Visual Universitätsmedizin Mainz

Ambulante Operationen

Bei einer ambulanten Operation wird Ihr Kind vormittags in der Kinderchirurgie aufgenommen, operiert und am gleichen Tag wieder nach Hause entlassen.

Ambulante und tageschirurgische Eingriffe werden von Montag bis Freitag am Vormittag durchgeführt. Die Vorteile liegen vor allem in der Verkürzung des Aufenthaltes Ihres Kindes in der Klinik.

Welche Eingriffe können ambulant bzw. tageschirurgisch durchgeführt werden?
  • Beschneidung bei Vorhautverengung (Phimose)
  • Entfernung kleiner Zysten, Pigmentflecken, Hautanhängsel und Tumoren der Haut und des Unterhautgewebes
  • Kleine handchirurgische Eingriffe (z.B. Entfernung von Handgelenksganglien, schnellender Daumen
  • Operationen von Leistenbrüchen und Wasserbrüchen, Hodenhochstand-/verlagerung
  • Spiegelung von Speiseröhre/Magen und Dickdarm, Blase, Luftröhre
  • Implantatentfernung nach Knochenbrüchen
  • Versorgung von Kleinbrüchen
 Voraussetzungen für Tages-Eingriffe:
  • Ihr Kind ist älter als 1 Jahr
  • Der Eingriff ist relativ einfach und dauert nicht länger als etwa 30 Minuten
  • Ihr Kind hat keine akuten Erkrankungen (z.B. Bronchitis, Windpocken)
  • Ihr Kind hat keine schwerwiegende chronische Erkrankung (Herzfehler, Muskelerkrankung)
  • Die Versorgung Ihres Kindes zu Hause durch Sie und Ihre Kinderärztin/Ihren Kinderarzt und evtl. eine häusliche Kinderkrankenpflege ist gesichert
  • Die Fahrzeit von Ihrer Wohnung zur Klinik beträgt auch bei dichtem Verkehr nicht mehr als 60 Minuten
  • Sie haben zu Hause für den Notfall ein Telefon

 Für einen reibungslosen Ablauf ist vorab einiges zu beachten.

Vorbereitungen

Bevor die endgültige Entscheidung für eine ambulante Operation fällt, sind Voruntersuchungen und eine Besprechung mit dem kinderchirurgischen Operateur und dem Narkosearzt notwendig. Diese können bereits erfolgen im Rahmen der Erstvorstellung oder zum einem vereinbarten Folgetermin (z.B. wenn Sie sich noch eine Bedenkzeit wünschen), jedoch spätestens am Tag vor der geplanten Operation ist dies erforderlich.

Diese kinderchirurgischen und anästhesiologischen Aufklärungsgespräche vor der Operation bieten Ihnen und natürlich auch unseren kleinen Patienten Gelegenheit, ausführlich die Notwendigkeit, die Durchführung und die Nachsorge der geplanten Operation zu erörtern. Zeitpunkt und Inhalt der Gespräche werden auf entsprechenden Formularen dokumentiert. Da für Sie Informationen aus erster Hand mit Sicherheit die ergiebigsten sind, ist die Anwesenheit beider Elternteile bei den Gesprächen vorteilhaft.

Sie werden im Detail über die OP aufgeklärt und unterschreiben anschließend die kinderchirurgische OP-Einwilligung (Pdf , 207.1 KB) sowie die Erklärung beim Narkosearzt, dass Sie mit der Narkose einverstanden sind.

Sie erhalten Hinweise zum Verhalten vor und nach der Operation sowie Merk- und Informationsblätter mit einer ausführlichen Übersicht zum geplanten Ablauf der Operation zum Verbleib.

Ferner werden Fragen besprochen, die mit der Operation und der Narkose zusammenhängen. Der Narkosearzt wird Ihnen sagen, ab wieviel Uhr Ihr Kind vor der Operation nichts mehr essen und trinken darf. Zur Vermeidung von Komplikationen ist bei geplanten Operationen die Einhaltung einer Nüchternzeit notwendig. Bitte beachten Sie in jedem Fall die von Ärzten und Pflegepersonal für Ihr Kind festgelegten Zeiten. Bringen Sie an diesem Tag bitte etwas Geduld und Zeit mit, da Sie mehrere Abteilungen aufsuchen müssen.

