Höfken startet mobile Fluglärmmessstation an der Universitätsmedizin

 

Umweltministerin Ulrike Höfken hat heute in Mainz eine mobile Fluglärmmessstation des Landes in Betrieb genommen. Die Anlage wird in den kommenden drei Monaten den Fluglärm auf dem Gelände der Universitätsmedizin messen und danach an weiteren Standorten eingesetzt. „Lärm macht krank, dies hat inzwischen auch die Bundesregierung festgestellt. Die Universitätsmedizin Mainz ist in dieser Hinsicht ein besonders sensibler Ort, der direkt unter der Anfluglinie der neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens liegt – das heißt, kranke Menschen werden hier durch den Fluglärm in einem Maße zusätzlich belastet, das nicht hinnehmbar ist“, betonte Höfken. Mit der neuen, flexibel einsetzbaren Messstation sorge die Landesregierung für eine fundierte und im Zweifel auch gerichtsfeste Datengrundlage, um einen besseren Lärmschutz durchzusetzen. Höfken wies darauf hin, dass die gegenwärtigen Lärmgesetze in Deutschland die Bevölkerung vor Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht ausreichend schützen. Rheinland-Pfalz sei bereits im Bundesrat und zuletzt in der Umweltministerkonferenz initiativ geworden, um im Luftverkehr den Vorrang des Lärmschutzes vor wirtschaftlichen und verkehrlichen Belangen festzuschreiben. Im März werde die Landesregierung in Abstimmung mit anderen Bundesländern eine weitere Gesetzesvorlage in den Bundesrat einbringen. Ziel sei es, in einem ersten Schritt bei der Festlegung von Flugrouten sowie von Start- und Landeverfahren einen systematischen Lärmschutz sicherzustellen. Höfken unterstütze auch die Forderung des Umweltbundesamts nach einem generellen Nachtflugverbot für stadtnahe Flughäfen.  „Wir haben eine hohe Verantwortung für die uns anvertrauten Patienten. Um sie vor Fluglärm zu schützen, fordern wir eine deutliche Entlastung durch Umfliegen des Geländes der Universitätsmedizin Mainz, insbesondere zu den sensiblen Zeiten“, sagte Prof. Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz. „Bei Ostwind werden unsere Patienten von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends dem Fluglärm ausgesetzt. Mit der Mobilen Fluglärmmessstation haben wir nun die Chance, die Lärmbelastung direkt über uns zu erfassen und zu prüfen, inwieweit die Lärmrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingehalten werden“, so Prof. Thomas Münzel,  Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Nach den so genannten „WHO Night Noise Guidelines for Europe“ sind bei Außen-Mittelungspegeln ab  40 dB(A) in der Nacht schädliche Gesundheitseffekte messbar. Ein großer Anteil der Bevölkerung muss der WHO zufolge sein Leben dann anders einrichten, um mit der Lärmsituation in der Nacht umzugehen. Empfindliche  Gruppen, zum Beispiel Patienten, sind deutlich  stärker betroffen. Ab 55 dB(A) muss die Situation zunehmend als gefährlich für die Gesundheit der Bevölkerung angesehen werden. Ministerin Höfken rief von Fluglärm hoch betroffene Kommunen in Rheinland-Pfalz auf, ihr Interesse als zukünftiger Standort für die mobile Fluglärmmessstation gegenüber dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) zu bekunden. Sie bedankte sich bei der Ärzteschaft, die künftig auch beim „Runden Tisch Lärm“ des Landes mitarbeiten werde, für ihr großes Engagement. Die mobile neue Messstation wurde am Dienstag durch das LUWG auf dem Hochhaus der Augenklinik (Gebäude 101) installiert. Zudem betreibt das Land in Mainz-Weisenau, Mainz-Laubenheim und Nackenheim drei stationäre Fluglärmmessstationen. Der Fluglärm in Mainz und dem übrigen Rheinhessen wird darüber hinaus durch weitere Stationen der Stadt Mainz, des Landkreises Mainz-Bingen sowie von privaten Initiativen erfasst. Die Messergebnisse der mobilen Anlage werden wie bei den anderen Stationen direkt an das LUWG, das Umwelt- und Nachbarschaftshaus sowie an den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) geleitet. Auf der Webseite des Umwelthauses im „forum flughafen und region“ können Bürgerinnen und Bürger unter „Air Traffic Noise des UNH“ live die Schallpegel verfolgen (http://casper.umwelthaus.org/dfs/), Auswertungen veröffentlicht der DFLD (http://www.dfld.de/Mess.php?RegNr=1&StatNr=228). Weitere Informationen:
Bildunterschrift:
Start frei für die Fluglärmmessstation auf der Universitätsmedizin Mainz geben (v.l.n.r.) Univ-Prof. Dr. Thomas Münzel (Direktor der II. Medizinischen Klinik), Umweltdezernentin Katrin Eder, Umweltministerin Ulrike Höfken und der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer
Bildquelle: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz Pressekontakt:
Heike Spannagel,
Pressesprecherin Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, 
Telefon 06131 16-4645, Telefax 06131 16-4649,
E-Mail: heike.spannagel@mulewf.rlp.de Barbara Reinke,
Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz
Tel. 06131/17-7428, Fax 06131/17-3496,
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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