Interdisziplinäres Herzinsuffizienz-Team

Die Herzinsuffizienz entsteht meist als Folge anderer Herzerkrankungen, etwa einer Erweiterung des Herzmuskels (dilatative Kardiomyopathie), Durchblutungsstörungen (ischämische Kardiomyopathie, Herzinfarkt) oder Funktionsstörungen der Herzklappen.

Für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist eine engmaschige medizinische Betreuung entscheidend. Bereits kleine Veränderungen des klinischen Zustands müssen ernst genommen und rasch bewertet werden. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie (Heart Failure Unit) entwickeln wir für jeden Patienten ein personalisiertes Therapiekonzept.

Unser gemeinsames Ziel ist es, Ihre Lebensqualität zu verbessern und Ihre Lebenserwartung zu verlängern.


Wer sind wir

Wir sind spezialisiert auf die chirurgische Behandlung der fortgeschrittenen Herzinsuffizienz und auf moderne mechanische Kreislaufunterstützungssysteme (MCS).

Unsere wichtigsten Therapieverfahren:

  • Mechanische Herzunterstützungssysteme (Kunstherzen)

    • Linksventrikuläre Unterstützungssysteme (LVAD, z. B. HeartMate III)

    • Biventrikuläre Unterstützungssysteme (BiVAD)

  • Temporäre Kreislaufunterstützung

    • Impella-Systeme (Impella 5.5, Impella RP, Impella RP Flex)

    • Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)

  • Baroreflex-Aktivierungstherapie (BAT)

  • Rekonstruktive Herzchirurgie

    • Behandlung von Ventrikelaneurysmen nach Herzinfarkt


Mechanische Kreislaufunterstützung (MCS)

Mechanische Unterstützungssysteme können ein geschwächtes Herz entlasten oder zeitweise ersetzen. Sie werden insbesondere bei schwerer Herzinsuffizienz oder kardiogenem Schock eingesetzt.

Je nach Situation können diese Systeme eingesetzt werden als:

  • Bridge to Transplantation (BTT)
    Überbrückung bis zu einer Herztransplantation
  • Bridge to Recovery (BTR)
    Unterstützung bis zur Erholung der Herzfunktion
  • Bridge to Decision
    Stabilisierung des Patienten bis zur endgültigen Therapieentscheidung
  • Destination Therapy (DT)
    Dauerhafte Therapie mit einem Herzunterstützungssystem

Baroreflex-Aktivierungstherapie (BAT)

Die Baroreflex-Aktivierungstherapie ist ein innovatives Verfahren zur Behandlung bestimmter Formen der Herzinsuffizienz sowie der therapieresistenten Hypertonie.

Dabei wird ein kleines Stimulationssystem im Halsbereich implantiert, das die Barorezeptoren der Halsschlagader aktiviert. Dadurch kann das autonome Nervensystem reguliert werden, was zu einer Senkung des Blutdrucks und einer verbesserten körperlichen Belastbarkeit führen kann.


Rekonstruktion des Herzmuskels

Nach einem Herzinfarkt kann sich die Herzwand ausdünnen oder ausstülpen (sogenanntes Ventrikelaneurysma). Dadurch wird die Pumpfunktion des Herzens deutlich beeinträchtigt und kann im Extremfall zu Rupturen oder Ventrikelseptumdefekten führen. Durch moderne rekonstruktive herzchirurgische Verfahren können geschädigte Bereiche stabilisiert und die Pumpfunktion verbessert werden.