Entwicklung einer S2k-Leitlinie Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an Schulen (LL-SGF)

Laufzeit: 2025 – 2026
AWMF-Registernummer: 071 - 015

Projekthintergrund

Schulgesundheitsfachkräfte (engl. school nurses) gewinnen im deutschen Bildungssystem zunehmend an Bedeutung. Dies liegt u.a. an einem wachsenden Bedarf an Präventionsmaßnahmen und medizinisch-pflegerischer Versorgung im Schulalltag. Ursachen hierfür sind unter anderem eine steigende Anzahl an Schülerinnen und Schülern mit chronischen Erkrankungen und das verstärkte Auftreten sogenannter „neuer Morbiditäten“ wie Übergewicht oder exzessive Mediennutzung.

Seit 2017 werden Schulgesundheitsfachkräfte in mehreren Bundesländern in verschiedenen Schulformen modellhaft erprobt und teilweise bereits dauerhaft etabliert. Ihr Aufgabenfeld ist dabei weit gefächert: Es umfasst die Akut- und Unfallversorgung, die kontinuierliche medizinisch-pflegerische Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen, die Früherkennung von Gesundheitsstörungen (z.B. Screening-Maßnahmen) sowie die Planung und Umsetzung von Angeboten zur Primärprävention und Gesundheitsförderung (z.B. Bewegungsförderung).

Die Wirksamkeit der Schulgesundheitsfachkräfte wird wesentlich durch verschiedene Kontextfaktoren beeinflusst (z.B. schulische Strukturen, personelle Ressourcen, Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team). Diese Faktoren sollten daher bei der Planung und Umsetzung der Schulgesundheitspflege systematisch berücksichtigt werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern – etwa den USA – fehlt es in Deutschland bislang an einer evidenzbasierten und konsentierten Leitlinie, die den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften strukturiert beschreibt und sowohl die Wirksamkeit, als auch relevante Implementierungs- und Kontextfaktoren berücksichtigt.

Projektziele

Im Rahmen der Erstellung der S2k-Leitlinie werden praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für den qualitätsgesicherten Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften im deutschen Bildungssystem erarbeitet und konsentiert. Die Leitlinie leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der medizinisch-pflegerischen Versorgung von Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit. Darüber hinaus soll sie die Umsetzung wirksamer Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung im Setting Schule unterstützen und so die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig stärken.

Projektablauf

Die Erstellung der Leitlinie erfolgt nach den Methodenstandards der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Zu Beginn legt die inter- und transdisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe die inhaltliche Ausrichtung der Leitlinie fest. Im Anschluss führen wir eine fokussierte Evidenzsynthese durch, die sich aus einer Literaturrecherche, dem Screening der gefundenen Literatur und der Datenextraktion zusammensetzt. Basierend auf diesen Ergebnissen entwickeln die Mitglieder der Leitliniengruppe Empfehlungen, die in Konsensuskonferenzen unter neutraler Moderation diskutiert und abgestimmt werden.

Der Leitlinienentwurf wird anschließend von externen Reviewer:innen begutachtet und zusätzlich den beteiligten Fachgesellschaften und Organisationen zur Kommentierung vorgelegt. Die finale Verabschiedung der Leitlinie erfolgt im Umlaufverfahren durch alle beteiligten Fachgesellschaften und Organisationen. Nach erfolgreicher Konsentierung wird die Leitlinie auf der Website der AWMF veröffentlicht und damit allen involvierten Akteur:innen zugänglich gemacht.

Förderung

Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz

Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen

(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e.V.
  • Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V.
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V.
  • Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V.
  • Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.
  • Bundeselternrat
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
  • Bundesschülerkonferenz
  • Bundesverband für Logopädie e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für ambulante allgemeine Pädiatrie e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheit und Bevölkerungsmedizin e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V.
  • Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
  • Deutscher Lehrerverband
  • Deutscher Verband für Physiotherapie e.V.
  • Gesunde Städte-Netzwerk
  • Gesundheitsamt Stuttgart
  • Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen
  • Kindernetzwerk e.V.
  • Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz
  • Netzwerk Schulgesundheitsfachkräfte
  • Verband Bildung und Erziehung e.V.
  • Verband Sonderpädagogik e.V.

Ansprechpartner:innen

Dr. rer. nat. Dorothée Malonga Makosi, MPH (Leitliniensekretariat)
Maja Lenk, M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Dr. med. Michael Eichinger (Leitlinienkoordinator)
Email: sgf@uni-mainz.de