Maligne Lymphome
Lymphknotenkrebs – was nun?
Die Diagnose Lymphknotenkrebs stellt für Betroffene eine große Herausforderung dar. Was bedeutet das für mich im Alltag, welche Therapiemöglichkeiten gibt es, wo bekomme ich die beste Behandlung? Darüber hinaus ist selbstverständlich die Diagnose mit großen Sorgen und Ängsten verbunden. Um Ihnen in dieser Situation ein optimales Angebot anbieten zu können, haben wir an der Universitätsmedizin Mainz eine Sprechstunde speziell für Patientinnen und Patienten mit Lymphknotenerkrankungen eingerichtet. Hier behandeln Experten Betroffene auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Durch die Einbindung in ein nationales und internationales Expertennetzwerk können wir neuestes Wissen und aktuelle Therapieoptionen im Rahmen klinischer Studien zur Verfügung stellen.
Da diese Erkrankungen vom Verlauf und der Biologie sehr unterschiedlich sein können, ist eine individuelle Einordnung von großer Bedeutung. Gerne können Sie sich hierzu in unserer Spezialsprechstunde vorstellen.
Wie erreichen Sie uns?
Sollte es sich um eine Notfallvorstellung handeln (zum Beispiel starke Beschwerden durch die Erkrankung), bitten wir Sie, uns dies direkt mitzuteilen. Wir werden dies bei der Terminvergabe entsprechend berücksichtigen.
Die allgemeine Notfallversorgung der Universitätsmedizin findet über die Notaufnahme statt, in der Sie sich jederzeit vorstellen können.
Unsere Sprechstunden
Manche Situationen benötigen mehr Zeit als andere. Daher haben wir uns ganz bewusst für ein Konzept entschieden, in dem für richtungsweisende Gespräche mehr Zeit bleibt. Routinebesuche, Nachsorge und Laborkontrollen werden daher an kürzeren Terminen absolviert. Bitte beschreiben Sie daher bei der Sprechstunden-Anmeldung Ihr Anliegen. Ausführliche Lymphom-Sprechstunden finden dienstags, mittwochs und freitags statt, Therapie-Durchführung und -Überwachung an jedem Tag der Woche.
Wir bitten Sie freundlich, uns nach Möglichkeit bereits im Vorfeld alle vorhandenen Unterlagen und ggf. Fremdaufnahmen (CTs, MRTs, etc.) für die Erstvorstellung zukommen zu lassen. Auf diese Weise können wir Ihren Termin optimal vorbereiten und gegebenenfalls schon entsprechende Maßnahmen veranlassen.
Sie erhalten dann eine Reihe von Fragebögen, die wir Sie bitten auszufüllen. Damit helfen Sie uns, den aktuellen Handlungsbedarf noch besser zu verstehen. Weitere Details zum Ablauf innerhalb der Ambulanz und Therapieambulanz erhalten Sie dann von uns vor Ort.
Allgemeine Kontrolluntersuchungen während der Therapie oder kurze Untersuchungen im Rahmen von Dauertherapien führen wir in der allgemeinen Therapiesprechstunde durch:
Täglich 08:00 – 13:00 Uhr (ohne Arzt und ohne Blutentnahme bis 15:30 Uhr)
Sollten Sie von uns einen Termin erhalten, zum Beispiel im Rahmen der Therapie, Überwachung oder zur Kontrolle, sind keine besonderen vorbereitenden Maßnahmen notwendig. Bitte denken Sie an die notwendigen Überweisungsscheine, sollten die Termine in unterschiedlichen Quartalen liegen.
Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen soll die Möglichkeit einer zweiten Meinung unbedingt angeboten werden. Im Vordergrund steht hierbei, die eigene Krankheitssituation noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu einer möglichst idealen individuellen Therapieentscheidung zu kommen.
Gerne nehmen wir uns etwas mehr Zeit, um Sie intensiv im Rahmen einer Zweitmeinung zu beraten. Dafür halten wir gesonderte Zeiten für Sie täglich von 08:00 – 13:00 Uhr bereit. Sollte keiner dieser Termine für Sie möglich sein, versuchen wir Ihnen ein entsprechendes Angebot zu machen.
