Universitätsklinikum Mainz setzt erstmals in Deutschland neuartiges Ultraschallgerät ein

Erhebliche Erweiterung der bildgebenden Diagnostik

Die I. Medizinische Klinik und Poliklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat ein neuartiges Ultraschallgerät in Betrieb genommen – und setzt dieses System damit als erste Einrichtung in Deutschland ein. Mit dem neuen Gerät können die Ärzte jetzt die Methode der Sono-Elastographie in einer neuen Qualität anwenden – und damit bei einer Ultraschalluntersuchung harte und weiche Bereiche im Gewebe besser unterscheiden. Dies ist insbesondere bei der Erkennung von Tumoren oder generellen Gewebeveränderungen wertvoll – denn die Elastographie nutzt die Tatsache, dass Tumorgewebe häufig „fester“ ist als gesundes Gewebe. Mit der Sono-Elastographie lassen sich Tumore, die mit der gewöhnlichen Ultraschalldiagnostik bisher nicht oder nur schwer zugänglich waren, deutlich besser und genauer erkennen. So können etwa unnötige Biopsien bei zweifelhaften Fällen vermieden werden, beziehungsweise Biopsien aus bestimmten Bereichen, bei denen mit dem aussagekräftigsten Ergebnis zu rechnen ist, gezielt entnommen werden. „Wenn die Methode sich etabliert und entsprechend weiterentwickelt wird, hoffen wir sogar, bei Leberuntersuchungen langfristig immer häufiger auf aufwändige Leberbiopsien verzichten zu können“, erläutert Dr. Ana Paula Barreiros, Ärztin an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Neben der Sono-Elastographie verfügt das neue Gerät der Firma Hitachi Medical Systems über die bereits gut bewährte echosignalverstärkte Sonographie. Hierbei wird eine Ultraschalluntersuchung mit der Gabe eines Kontrastmittels kombiniert. Der große Vorteil dieser Untersuchung liegt darin, dass durch die Anreicherung des Kontrastmittels zusätzliche Informationen über Gewebe und Tumore erzielt werden können. Damit lassen sich insbesondere auffällige Durchblutungsmuster in den verschiedensten Organen, aber auch in Tumoren innerhalb der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder der Nieren charakterisieren. Somit erhält der Untersucher erste Anhaltspunkte, ob eine solche Veränderung gutartig oder bösartig ist. Mit dem neuen System ist des weiteren die Verschmelzung von Ultraschalldiagnostik mit Computertomogrammen oder Kernspinaufnahmen möglich. Der Arzt sieht dabei in Echtzeit die mit dem Ultraschallbild korrespondierenden Kernspin- und CT-Aufnahmen, die  zuvor auf den Computer des Ultraschallgeräts eingespeist und dann miteinander verrechnet werden. So ergibt sich ein plastischeres Bild der inneren Organe mit weitergehenden Informationen. „Als Klinik, die auf die Erkrankung der Bauchorgane spezialisiert ist, haben wir mit dem neuen Ultraschallgerät unsere diagnostischen Möglichkeiten erheblich erweitert“, betont Prof. Peter Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik. „So können wir unseren Patienten ein breite Palette hoch spezialisierter Untersuchungsmethoden anbieten.“

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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