen zu können.

Auch die Nachsorge inkl. Magnetresonanztomographie, die Beratung und Durchführung prophylaktischer Operationen, feingewebliche, immunhistochemische und molekulargenetische Untersuchungen sowie die psychologische Begleitung zählen zum Leistungsspektrum. Im Bedarfsfall kann auch die Expertise der Internistischen Onkologie herangezogen werden.

Darüber hinaus sind die Mitarbeitenden des neuen Zentrums Teil eines interdisziplinären Verbunds von universitären Zentren: dem Deutschen Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs. Es verfolgt das Ziel, die Versorgung auf diesem Gebiet bundesweit zu etablieren und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Die Mainzer Wissenschaftler forschen in dessen Rahmen zu den Hintergründen erblicher Krebserkrankungen.

Für Fragen und Termine stehen Interessierten Ansprechpartner von beteiligten Einrichtungen unter folgenden Telefonnummern zur Verfügung:
06131 17-5793 (Zentrum), 06131 17-3871 (Humangenetik), 06131 17-5303 (Frauenklinik),  06131 17-2457 (Radiologie), 06131 17-7381 (Psychosomatik).

Weitere Informationen über das Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsmedizin Mainz stehen online unter www.unimedizin-mainz.de/fbrek  

 

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Dr. Anne-Sophie Heimes, Univ.-Prof. Dr. Christoph Düber,
Univ.-Prof. Dr. Wilfried Roth, Univ.-Prof. Dr. Susann Schweiger, Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg und Dr. Malin Dewenter freuen sich über die Gründung des neuen Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsmedizin Mainz;
Bildquelle: Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz)

 
  

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Susann Schweiger,
Direktorin des Instituts für Humangenetik der Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-5788, Fax 06131 17-5690,
E-Mail:  Susann.Schweiger@unimedizin-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg,
Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7311, Fax 06131 17-3415,
E-Mail:  annette.hasenburg@unimedizin-mainz.de

 

Pressekontakt
Barbara Reinke,
Stabsstelle Unternehmenskommunikation Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496,
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

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