Hier besprechen wir mit Ihnen die Therapieempfehlungen und Therapiemöglichkeiten, den Fortgang Ihrer Behandlung und wichtige Untersuchungsergebnisse im Rahmen der Therapie, sowie Fragestellungen im Rahmen der Nachsorge. Bitte geben Sie bei der Anmeldung die vorhandenen Unterlagen mit ab, damit wir die Dringlichkeit der Beratungsmöglichkeit richtig einschätzen können.
Besondere Kompetenzen und Schwerpunkte
Diagnostik maligner Lymphome
- Einsatz modernster diagnostischer Verfahren wie CT, MRT, PET u.a.
- Einsatz modernster Verfahren der Pathologie, wie zum Beispiel Molekular-pathologische Verfahren zur Identifikation von Risikomarkern und individuellen therapeutischen Zielstrukturen.
Therapieverfahren
- Chemotherapie
- Antikörpertherapie
- Etablierte Formen
- Innovative Formen: Antikörperchemotherapien, bi-spezifische Antikörper
- Zielgerichtete Therapien zur Hemmung von Botenstoffen (Kinasen)
- Transplantationsverfahren
- Autologe Stammzelltransplantation
- Allogene Stammzelltransplantation
- CAR-T-Zell-Therapie
- Klinische Studien
- Supportivtherapie
- Ernährung
- Palliativmedizinische Mitbetreuung, sofern Bedarf besteht
- Selbsthilfegruppen (AG Mantelzeller, junge Erwachsene mit Krebs)
Diagnostik (personalisierte Lymphomtherapie)
Für viele Lymphom-Erkrankungen gibt es heute gut etablierte Standards. Hierfür ist auch die Diagnostik in aller Regel breit etabliert. Dennoch gibt es individuelle Krankheitssituationen, in denen ein besseres und tieferes Verständnis von der jeweiligen Erkrankung notwendig ist. Im Rahmen der Entwicklung personalisierter Therapiekonzepte haben wir ein erweitertes Diagnostikportfolio entwickelt, das auf die Identifikation von molekularen Krankheitsfaktoren zielt. Dies soll nicht nur dem besseren Verständnis des Krankheitsbilds dienen, sondern auch die Entwicklung angepasster therapeutischer Vorgehen ermöglichen. Die entsprechenden Methoden sind an unserem Hause etabliert. Gerne sprechen wir hier die sinnvollen und geeigneten Maßnahmen im Vorfeld mit Ihnen ab.
Entwicklung eines individualisierten Therapiekonzepts nach Stand der Wissenschaft
Die beste Therapie für Betroffene ist nicht immer mit dem alleinigen Stand des Wissens zu identifizieren, sondern es bedarf der Berücksichtigung persönlicher, sozialer und emotionaler Faktoren und der allgemeinen gesundheitlichen Situation. Diese Empfehlungen entwickeln wir nach ausführlicher Anamnese und gegebenenfalls notwendiger Begleitdiagnostik in Absprache mit den Experten aus den Bereichen Pathologie und Diagnostik, Bildgebung und Strahlentherapie, sowie dem erfahrenen Team von Experten. Die Empfehlung wird für Sie schriftlich niedergelegt, so dass Sie diese in ihrer Familie oder mit anderen Experten diskutieren können.
Aufgrund der Komplexität heutiger Therapieverfahren ist es oft nicht leicht, komplizierte Behandlungen ohne vorhandenes Vorwissen zu verstehen. Daher ist es uns ein besonderes Bedürfnis, Ihnen Aufklärungsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Hierzu gehören verschiedene Medien, wie beispielsweise Broschüren, Videos und Aufklärungsbögen.
Forschung und klinische Studien
Weiterentwicklung von Medizin braucht Forschung. Auch hier sind wir in vielfältiger Art und Weise eingebunden. Sowohl an der Universitätsmedizin Mainz, aber auch im nationalen Netzwerk der German Lymphoma Alliance und internationalen Verbünden führen wir eine Vielzahl an Forschungsprojekten durch.
