Mit vereinten Kräften gegen Gefäßerkrankungen des Gehirns
Neurovaskuläres Zentrum am Universitätsklinikum Mainz gegründet
Mit einem wissenschaftlichen Symposium wird heute am Universitätsklinikum Mainz das Neurovaskuläre Zentrum, welches am 1. Oktober 2008 gegründet wurde, der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Zentrum haben sich vier Kliniken und Institute zusammengeschlossen, die in die Behandlung und Erforschung von Gefäßerkrankungen im Gehirn involviert sind. Zu diesen Erkrankungen zählen etwa der Schlaganfall – eine Durchblutungsstörung im Gehirn – oder verschiedene Gefäßmissbildungen wie Aneurysmen oder Angiome. Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns sind in den letzten Jahren derart komplex geworden, dass es einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit bedarf, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Um den schon jetzt erreichten hohen Standard in Diagnostik, Therapie und Grundlagenforschung für die Patientenversorgung weiterhin zu halten und noch weiter auszubauen haben sich die Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie sowie die Institute für Neuroradiologie und Neurochirurgische Pathophysiologie zur Etablierung eines Neurovaskulären Zentrums entschlossen und dieses heute im Rahmen eines Symposiums gegründet. „Die enge und strukturierte Zusammenarbeit innerhalb dieses Zentrums wird nicht nur der Krankenversorgung, sondern auch der klinischen Forschung, der studentischen Lehre und der ärztlichen Fortbildung zugute kommen“, sind sich die Leiter der vier Einrichtungen sicher. Das Zentrum wird sich vorerst auf die Behandlung von Gefäßmissbildungen sowie Gefäßverengungen und –verschlüssen im Gehirn konzentrieren: Dazu gehört etwa der Schlaganfall, der entweder durch ein Gerinnsel, also ein verstopftes Gefäß, oder durch eine akute Hirnblutung verursacht wird. Beide Ursachen lassen sich mit modernen, bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie oder der Kernspintomographie unterscheiden, die das Institut für Neuroradiolgie vorhält. Betreut werden die Schlaganfallpatienten dann auf einer Spezialstation der Klinik für Neurologie, der so genannten Stroke Unit. Klassische Gefäßmissbildungen im Gehirn sind dagegen Aneurysmen oder Angiome, die im Allgemeinen zusammen von Neurochirurgie und Neuroradiologie betreut werden: Im ersten Fall handelt es sich um beerenförmige Aussackungen in einem Gefäß, wodurch dieses sehr dünnwandig wird und aufreißen kann. Angiome sind angeborene Fehlbildungen, bei denen eine direkte Anbindung zwischen Arterien und Venen besteht. Dabei können durchaus mehrere Blutgefäße betroffen sein, so dass ein Angiom auch als Blutgefäßknäuel veranschaulicht werden kann. „Bei der Behandlung und Erforschung aller neurovaskulären Krankheitsbilder treten jedoch noch weit mehr Schnittmengen zwischen den einzelnen Disziplinen auf“, betont Prof. Peter Stoeter, Sprecher des Neurovaskulären Zentrums und Leiter des Instituts für Neuroradiologie. „Mit unserem Neurovaskulären Zentrum wollen wir die bereits gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstreichen und weiter optimieren und strukturieren.“ Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Norbert Pfeiffer, begrüßt die Einrichtung des neurovaskulären Zentrums: „Ein solches Zentrum ist auch ein Signal für unsere Patienten und klinischen Kooperationspartner: Es verdeutlicht, dass die Experten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen im Sinne einer optimalen Diagnose und Behandlung von Patienten mit hochkomplexen Erkrankungen eng zusammen arbeiten und gemeinsam entsprechende Versorgungskonzepte etablieren. Gemäß dem Auftrag einer Universitätsklinik, nach dem Krankenversorgung, Forschung und Lehre untrennbar zusammen gehören, kommt auch der Forschung durch Einbindung des Instituts für Neurochirurgische Pathophysiologie eine angemessene Rolle zu.“
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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