Es ist immer günstig, wenn Sie sich in Vorbereitung auf das Gespräch Ihre Fragen notieren, damit keine Ihrer Sorgen unangesprochen bleibt. Wir nehmen uns gerne die Zeit, mit Ihnen und Ihrem Kind gemeinsam alle Fragen und Nöte zu erörtern, damit kein Raum für unnötige Beängstigung bleibt.

Nach dem OP-Aufklärungsgespräch in unserer kinderchirurgischen Sprechstunde

Leitstelle der Kinderpoliklinik (Geb. 109, EG)

dem Gespräch beim Narkosearzt in der Anästhesiesprechstunde

Frauenklinik/HNO-Klinik (Geb. 102, EG)Raum 0921

sowie nach der Patientenaufnahme an der Anmeldung und Abgabe der Patientenakte in der Leitstelle Kinderpoliklinik

 

Anmeldung (Geb. 109, EG)Leitstelle Kinderpoliklinik (Geb. 109, EG)

 

können Sie nach Hause gehen, sofern im Vorfeld mit Ihnen nichts anderes besprochen bzw. vereinbart wurde. Nähere Details zu den o.g. Anlaufstellen können Sie unserem Laufzettel (Pdf , 220.1 KB) entnehmen.

 

Was sollten Sie zur optimalen Vorbereitung mitbringen?
  • Ihr Kind, welches operiert werden soll, muss an diesem Tag bei den Vorbereitungen und für die Untersuchung mit anwesend sein
  • Versichertenkarte
  • Überweisungsschein
  • Impfausweis
  • Vorsorgeuntersuchungsheft
  • Ergebnisse, Arztbriefe früherer Untersuchungen/Behandlungen (sofern vorhanden)
  • Liste von Dauermedikationen
  • Röntgen-, Sonographie-, CT- oder Kernspinbilder etc. (sofern vorhanden)
  • Sofern ein geteiltes Sorgerecht vorliegt, bitten wir Sie diesbezüglich die erforderlichen Dokumente mitzubringen (z.B. Einwilligung des Partners)

Am Nachmittag vor dem Operationstag stehen in der Regel Zeitpunkt der Operation und Operationsteam fest.

Wir werden Sie am Vortag der Operation anrufen, um Ihnen die Aufnahmeuhrzeit mitzuteilen. Falls Sie bis 15:30 Uhr Montag bis Donnerstag oder Freitag bis 13:30 Uhr nichts von uns hören, rufen Sie uns bitte unter der Telefonnummer 06131 / 17-2034 an.


Unter dem folgenden Link können Sie sich gerne im Vorfeld unseren Laufzettel (Pdf , 220.1 KB)ansehen und ausdrucken, welche Wege und Formalitäten Sie im Vorfeld zu den Vorbereitungen durchlaufen werden. Diesen erhalten Sie auch am Tag der Vorbereitungen ausgehändigt.

 

Bitte beachten Sie:

Sollte Ihr Kind in der Nacht zuvor gefiebert, gehustet, geschnupft oder erbrochen haben, muss es jetzt noch einmal ärztlich untersucht werden. Möglicherweise muss der Eingriff aufgrund dieser Symptome verschoben werden.

Der Ablauf am Operationstag

Am Tag der Operation melden Sie sich bitte um die mit Ihnen vereinbarte Uhrzeit mit ihrem Kind auf unserer Station A3 Kinderchirurgie im 2. OG an. Zur Orientierung erhalten Sie vorab einen Lageplan (Pdf , 935.0 KB). Die grünen Fußabdrücke im Eingangsbereich der Kinderchirurgie (Gebäude 109) führen Sie direkt auf unsere Station. Melden Sie sich dort bitte bei unserem Pflegepersonal an. Wichtig ist, dass Ihr Kind am Operationstag nüchtern in die Klinik kommt. Am Operationstag überzeugen wir uns nochmals von der Operationsfähigkeit Ihres Kindes. Es wird dann in Ihrem Beisein für die Operation vorbereitet. Sollte die Verabreichung einer Spritze oder die Anlage eines Venenzuganges notwendig sein, dann wird dies im Operationssaal durchgeführt, wenn Ihr Kind durch Medikamenteneinwirkung schläft oder nach Anlegen eines „betäubenden Pflasters“ schmerzfrei ist.

Natürlich können Sie Ihr Kind bis zur Übergabe an das OP-Personal begleiten.

Die Reihenfolge der Operationen wird von medizinischen Notwendigkeiten bestimmt. Jüngere Kinder werden in der Regel vor älteren Kindern behandelt, größere Eingriffe folgen kleineren Operationen, bestimmte Eingriffe gehören aus hygienischen Gründen an das Ende des Operationsprogramms.