In Kooperation mit weiteren Forschungseinrichtungen führen wir darüber hinaus eine Vielzahl von epidemiologischen Untersuchungen zur Prognose von malignen Lymphomen durch.
Alle klinischen Studien im Bereich Maligner Lymphome finden Sie auf unserer Studienplattform. Bitte geben Sie hierfür in der Suchmaske unter der Rubrik "Altersgruppe" "Erwachsene" und unter "Entität" "Lymphknoten" ein.
Unsere Partner
Sie wollen mit uns zusammenarbeiten?
Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme:
lymphome@unimedizin-mainz.de oder
06131 17-5471
Folgende Projekte werden aktuell im Rahmen des German Lymphoma Alliance Registry durchgeführt:
- Epcoritamab treatment in patients with DLBCL under real world conditions in Germany
- Efficacy of POLA-R-CHP therapy in patients with untreated DLBCL by cell of origin: a real world analysis
- Treatment in the Polatuzumab-Vedotin era: patients with high-grade B-cell lymphoma carrying MYC and BCL-2 rearrangements – a retrospective analysis.
Für eine Liste unserer aktuellen Forschungsaktivitäten im Rahmen des European Mantle Cell Lymphoma Registry (EMCL-R) folgen Sie bitte folgendem Link: https://european-mcl.net/registry/
Für die Versorgung Betroffener bieten wir in innovativen klinischen Studien neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden an. Eine Auflistung unserer aktuellen Studien finden Sie unter https://www.unimedizin-mainz.de/uct/studien/tumortherapie-studien.html
Rekrutierende / Offene Klinische Studien für MCL-Patienten:
- CARMAN-Studie: CAR-T-cell treatment for treatment naïve high risk MANtle Cell Lymphoma. A phase II study on early treatment intensification using CAR-T-cell treatment after an abbreviated induction with Rituximab and Ibrutinib
- VIRAL-Studie: To exploratively compare the efficacy and safety of a chemo-free regimen of Venetoclax, Ibrutinib and Rituximab vs. a standard chemo-immunotherapy in combination with Ibrutinib (Bendamustine, Rituximab, Ibrutinib) for MCL patients
Grad der Informiertheit bei Patientinnen und Patienten mit malignen Lymphomen: Entwicklung eines multimodalen Aufklärungskonzepts (Dr. med. Stephanie Herold)
Sie möchten sich an klinischer Forschung beteiligen? Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich im Rahmen von Registerstudien zu beteiligen. Bei diesen beobachten wir, unter Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Kriterien, den Krankheitsverlauf von Betroffenen, werten aktuelle Therapien aus und ermitteln unmittelbare und indirekte Folgen der Therapie. Hierzu bieten wir Ihnen auch immer wieder die Teilnahme an Forschungsprojekten an. Zu entsprechenden Details wenden wir uns dann an Sie.
Informationsbereich für Patienten: Maligne Lymphome (Hodgkin und Non-Hodgkin Lymphome)
Diese Seite richtet sich an alle, die sich über Maligne Lymphome informieren möchten, insbesondere an Patienten und ihre Angehörigen. Wir möchten Ihnen hier einige Kerninformationen zu den Krankheitsbildern liefern und Sie auf diese Weise bei der Bewältigung der enormen Informationsfülle und deren Verständnis unterstützen.
Ein allgemeiner Überblick
Unter dem Begriff „Maligne Lymphome“ werden alle bösartigen Lymphknotenerkrankungen oder bösartigen Veränderungen des lymphatischen Systems im Körper bezeichnet. Umgangssprachlich finden auch Ausdrücke wie "Lymphknotenkrebs" Verwendung. Gegenüber anderen Krebserkrankungen jedoch zeichnen sich Lymphome durch einen, im Allgemeinen, systemischen Befall aus. Dies bedeutet, dass aufgrund der Ausbreitung des lymphatischen Systems im gesamten Körper häufig verschieden Körperregionen betroffen sein können.
