Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Familien und Besucherinnen und Besucher,
auf unserer Seite informieren wir Sie über die Leistungen und Angebote der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz. Sie erhalten hier einen ersten Überblick über unser Team sowie über unser Behandlungsspektrum.
Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich jederzeit gerne an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort wenden oder uns eine Email senden. Unser Team ist jederzeit gerne für Sie da.
Was machen Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen?
Kinderchirurgischer Alltag
Wenn ein Kind erkrankt, wünschen sich Eltern die bestmögliche Behandlung. Steht beispielsweise eine Operation an, ist es vielen Familien wichtig, dass diese von einer Chirurgin oder einem Chirurgen durchgeführt wird, die oder der auf Operationen bei Kindern spezialisiert ist.
Zwar operieren auch Chirurginnen und Chirurgen aus der Erwachsenenmedizin Kinder und erzielen dabei gute Ergebnisse. An größeren Kliniken gibt es jedoch eigene Fachabteilungen für Kinderchirurgie. Dort behandeln Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen ausschließlich Neugeborene, Kinder und Jugendliche.
Sie arbeiten in spezialisierten Teams und eng mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen, etwa mit Anästhesistinnen und Anästhesisten für Kindernarkosen, Kinderkrankenpflegekräften sowie pädagogischem Personal wie Erzieherinnen und Erziehern. Häufig stehen dafür auch eigene kinderchirurgische Stationen zur Verfügung.
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen sind speziell für die medizinischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgebildet. Einige verfügen darüber hinaus über zusätzliche Qualifikationen, beispielsweise in der Allgemeinchirurgie, der Kinder- und Jugendmedizin (Pädiatrie) oder der Unfallchirurgie. Dadurch können junge Patientinnen und Patienten umfassend und altersgerecht betreut und behandelt werden.
Wozu brauchen Sie eine Kinderchirurgin oder einen Kinderchirurgen?
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen kümmern sich um die Diagnostik sowie um die Planung und Durchführung operativer Behandlungen. Sie begleiten den gesamten Behandlungsprozess – von der Aufnahme des Kindes über die Operation bis hin zur Entlassung und der anschließenden Nachbetreuung.
Bereits bei Neugeborenen können Erkrankungen auftreten, die eine chirurgische Behandlung erfordern. Manche dieser Erkrankungen werden schon während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt erkannt und müssen teilweise frühzeitig operiert werden.
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen arbeiten dabei eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen, insbesondere mit Spezialistinnen und Spezialisten für Neugeborenenmedizin, mit Geburtshelferinnen und Geburtshelfern sowie mit weiteren beteiligten medizinischen Fachrichtungen. So wird eine umfassende und bestmögliche Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten gewährleistet.
Wen operieren Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen?
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen behandeln und operieren Neugeborene, Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. In besonderen Fällen betreuen sie auch erwachsene Patientinnen und Patienten weiter, wenn diese seit ihrer Geburt wegen spezieller angeborener Fehlbildungen kinderchirurgisch behandelt werden und in der Erwachsenenmedizin keine gleichwertige spezialisierte Betreuung verfügbar ist.
Bei Neugeborenen
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen sind besonders auf die operative Behandlung angeborener Fehlbildungen spezialisiert. Das Spektrum reicht von häufig vorkommenden Erkrankungen wie der Leistenhernie bis hin zu komplexeren Fehlbildungen, etwa angeborenen Erkrankungen des Darms (z. B. Morbus Hirschsprung oder verschiedene Formen von Atresien des Magen-Darm-Traktes) sowie Fehlbildungen der Lunge oder des Zwerchfells.
Vor der Geburt
Viele Fehlbildungen werden bereits während der Schwangerschaft im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen erkannt. In größeren Kliniken werden diese Befunde gemeinsam mit den Eltern sowie mit Fachärztinnen und Fachärzten aus Geburtshilfe, Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendmedizin besprochen.
Für Eltern ist es oft eine große Belastung, schon vor der Geburt zu erfahren, dass ihr Kind möglicherweise operiert werden muss. Häufig hilft es jedoch, die behandelnden Ärztinnen und Ärzte frühzeitig kennenzulernen und offene Fragen in einem ruhigen Gespräch klären zu können.
Operationen am ungeborenen Kind im Mutterleib stellen einen großen medizinisch-technischen Fortschritt dar, sind jedoch mit besonderen Risiken für Mutter und Kind verbunden. In bestimmten Fällen können solche Eingriffe lebensrettend sein oder spätere gesundheitliche Beeinträchtigungen deutlich verringern. Ob eine solche Behandlung sinnvoll ist, wird immer individuell und ausführlich mit den Eltern besprochen.
Unfälle
Ein weiterer wichtiger Bereich der Kinderchirurgie ist die Behandlung von Unfallverletzungen. Leider müssen in größeren kinderchirurgischen Abteilungen etwa 30–40 % der stationär aufgenommenen Kinder aufgrund von Unfallverletzungen behandelt werden. Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen verfügen daher über große Erfahrung in der Versorgung dieser Verletzungen.
Tumore und bösartige Erkrankungen
Krebserkrankungen im Kindesalter werden in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendmedizin, insbesondere der pädiatrischen Onkologie, behandelt. Dank moderner Diagnostik- und Therapieverfahren können heute glücklicherweise viele Kinder mit einer Krebsdiagnose erfolgreich behandelt und geheilt werden.
Die Kinderchirurgie ist dabei ein wichtiger Bestandteil des interdisziplinären Behandlungsteams. Zu den Aufgaben der Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen gehören unter anderem das Anlegen zentralvenöser Zugänge (z. B. Portkatheter oder zentralvenöse Verweilkatheter), die Entnahme von Gewebeproben zur Diagnosesicherung (Biopsien) sowie die operative Entfernung solider Tumoren bei Kindern.
Durch die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen wird eine umfassende und bestmögliche Behandlung der jungen Patientinnen und Patienten gewährleistet.
Warum gibt es spezielle Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen?
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen sind speziell auf die kleinen Organe und die besonderen physiologischen Bedingungen von Kindern vorbereitet. Sie operieren frühgeborene Kinder ab einem Gewicht von etwa 450 g bis hin zu Jugendlichen im Teenageralter. Ihre Ausbildung und Arbeitsweise sind darauf ausgerichtet, die individuellen medizinischen und emotionalen Bedürfnisse junger Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen.
Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen arbeiten in spezialisierten Teams, die ausschließlich mit Kindern arbeiten und die deren besondere emotionalen Bedürfnisse erkennen und respektieren. Sie können sich auf die enge Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Kinderanästhesistinnen und -anästhesisten sowie Kinderkrankenpflegekräften verlassen. Dadurch werden operative Eingriffe sicherer und schonender durchgeführt.
Eine kinderchirurgische Abteilung betrachtet nicht nur das betroffene Organ, sondern das Kind in seiner Gesamtheit. Kinder sind oft erstaunlich schnell wieder mobil und erholen sich nach Eingriffen meist rasch. Durch ihre Arbeit können Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen manchmal buchstäblich ein ganzes Leben retten, indem sie ihre Patientinnen und Patienten durch den wichtigsten Abschnitt des Aufwachsens bis ins frühe Erwachsenenalter begleiten.