Trotz sorgfältiger Planung kann manchmal der Operationstermin nicht exakt eingehalten werden. Richten Sie sich deshalb bitte auf evtl. Wartezeiten ein.

Warum kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen?

Wir planen die Operation Ihres Kindes so in das OP-Programm ein, dass es nach aller Voraussicht nicht zu größeren Verzögerungen zwischen dem Eintreffen in der Klinik und dem Operationsbeginn kommt. Verzögerungen können sich durchaus aus anderen laufenden Operationen ergeben, aus Notfällen oder Unfällen, die dringlich eingeschoben werden müssen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.

Narkose

Die Narkose ist ein wichtiger Bestandteil der operativen Behandlung. Viele Menschen fürchten sich vor der Narkose mehr als vor der eigentlichen Operation. Doch das ist nicht notwendig. Natürlich birgt jeder medizinische Eingriff ein eigenes Risiko, so auch die Narkose. Aber wir tun alles, damit es Ihrem Kind auch während der Narkose gut geht. Rund um die Uhr stehen in unserer Klinik speziell für die Anästhesie von Kindern ausgebildete Fachärzte zur Verfügung. Das Team der Kinderanästhesisten ist mit den speziellen Besonderheiten des kindlichen Körpers und der kindlichen Psyche vertraut.

Vor dem eigentlichen Narkosebeginn bekommen alle Kinder, die älter als ein Jahr sind eine sogenannte Prämedikation, d.h. ein Medikament, das Angst löst und die Situation nur eingeschränkt wahrnehmen lässt. Wenn Sie wollen, können Sie Ihr Kind selbstverständlich bis zur Übergabe an das Narkoseteam begleiten. Dann beginnt die eigentliche Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung im Operationssaal, den Sie nicht betreten dürfen.

Während der Narkose, die über Gase zum Einatmen oder spritzbare Medikamente eingeleitet werden kann, wird die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung kontinuierlich überwacht. Über die verschiedenen und in dem speziellen Fall erforderlichen Narkosemöglichkeiten werden Sie in dem Aufklärungsgespräch des Anästhesisten informiert.

Aufwachen nach der Operation im Beisein der Eltern

Nach der Operation wird Ihr Kind zunächst im Aufwachraum noch einige Zeit unter Ihrer Obhut und der Aufsicht medizinischen Personals schlafen. Der Operateur wird Sie über den Verlauf der Operation informieren und Sie erhalten wichtige Verhaltenshinweise für die postoperative Phase. Anschließend wird Ihr Kind auf unserer Station überwacht und betreut, bis der Allgemeinzustand eine Entlassung erlaubt. Sollte aufgrund einer bestehenden Vorerkrankung oder nach großen operativen Eingriffen eine intensive Nachbeobachtung erforderlich sein, wird Ihr Kind nach der Operation auf unserer interdisziplinären Kinderintensivstation verlegt.

Vor der Entlassung

Egal, ob Ihr Kind unter Vollnarkose oder mit einer örtlichen Narkose operiert wurde, werden wir die Entlassungsfähigkeit Ihres Kind nach individueller Prüfung durch den Kinderchirurgen aussprechen und Ihnen wichtige Verhaltenshinweise für die postoperative Phase mitteilen, evtl. werden Ihnen auch Medikamente mitgegeben.  

Verhalten nach der Operation

  • Nach der ambulanten Operation stellen wir Ihnen gerne auf unserer Station Wasser, Tee und Zwieback zur Verfügung
  • Zu Hause sollte Ihr Kind am Operationstag Bettruhe einhalten
  • Geben Sie ihm bitte abends nur leichte Kost, z.B. etwas Tee, einen Zwieback oder ein Butterbrot. Am nächsten Morgen ist wieder eine normale Ernährung möglich
  • Die Anwesenheit einer engen Bezugsperson ist in den ersten Tagen notwendig. Sie sollten zu Hause ein Telefon und ein Auto zur Verfügung haben
  • Rufen Sie uns oder Ihren Kinderarzt an, wenn Sie Fragen haben
  • Bitte stellen Sie Ihr Kind beim Kinderarzt oder bei uns sofort vor, wenn Probleme auftreten

Bitte beachten Sie hierzu auch unser Merkblatt (Pdf , 93.5 KB).

 

 

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