Maligne Lymphome werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Eine Gruppe wird als sogenannte "Hodgkin-Lymphome" bezeichnet, von diesen abgegrenzt werden die sogenannten "Non-Hodgkin-Lymphome". Die letzte Gruppe wird noch einmal in "indolente" und "aggressive Lymphome" unterteilt. Diese drei Gruppen werden mit spezifischen Behandlungsverfahren therapiert.
Im Allgemeinen sind, wie bei anderen Tumoren auch, maligne Lymphome Erkrankungen des höheren Lebensalters, mit einem Altersgipfel in der siebten und achten Lebensdekade. Ausnahme hiervon ist der "Morbus Hodgkin", bei dem sich auch bei Patienten in der dritten Lebensdekade eine Häufung findet.
Symptome der Erkrankung sind in aller Regel Vergrößerungen der lymphatischen Strukturen, insbesondere der Lymphknoten, der Leber und der Milz oder des Waldeyerischen Rachenringes (Mandeln). Darüber hinaus können aber auch praktisch alle anderen Organsysteme betroffen sein. Die Schwellungen sind in aller Regel schmerzlos, Komplikationen treten insbesondere durch Kompression umliegender Strukturen auf bzw. werden durch das Einwachsen in diese bedingt.
Da sich das lymphatische System auch im Knochenmark befindet, kommt es gehäuft zu einer Beteiligung dieses Ortes der Blutbildung. In Folge kommt es dann zu einer Anämie (Blutmangel), zu einem Mangel an Blutplättchen (Blutungsneigung) oder zu einem Abfall der normen Immunzellen, der dann nicht selten mit einer höheren Infektanfälligkeit einhergeht.
Typisch, aber nicht spezifisch ist das Auftreten sogenannter B-Symptome. Hierunter versteht man Allgemeinsymptome, wie Fieber ohne Ursache (> 38,5 Grad über einen längeren Zeitraum), das Auftreten von starkem Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust von zehn Prozent des Körpergewichtes innerhalb von sechs Monaten. Aufgrund der unterschiedlichen Manifestationsorte kann es jedoch zu einem heterogenen Bild an verschiedenen Symptomen kommen, so dass Ärzte bei ungeklärten Ursachen immer auch an ein malignes Lymphom denken sollten.
Für eine Vielzahl von Patienten können keine spezifischen Risikofaktoren identifiziert werden. Bei einigen Erkrankungen spielen Viruserkrankungen oder andere infektiöse Agenzien eine Rolle. Die Exposition gegenüber chemischen Stoffen, Tabakrauch oder eine Strahlenexposition können das Risiko für eine Krankheitsentstehung begünstigen. Bei den malignen Lymphomen, die ja eine große Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen darstellt, sind verschiedene Mechanismen beschrieben worden. In aller Regel kommt es hier zu genetischen Veränderungen, die eine Kaskade (schrittweise Entwicklung) von weiteren Ereignissen nach sich zieht, auf deren Basis dann letztendlich die jeweilige Lymphomerkrankung entstehen kann. Das Verständnis dieser Prozesse hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, wodurch zunehmend therapeutische Ansätze entwickelt werden könnten.
Bei den indolenten Lymphomen ist das Follikuläre Lymphom der häufigste Vertreter, ca. 25 Prozent aller Patienten in Deutschland haben diese Diagnose bei einer Lymphomerkrankung. Weitere typische Erkrankungen sind das Marginalzonenlymphom, das Mantelzell-Lymphom oder der Morbus Waldenström. All diese Erkrankungen sind sogenannte B-Zell-Lymphome.
Darüber hinaus gibt es auch noch T-Zell-Lymphome, die insbesondere in der Haut auftreten. Die typischen Vertreter sind Mycosis fungoides oder das sogenannte Sézary-Syndrom. Die Einteilung der malignen Lymphome ist überaus komplex. Von den zunächst wenigen Obergruppen haben sich mittlerweile mehr als 100 Subtypen differenziert, die hier aufgrund ihrer Spezifität nicht im Detail dargestellt werden können.
