Gesundheitsminister Clemens Hoch: 300.000 Euro Landesförderung für Optimierung der Sepsistherapie

PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT UND GESUNDHEIT (MWG)


Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und entsteht durch den Übertritt von Infektionserregern in die Blutbahn. Kommt es zu einem Multiorganversagen mit Schock, so ist die Sterblichkeit sehr hoch. Umso wichtiger und entscheidend für die Überlebenschance ist es, eine Sepsis früh zu erkennen und eine wirksame Behandlung einzuleiten. Darauf zielt das Projekt „GeSIC – Genomics in Sepsis Intensive Care“ ab, das die schnelle und gezielte Erkennung der Sepsis, sowie der spezifischen Diagnostik der Erreger fokussiert. Das Projekt der Klinik für Anästhesiologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter der Leitung von Dr. med. Katharina Hoeter, wird in Kooperation mit der Heriot-Watt University in Schottland und der Abteilung für Sportmedizin, Prävention & Rehabilitation der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt und von der Landesregierung mit 300.000 Euro gefördert.

„Patientinnen und Patienten profitieren von einer frühen, präzisen Diagnostik, die zu einer gezielten Sepsistherapie führt und damit die Überlebenschance entscheidend verbessert. Durch die Kooperation mit Schottland erhalten wir Zugang zu einzigartigen Versorgungsdaten, identifizierten Best Practices und eine Basis für neue Leitlinien mit strukturierten Handlungsempfehlungen bei der Sepsisversorgung“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch. Auf lange Sicht könnte so die Sterblichkeitsrate bei Sepsis gesenkt und darüber hinaus die Kosten im Gesundheitssystem durch eine kürzere Behandlung und einen geringeren Einsatz von Antibiotika reduziert werden.

„Wir freuen uns sehr über das große Engagement des Landes Rheinland-Pfalz und die substanzielle Förderung dieses zukunftsweisenden Projekts. Diese Unterstützung ermöglicht es uns, innovative molekulargenetische Verfahren in die klinische Versorgung zu integrieren und die Sepsisdiagnostik entscheidend zu verbessern. Ich bin überzeugt, dass wir die Sepsisversorgung in Rheinland-Pfalz auf ein neues Niveau heben und damit perspektivisch auch bundesweit wichtige Impulse für eine modernere, personalisierte Intensivmedizin setzen können“, so Dr. med. Katharina Hoeter, Projektleiterin und stellvertretende Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz.

Bei dem Projekt „GeSIC – Genomics in Sepsis Intensive Care“ handelt es sich um ein gemeinsames Projekt zur Sepsisversorgungsforschung von Rheinland-Pfalz und Schottland unter Nutzung der Technologie der Kooperationspartner in Schottland. Die Sepsisversorgung in Rheinland-Pfalz und Schottland unterscheidet sich hinsichtlich diagnostischer Geschwindigkeit, systematischer Reaktionszeit und Outcome-Qualität. Eine innovative Kombination aus Next Generation Sequencing (NGS) für die Erregerbestimmung und der Bestimmung zellfreier DNA (cfDNA) für die Einschätzung der Reaktion des Körpers auf die Sepsis, ermöglichen in kürzester Zeit ein Maximum an wertvollen Informationen. Hierdurch kann die eingeleitete Therapie in Ihrer Präzision und Wirkung optimiert und personalisiert werden. Die Sterblichkeitsrate an Sepsis ist in Deutschland mit bis zu 59 Prozent deutlich höher als in Schottland mit rund 20 Prozent. Die im Projekt erhobenen Daten können perspektivisch als Grundlage für strukturierte landesweite Versorgungsinstrumente dienen, insbesondere für den Aufbau eines Sepsisregisters.

Hintergrund:
Rheinland-Pfalz und Schottland verbindet eine enge wissenschaftliche Partnerschaft. Bereits im März 2021 wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur zwischen den zuständigen Ministerien beider Länder unterzeichnet. Diese Beziehungen wurden 2024 durch den Abschluss eines Cooperation Agreement zwischen dem Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Scotland Hub und der Scottish Universities Life Sciences Alliance (SULSA) weiter vertieft.

 

Pressekontakt MWG:

David B. Freichel
Pressesprecher
Telefon 06131 16-4597

Susanne Gellweiler
Pressesprecherin
Telefon 06131 16-2839

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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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