„Krebstherapie – innovativ und individuell“
Gemeinsame Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz setzt am 16. November die vierte Runde fort
Wie spannend medizinische Forschung sein kann, zeigen am 16. November 2011 wieder die Universitätsmedizin Mainz und die Medizinische Gesellschaft Mainz in Kooperation mit der Mainzer Rhein-Zeitung. Thema des Abends ist „Krebstherapie – innovativ und individuell“. Auch bei der vierten Auflage der gemeinsamen Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” können die Besucher Mainzer Spitzenforscherinnen und -forscher hautnah erleben sowie aktuelle Trends im persönlichen Gespräch diskutieren. Was dabei im Fokus ihrer Arbeit steht, stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeweils mittwochs ab 19.15 Uhr im Hörsaal der Chirurgie (Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz) vor. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Der Eintritt ist frei.
Den Vorausaussetzungen und Herausforderungen einer personalisierten Therapie bösartiger Erkrankungen widmet sich im Eröffnungsvortrag Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Theobald, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Eine seiner zentralen Fragen lautet: Antikörper, Zelltherapie, kleine Moleküle - wie viel Fortschritt für wie viel Lebensgewinn und zu welche Kosten? Prof. Theobald erläutert den Zuhörern die Notwendigkeit von der Kenntnis molekularer Veränderungen in den Krebszellen einzelner Patienten. Ebenfalls Inhalt seines Vortrages sind die wirtschaftlichen Herausforderungen für Forschung, Patientenversorgung und Gesellschaft im Ganzen, die aus der Entwicklung und Gestaltung maßgeschneiderter Therapeutika und Behandlungssequenzen resultieren.
Die Onkologie bewegt sich derzeit von der stadiengerechten Therapie zur individualisierten Therapie. Dies wurde durch die bessere Kenntnis der biologischen Grundlagen der Krebserkrankungen und durch bessere bildgebende Verfahren möglich. Wie stark die moderne Radiotherapie durch die Individualisierung der Technik und der biologischen Grundlagen der Behandlung gekennzeichnet ist, zeigt im zweiten Vortrag Univ.-Prof. Dr. med. Heinz Schmidberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, auf. Voraussetzung für eine Individualisierung der Krebstherapie sind auch klinische Studien mit großen Patientenzahlen, denn sie erlauben die Auswertung nach individuellen Risikofaktoren. Um in der Strahlentherapie von Tumorerkrankungen individuell zu dosieren, werden biologische Marker verwendet. Gleichzeitig erlauben die technischen Möglichkeiten der modernen Therapiegeräte eine Anpassung der Strahlengeometrie an die individuelle Anatomie der Patienten.
Wie ist eine verbesserte Behandlung bei ausgewählten Tumorarten zu ermöglichen? Kann man Neutronen zur Tumortherapie nutzen? Diese Fragen beantwortet Dr. rer. nat. Gabriele Hampel, akademische Direktorin am Institut für Kernchemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie stellt im dritten und letzten Vortrag des Abends die Bor Neutronen Einfang Therapie (engl. boron neutron capture therapy, BNCT) vor. Dies ist eine Form von Strahlentherapie, die weltweit in der Onkologie erprobt wird. Sie eignet sich für die Behandlung einiger Tumorarten wie beispielsweise Kopf-Hals-Tumore oder Hautkrebs. Dr. Hampel informiert die Veranstaltungsbesucher darüber, welche Anforderungen an eine solche Therapie zu stellen sind und warum das Element Bor, seine Verteilung im Gewebe und seine Anreicherung in der Tumorzelle so wichtig sind. Der therapeutische Effekt wird bei der BNCT durch die lokale Freisetzung von stark ionisierender Strahlung in Tumorzellen erzielt, welche durch den Einfang eines langsamen Neutrons durch das chemische Element Bor ausgelöst wird. Durch die sehr kurze Reichweite der freigesetzten Strahlung ist es möglich, Tumorgewebe äußerst präzise zu schädigen, ohne dass dabei das umliegende, gesunde Gewebe einer hohen Strahlungsdosis ausgesetzt wird.
Weitere Termine
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19.02.2011 Der Demenz auf der Spur
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Kontakt
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Vorsitzender der Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
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Pressekontakt
Barbara Reinke, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz, Telefon: 06131 17-7424, Fax: 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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