Die Sicherung der Diagnose von malignen Lymphome erfolgt in aller Regel durch die Biopsie eines betroffenen Lymphknotens, der pathologisch analysiert wird und ggf. werden zusätzlich genetische Faktoren analysiert. Nach Diagnosestellung ist die erweiterte Anamnese, die körperliche Untersuchung und eine breite Labordiagnostik indiziert. Hier werden insbesondere Blutbild und Differentialblutbild, Leber- und Nierenwerte, die Infektionsserologie sowie Eiweißparameter überprüft.
Wichtig zum Verständnis der Ausbreitung der Erkrankung im Körper ist in der Regel die Durchführung einer Computertomographie vom Hals bis zu den Leisten und einer Knochenmarkpunktion. Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchungen kann dann das Stadium der Erkrankung definiert werden. Hier unterscheidet man ein limitiertes Stadium (nur auf eine begrenze Region bezogen, Stadium I oder II) oder eine generalisierte (weit verbreitete, Stadium III oder IV) Ausbreitung. Es ist zu beachten, dass die Ausbreitung per se nicht eindeutig mit der Prognose (s. u.) kumuliert. Sie dient vor allen Dingen prinzipiell der Beschreibung vor Therapiebeginn, damit nach einer Therapie eine entsprechende Vergleichsbasis besteht.
Die Prognose maligner Lymphome hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert und verbessert. Aufgrund der oben beschriebenen Vielzahl der Erkrankungsunterarten kann jedoch keine allgemeine Prognose angegeben werden. Heute werden insbesondere bei Patienten mit Morbus Hodgkin mehr als 80 Prozent dauerhaft geheilt. Die Ergebnisse beim Non-Hodgkin-Lymphom sind unterschiedlich. Bei aggressivem Lymphom können heute aber auch ein großer Teil der Patienten durch eine Therapie geheilt werden. Die indolenten Lymphome zeichnen sich dadurch aus, dass die Krankheiten sehr gut behandelt werden können, es jedoch häufig in einem sehr langen Krankheitsverlauf zu einem Rückfall kommen kann. Die Krankheitsverläufe können aber 25 bis 30 Jahre umfassen, im Sinne einer chronischen Erkrankung. Über die Prognose im Einzelnen kann Sie nur Ihr Arzt in einem ausführlichen Gespräch informieren.
Die Behandlung der malignen Lymphome ist überaus komplex. Verschiedene Therapieverfahren kommen zum Einsatz. In aller Regel sind das eine Chemotherapie (in Kombination verschiedener Medikamente), der Einsatz monoklonaler Antikörper, die Gabe von sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren, der Einsatz zellulärer Verfahren, wie der allogenen Transplantation, der Einsatz chimärer Antigenrezeptoren-tragender Zellen oder weiterer Antikörpermodifikationen.
Viele dieser Verfahren haben sich erst in den letzten Jahren entwickelt und der ideale Einsatz dieser Strategien befindet sich zum jetztigen Zeitpunkt noch in klinischer Erprobung. Dennoch kann heute davon ausgegangen werden, dass für die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit den o. g. therapeutischen Maßnahmen eine gute Therapie der Erkrankung möglich ist und für die überwiegende Anzahl der Patienten eine Heilung oder langfristige Tumorkontrolle erreicht werden kann.
Aufgrund der Heterogenität der Therapie kann diese nur im Einzelfall mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden. Für Patienten mit fortgeschrittener Lymphomerkrankung bieten wir auch eine Vielzahl innovativer Therapiekonzepte an, diese werden in sogenannten klinischen Studien erprobt. Sollten Sie Interesse hieran haben, sprechen Sie uns gerne gezielt an. Wir werden hier alle Möglichkeiten für Sie in Erwägung ziehen.
Unser Team des Schwerpunktes Lymphomtherapie an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik
Unser Team aus erfahrenen Ärztinnen und Ärzten hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patientinnen und Patienten mit Lymphom-Erkrankungen nach den neusten Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie zu behandeln. Dies schließt insbesondere die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachdisziplinen ein. Hierzu besteht ein enger und regelmäßiger Kontakt mit den Kliniken für Radiologie, Pathologie, Nuklearmedizin und den diagnostischen Laboren.
