Netzwerk der Exzellenz in klinischer Ethik wird ausgebaut
Universitätsmedizin Mainz kooperiert mit indischer Universität in Fragen der Me-dizinethik
Richtungweisender Schritt auf dem Weg, ein internationales Netzwerk der Exzellenz in klinischer Ethik zu bilden: Die Universitätsmedizin Mainz und die Medizinische Fakultät der Yenepoya Universität Mangalore (Indien) haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Bereits seit 2009 ist das Zentralklinikum in Portland, Oregon (USA) Netzwerkpartner. Besonders im Fokus der vergleichenden Forschung stehen die von Kultur zu Kultur variierenden Ansätze im ärztlichen und pflegerischen Umgang mit Patienten, aber auch der Umgang mit begrenzten finanziellen Ressourcen in der Gesundheitsversorgung.
„Wir wissen, dass ethisches Entscheiden und Handeln stark kulturell geprägt ist. Voneinander zu lernen ist eines der Kernziele des Netzwerks“, erläutert der Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert W. Paul den Hintergrund der Kooperationsvereinbarung. „Spannend sind beispielsweise die Fragen: Wie begegnen andere Länder anderer Kulturkreise der Ressourcenknappheit? Wie gehen andere Kulturen mit Entscheidungen am Lebensende um? Welche Entscheidungsautonomie wird diesbezüglich Menschen zugestanden?“.
Bemerkenswert ist laut Prof. Paul insbesondere, dass die Universitätsklinik Yenepoya Patienten vorrangig aus humanitären Gründen, also unentgeltlich, behandelt. Die Finanzierung der „Medical School“ erfolge aus Einkünften, die Firmen der Universität erwirtschaften – beispielsweise durch Aufbereitung und Verkauf von Trinkwasser in Flaschen. Damit orientiere sich die Yenepoya University an Grundprinzipien der Gerechtigkeit, wie sie auch der in Harvard lehrende, indische Nobelpreisträger Amartya Sen neu als Handlungsempfehlung formuliert. Die Umsetzung dieser ethischen Grundsätze macht die Yenepoya Universität laut Prof. Paul zu einem interessanten Kooperationspartner.
Einen ganz konkreten Anspruch an das Netzwerk formuliert Prof. Paul wie folgt: „Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll ein internationales Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramm für klinische Ethik entstehen. In dieses übergeordnete Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramm sollen auch zentrale Erkenntnisse aus dem Masterstudiengang Medizinethik an der Universitätsmedizin Mainz einfließen.“
Dass von der vergleichenden Forschung auf dem Feld der Medizinethik nicht nur der Standort Mainz profitieren kann, davon ist der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, überzeugt: „Ein vielversprechendes Forschungsprojekt mit der Yenepoya Universität hat ethisches Entscheiden in klinischen Fragen bei der Verteilung begrenzter Ressourcen zum Gegenstand. Vor dem Hintergrund, dass hierzulande vielfach eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen angeprangert wird, ist auch bei uns in Deutschland der effiziente Umgang mit begrenzten Ressourcen ein Dauerthema.“
Pressemitteilung (PDF 45,1 KB)
Kontakt und Information
Oliver Kreft, Telefon 06131 17-9716, Fax 06131 17- 17-9967, E-Mail: kreft@um-mainz.de
Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
Abonnieren Sie unsere RSS-Feeds
Aktuelle Meldungen:
www.unimedizin-mainz.de/rss
Aktuelle Stellenanangebote:
www.unimedizin-mainz.de/rss_jobs/rss.xml