Pressemitteilung von DGHWi und HWFT, 30.07.2026
Meilenstein für die Hebammenwissenschaft
Positionspapier zur Forschungsagenda HebFoA 2026–2036 veröffentlicht
Am Freitag, dem 24. Juli, wurde das Positionspapier zur Forschungsagenda der Hebammenwissenschaft in Deutschland (HebFoA 2026–2036) veröffentlicht. Es ist das Ergebnis eines von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi) und des Hebammenwissenschaftlichen Fachbereichstags e. V. (HWFT) und markiert einen wichtigen Meilenstein für die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Hebammenwissenschaft in Deutschland.
Ziel des Projekts war die Identifizierung und strategische Bündelung zentraler Forschungs- und Entwicklungsbedarfe der Hebammenwissenschaft in Deutschland. Die Grundlage hierfür bildeten ein systematischer Scoping Review sowie der interdisziplinäre, co-kreative Scoping Workshop mit 29 Expertinnen aus der Hebammenwissenschaft, den Bezugswissenschaften, Krankenkassen und der Elternorganisation Mother Hood e. V.. Dabei wurden sieben zentrale Positionen entwickelt, die die zukünftige wissenschaftliche Ausrichtung der Disziplin beschreiben - von der wissenschaftlichen Profilbildung über die Weiterentwicklung der Versorgung bis hin zu nachhaltigen Forschungs- und Förderstrukturen.
Das Positionspapier schafft erstmals einen gemeinsamen strategischen Orientierungsrahmen für die Hebammenwissenschaft in Deutschland und setzt wichtige Impulse für Forschung, Nachwuchsförderung und den weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Disziplin. Es richtet sich an Wissenschaft, Politik, Förderinstitutionen sowie Akteurinnen und Akteure der Gesundheitsversorgung.
Mit der Veröffentlichung des Positionspapiers ist der erste Schritt zur Entwicklung der Forschungsagenda erfolgreich abgeschlossen. Die erarbeiteten Positionen bilden die Grundlage für die weitere Ausarbeitung der Forschungsagenda HebFoA 2026–2036. Hierzu trafen sich in den letzten drei Monaten Arbeitsgruppen, die vom HWFT und der DGHWi koordiniert wurden und deren Ergebnisse in die Weiterarbeit an der Agenda einfließen werden. Die Agenda soll bis Ende 2026 durch beide Verbände fertig gestellt und anschließend publiziert werden.
Link zum Artikel: https://rdcu.be/fv955
Zitation:
Bauer, N.H., Fillenberg, B., Grieshop, M. et al. Positionspapier zur Forschungsagenda der Hebammenwissenschaft in Deutschland (HebFoA 2026–2036). Z. Hebammenwiss. (2026). https://doi.org/10.1007/s44476-026-00046-4
Informationen zu den beteiligten Verbänden:
Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi) fördert als unabhängige wissenschaftliche Fachgesellschaft hebammenwissenschaftliche Forschung, Lehre und Praxis, die sowohl der Entwicklung des Faches Hebammenwesen, als auch einer bedarfsgerechten, evidenzbasierten, effizienten und effektiven Versorgung von Frauen und ihren Familien in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit dienen. Neben dem wissenschaftlichen Diskurs ist der Fachgesellschaft die Kommunikation mit Gesellschaft und Politik ein Anliegen: Verantwortlichen in der Gesundheits- und Familienpolitik und auch unterschiedlichen Interessensvertretungen dieser Bereiche sollen die Ergebnisse der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft als Orientierung dienen.
Der Hebammenwissenschaftliche Fachbereichstag e. V. (HWFT) ist der Zusammenschluss der Fachbereiche, Fakultäten, Institute, Departements und Studiengänge der Hebammenwissenschaft/Hebammenkunde (im weiteren Verlauf genannt: Hebammenwissenschaftliche Organisationseinheiten) an staatlichen, staatlich anerkannten und nichtstaatlichen Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Er fördert Bildung, Wissenschaft und Praxis der Hebammenwissenschaft gemäß Anlage 1 der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV, 2020). Er dient der gegenseitigen Information, Kooperation und Beratung sowie der Wahrnehmung gemeinsamer Interessen in Angelegenheiten der Lehre und des Studiums, dabei insbesondere der Weiterentwicklung und Verbesserung der Rahmenbedingungen. Weiter dient der Fachbereichstag der Forschung, der Fort- und Weiterbildung sowie dem Wissenstransfers (Third Mission) im Kompetenzbereich von Hebammen. Der HWFT strebt zudem eine enge Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden, wissenschaftlichen Gesellschaften und hochschulpolitischen Gremien an und kooperiert zur Erreichung seiner Ziele mit geeigneten Institutionen im In- und Ausland.
Kontakt:
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V.
Kontakt: praesidentin@dghwi.de
Präsidentin des Hebammenwissenschaftlichen Fachbereichstags e.V.
Kontakt: praesidentin@hebammenwissenschaftlicher-fachbereichstag.de
Das Projekt HebFoA nimmt Fahrt auf!
Im Schloss Herrenhausen wurde drei Tage lang intensiv an der ersten strategischen Forschungsagenda der Disziplin gearbeitet, mit dem Ziel, den Forschungs- und Entwicklungsbedarf der Hebammenwissenschaft für die Jahre 2026 bis 2036 zu erfassen und zu strukturieren.