Um den besonderen Anforderungen der Lymphomtherapie zu entsprechen, haben sich in den vergangenen Jahren eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen in besonderer Weise auf diesem Gebiet speziell fortgebildet. Dies umfasst, neben der klinischen Tätigkeit, Schulungen in modernen diagnostischen oder therapeutischen Verfahren innerhalb klinischer Studien, sowie den regelhaften und interaktiven Austausch im Rahmen von klinischen Konferenzen und internationalen Kongressen.
- Prof. Dr. Georg Heß: Ist Facharzt für Hämatologie und Internistische Onkologie und stellvertretender Direktor der dritten Medizinischen Klinik. Er fokussiert sich klinisch und wissenschaftlich seit mehr als 25 Jahren auf maligne Lymphome. Als international ausgewiesener Experte für verschiedene Lymphomentitäten hat er zahlreiche klinische Studien initiiert und im Rahmen internationaler Kooperationen wertvolle Register für verschiedene Lymphomentitäten aufgebaut. Sein Schwerpunkt ist die Entwicklung patientenindividueller Therapiekonzepte unter Berücksichtigung aktueller innovativer Therapieverfahren. Zudem ist er in die Erstellung nationaler und internationaler Leitlinien zur Therapie maligner Lymphome eingebunden. Er ist Mitglied in nationalen und internationalen Studiengruppen und aktuell der Sekretär der Deutschen Studiengruppe für Maligne Lymphome (German Lymphoma Alliance, GLA).
Besondere Schwerpunkte: Großzelliges – aggressives Lymphom, Mantelzelllymphom, Follikuläres Lymphom, M. Waldenström, CLL
- Dr. Joachim Beck: Ist Facharzt für Hämatologie und internistische Onkologie. Er ist seit Jahrzehnten ein klinisch ausgewiesener Experte für eine Vielzahl maligner Lymphome. Besonderer Schwerpunkt ist die morphologische Diagnostik und durchflusszytometrische Subtypisierung von Lymphomentitäten. Er leitet seit langer Zeit das Studienprogramm für die Hodgkin-Lymphome sowie die Burkitt-Lymphome und ist Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden.
Besondere Schwerpunkte: M. Hodgkin, Burkitt-Lymphome
- Dr. Stephanie Herold: Ist Fachärztin für Hämatologie und internistische Onkologie und seit mehreren Jahren Mitglied des Lymphomteams. Insbesondere beschäftigt sie sich mit der Chronischen lymphatischen Leukämie, sowie darüber hinaus mit der Verbesserung von Aufklärungsmaterialien für Patientinnen und Patienten. Sie ist Mitglied der DGHO, der GLA und des europäischen Mantelzelllymphomnetzwerkes und der Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie.
Besondere Schwerpunkte: CLL, Follikuläres Lymphom, Primär mediastinales Lymphom
- Dr. Marie Tilch: Ist Fachärztin für Innere Medizin und ebenfalls seit mehreren Jahren im Bereich maligner Lymphome aktiv. Neben ihrer breiten klinischen Tätigkeit liegt ihr Fokus auf der Betreuung von klinischen Studien insbesondere im Bereich des Mantelzelllymphoms, sowie anderer aggressiver Lymphome, einschließlich des Einsatzes innovativer zellulärer Therapieverfahren. Darüber hinaus koordiniert sie das wissenschaftliche Begleitprogramm internationaler Studien. Ein weiterer wissenschaftlicher Fokus ist die Versorgungsforschung mit besonderem Fokus auf Lebensqualität und Langzeitfolgen nach Chemoimmuntherapien. Sie ist Mitglied der DGHO, der GLA, der DGIM und des europäischen Mantelzelllymphomnetzwerkes.
Besondere Schwerpunkte: Mantelzelllymphom, aggressive Lymphome
- Dr. Linda Simon: Befindet sich in fortgeschrittener Weiterbildung zur Fachärztin für Hämatologie und Onkologie. In den vergangenen beiden Jahren hat sie vor allem den Auf- und Ausbau der Register für das Mantelzelllymphom und für weitere Lymphomentitäten vorangetrieben und zahlreiche wissenschaftliche Projekte hierzu etabliert. Sie ist Mitglied der DGHO, der GLA und des europäischen Mantelzelllymphomnetzwerkes.
