UM-Patientengeschichte: Ein Start ins Leben mit nur 340 Gramm
Heute feiert Noelia ihren ersten Geburtstag. Für ihre Eltern Davide Biundo und Michelle Weckbacher ist das ein ganz besonderer Tag, denn lange war nicht klar, ob ihre Tochter es ins Leben schafft. Noelia wurde 15 Wochen zu früh geboren und hat auf der Neonatologischen Intensivstation (NICU) der Universitätsmedizin Mainz um ihr Überleben gekämpft. Mit 340 Gramm war sie eines der leichtesten Neugeborenen, die bisher an der UM geboren wurden. Eine Herausforderung für Eltern, Angehörige, Ärzt:innen und Pflegende.
„Es gibt Geschichten im Leben, die einen für immer verändern – unsere ist die unserer Tochter Noelia“, erzählt Davide Biundo. „Noelia wurde drei Wochen nicht richtig durch die Plazenta versorgt“, berichtet Michelle Weckbacher, Noelias Mutter. „Das war alles furchtbar schrecklich. Man stellte uns, noch bevor Noelia überhaupt zur Welt kam, vor die Entscheidung, ob wir sie gehen lassen oder das Risiko in Kauf nehmen, dass sie es vielleicht nicht schafft oder dass sie dauerhaft Schäden davonträgt.“
Der erste Schrei
Doch die werdenden Eltern wollten nicht aufgeben. „Wir wollten sie nicht verlieren und wollten, dass alles für sie getan wird“, sagt Michelle Weckbacher. 15 Wochen vor dem Geburtstermin verschlechterte sich der Blutfluss über die Nabelschnur dramatisch. Dann ging alles ganz schnell und ein Kaiserschnitt wurde eingeleitet. „Noelia kam um 22.26 Uhr auf die Welt und hat geschrien. Das war so befreiend. Denn sie hat uns ab diesem Moment schon gezeigt, dass sie eine Kämpferin ist“, so Papa Davide Biundo. Auch der behandelnde Arzt Dr. Dirk Wackernagel erinnert sich an die dramatische Geburt vor einem Jahr: „Die Stabilisierung und die Betreuung der kleinen Noelia war für unser gesamtes Team eine Herausforderung. Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment, als wir nach der Erstversorgung Noelias Gewicht ermitteln wollten und die Waage im Inkubator anzeigte, dass das Gewicht ‚unrealistisch‘ sei.“
Danach war Noelia monatelang auf der Intensivstation für Neugeborene. Michelle Weckbacher erzählt: „Ich war jeden Tag dort. Es gab immer wieder kritische Momente; zwischendrin wurde sie auch notoperiert. Viele Geräte waren nicht für ihre Größe gemacht. Das war auch für das ganze Team der NICU herausfordernd!“ Nach zwei Wochen durften sie ihre Tochter das erste Mal auf den Arm nehmen. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Man hat sie gefühlt, aber irgendwie doch nicht — wegen der ganzen Schläuche. Jeder Tag war ein Geschenk“, berichtet Davide Biundo.
Das erste Mal zu Hause
„Am 24. Dezember durften wir sie endlich mit nach Hause nehmen. Ausgerechnet an Heiligabend. Das war unser ganz persönliches Weihnachtswunder“, so Davide Biundo. „Wir empfinden eine tiefe, lebenslange Dankbarkeit für das ganze Team an der Unimedizin in Mainz!“ Michelle Weckbacher ergänzt: „Wir waren auch traurig, als wir gegangen sind. Da sind die ein oder anderen Tränen geflossen – auch bei den Mitarbeitenden. Das war eine unglaublich intensive Zeit.“
Heute erfüllt Noelia das Leben der beiden mit einer Liebe, die sie so nie für möglich gehalten haben. „Wir möchten mit unserer Geschichte anderen Familien Mut machen, nie aufzugeben, an Wunder zu glauben und Hoffnung zu behalten“, so Davide Biundo.
Für den ersten Geburtstag von Noelia haben die Eltern eine Party geplant: „Wir wollen auf jeden Fall groß feiern. Denn nun möchten wir mit Noelia und unserer Familie das Leben genießen!“ Vom Team der NICU richtet Dr. Dirk Wackernagel Grüße aus: „Obwohl der klinische Verlauf in vielen Phasen schwierig und kritisch war, ist es uns zusammen mit der Familie gelungen, Noelia auf ihrem langen Weg bestmöglich zu behandeln und zu unterstützen. Wir gratulieren Noelia ganz herzlich zu ihrem ersten Geburtstag!“