2020 wurde die Hebammenwissenschaft in Deutschland vollakademisiert. So wurde ein wesentlicher Impuls für die Weiterentwicklung einer evidenzbasierten Praxis und der Hebammenwissenschaft gesetzt. Gleichzeitig fehlte es bislang an einer strukturierten Forschungsförderung und einer strategischen Ausrichtung der Disziplin. Um diesen Meilenstein zu erreichen, fand vom 27. bis 29. August 2025 im Schloss Herrenhausen in Hannover der Scoping Workshop zur Entwicklung einer Forschungsagenda der Hebammenwissenschaft 2026-2036 statt. Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi) und der Hebammenwissenschaftliche Fachbereichstag e. V. (HWFT) hatten im Oktober 2024 die gemeinsame Arbeit an der Entwicklung einer Forschungsagenda aufgenommen. Damals war Prof. Dr. Barbara Fillenberg noch in der Funktion der Präsidentin der DGHWi. Gemeinsam mit vier weiteren Wissenschaftlerinnen der DGHWi und des HWFTs – Professorin Dr. Nicola H. Bauer (Universität zu Köln), Professorin Dr. Melita Grieshop (Evangelische Hochschule Berlin), Dr. Astrid Krahl (ZHAW, Winterthur) und Professorin Dr. Karolina Luegmair (Katholische Stiftungshochschule München) – hat sie für dieses Vorhaben Fördergelder der VolkswagenStiftung eingeworben.
Insgesamt nahmen 29 Expertinnen aus der Hebammenwissenschaft sowie aus relevanten Bezugsdisziplinen teil. Professorin Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein (Hochschule Osnabrück) war als Keynote-Speakerin zum Workshop eingeladen und zeigte in ihrem Vortrag die Entwicklung der Professionalisierung der Hebammenwissenschaft in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren sowie die wissenschaftlichen und politischen Akteur*innen der Forschungslandschaft auf. Im Mittelpunkt des Scoping Workshops stand die Arbeit an dem aktuellen Stand hebammenwissenschaftlicher Forschung, den aktuellen und zukünftigen Bedarfen der Disziplin und der Versorgung von Frauen, ihren Kindern und Familien sowie der Erarbeitung gemeinsamer Positionen für eine zukünftige Forschungsagenda.
Hebammenwissenschaft in Deutschland: Entwicklung einer Forschungsagenda 2026-2036 (HebFoA 2026-2036)
Mit der Akademisierung des Hebammenberufs in Deutschland seit 2020 wurde ein zentraler Impuls für eine evidenzbasierte Praxis und die Weiterentwicklung der Hebammenwissenschaft gesetzt. Gleichzeitig fehlt es bislang an einer strukturierten Forschungsförderung und einer strategischen Ausrichtung der Disziplin. Die Entwicklung einer Forschungsagenda markiert daher einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Disziplinentwicklung und Professionalisierung der Gesundheitsversorgung durch Hebammen. Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) und der Hebammenwissenschaftliche Fachbereichstag (HWFT) nehmen sich dieser Aufgabe an.
Die geplante Forschungsagenda der Hebammenwissenschaft in Deutschland 2026-2036 (HebFoA 2026-2036) zielt darauf ab, den spezifischen Forschungs- und Entwicklungsbedarf der Hebammenwissenschaft systematisch zu erfassen und zu priorisieren. Dabei sollen zentrale Themen wie gesetzliche Rahmenbedingungen, berufliche Kompetenzen, Digitalisierung, ethische Fragestellungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, gesundheitliche Chancengleichheit, partizipative Versorgung sowie Planetary und Global Health konsequent berücksichtigt werden. Ziel ist es, eine fundierte Orientierungsgrundlage für zukünftige hebammenwissenschaftliche und geburtshilfliche Forschung zu erarbeiten – ausgerichtet an den Bedarfen von Schwangeren, Gebärenden und ihren Familien – sowie die wissenschaftliche Lehre zu stärken und den Theorie-Praxis-Transfer nachhaltig zu fördern.
Die VolkswagenStiftung fördert in diesem Kontext die DGHWi und den HWFT in der Ausrichtung eines interdisziplinären dreitägigen Scoping-Workshops. Ziel des Workshops ist es, zentrale Forschungs- und Entwicklungsbedarfe der Disziplin im Dialog mit Nutzer*innen und Expert*innen aus der Hebammenwissenschaft, -praxis sowie den Bezugswissenschaften zu identifizieren, systematisch zu strukturieren und zu priorisieren. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse werden DGHWi und HWFT gemeinsam kurz-, mittel- und langfristige Forschungs- sowie methodische Entwicklungsziele definieren und die dafür erforderlichen Ressourcen aufzeigen.
Die Forschungsagenda soll im Jahr 2026 veröffentlicht werden.
Förderung: VolkswagenStiftung (Projekt Nr.: 0072562-00)
Bewilligungsgrundlage: Antrag vom 28.10.2024
Vorgesehene Laufzeit: 12 Monate
Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Barbara Fillenberg, Universität Mainz
Prof. Dr. Melita Grieshop, Evangelische Hochschule Berlin
Prof. Dr. Nicola H. Bauer, Universität zu Köln
Prof. Dr. Karolina Luegmair, Katholische Stiftungsfachhochschule München
Dr. Astrid Krahl, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur
Weiterführende Informationen finden Sie hier.