Besondere Schwerpunkte: Mantelzelllymphom
Zelluläre Therapie
Enger Kontakt besteht zu unseren Kolleginnen und Kollegen der zellulären Therapie, mit denen wir gemeinsam moderne zelltherapeutische Verfahren wie die CAR-T-Zelltherapie oder die allogene und autologe Stammzelltransplantation durchführen.
Sektion Psychoonkologie
Die Diagnose einer Krebserkrankung ist für viele Patientinnen und Patienten eine große Herausforderung. Eine regelhafte und niederschwellige Zusammenarbeit mit dem Team der Psychoonkologie ist ein integraler und selbstverständlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit.
- Dr. rer. nat. Anke Ohler ist Biologin, leitet die Abteilung Projektmanagement und ist seit vielen Jahren als Projektleiterin im Bereich der klinischen Studienaktivitäten eingebunden. Darüber hinaus ist sie die Koordinatorin des europäischen Mantelzell-Lymphomregisters sowie des GLA Registers und hat bereits zahlreiche wissenschaftliche Projekte im Rahmen der Register vorangetrieben. Sie ist Mitglied der GLA und des europäischen Mantelzelllymphomnetzwerkes.
- Dr. rer. nat. Bettina Kinkel ist Biochemikerin und im Projektmanagement und in der Analyse von Datensätzen aus der epidemiologischen Forschung aktiv. Darüber hinaus betreut sie unsere Kommunikationsplattformen.
- Marta Baumgärtner ist Projektmanagerin und seit vielen Jahren in der klinischen Forschung tätig. Im Lymphom-Forschungsteam ist sie primär für die nationale und internationale Koordination des Europäischen Mantelzelllymphomregisters zuständig. Zudem leitet sie, zusammen mit Hr. Dr. Frederic Ries, die zentrale Registerbetreuung und koordiniert die Hiwi-Arbeit im Team.
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Credits
Lymphoma Research Group @ Mainz
- Marie Tilch (CARMAN, EMCL-Registry, Sarcopenia)
- Stephanie Herold (GLA-Registry - bispecifics, Improving informed consent, GOAL II)
- Linda Simon (CAR-T in MCL, EMCL-Registry)
- Nora Rogmann (post CAR fate of patients)
- Anke Ohler (Head Project Management, EMCL-R-, GLA-R, GOAL II, MCL-Elderly III, CARMAN)
- Marta Baumgärtner (Project Management)
- Bettina Kinkel (EMCL-R, Communications)
Clinical Lymphoma Research Team
- Elke Wuff (Head Nurse Lymphoma)
- Nicole Grave
- Manuel Baltzereit (Early Trials Unit)
Partners
EMCL sel.
- Martin Dreyling
- Christiane Pott
German Lymphoma Alliance
IZKS Mainz
- Elisabeth Hoenig
- Kai Kronfeld
- Oliver Deuster
- Anja Powaska
- Nadine Warnke
- Hanna Malm
- Julia Panzer
IMBEI Mainz
- Irene Schmidtmann
- Susanne Singer
- Roman Paul
- Oliver Bayer
- Melanie Schranz
Vertrauensstelle
- Sabine Fencel
- Angela Sterk
Funders
- Leukemia & Lymphoma Society
- Mainz Cancer - Förderverein Zukunft ohne Krebs
Promovierende
- Marvin Gunkel
- Marietheres Polsak
- Andreas Nikitin
- Julian Oesterling
- Helena Heinrich
- Charlotte Wieber
Abgeschlossene Promotionen
- India Morgan
- Ruzbeh Abdollazadehsagha
- Felix Freudenberger
- Theresa Beck
- Alice Moringlane
- Marie-Kristin Schwaegermann
- Anneke Reinhard
- Jana Taron
- Sarah Bonn
- Sebastian Kirschey
- Susanne Wagner
- Sophia Kolzau