Universitätsmedizin Mainz gründet „Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Mainz“
Neues Profilzentrum im Rahmen einer akademischen Eröffnungsveranstaltung vorgestellt
Patienten mit Tumorleiden sind aufgrund der Schwere der Erkrankung eine typische Patientengruppe universitärer Hochleistungsmedizin. Darüber hinaus werden onkologische Erkrankungen in Folge der demographischen Entwicklung zukünftig an Bedeutung weiter zunehmen und sowohl wissenschaftlich als auch klinisch eine besondere Herausforderung darstellen. Um die zunehmend interdisziplinär geprägte Tumormedizin in Grundlagenforschung, translationaler Forschung, Diagnostik und Therapie weiter zu entwickeln und die Krankenversorgung von Patienten, die an Tumorerkrankungen leiden, zu optimieren, hat die Universitätsmedizin Mainz das „Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz)“ gegründet. Heute wurde es mit einer akademischen Eröffnungsveranstaltung offiziell vorgestellt.
„Alle Fachleute sind sich darin einig, dass Fortschritte in der Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen die organisierte Zusammenarbeit möglichst vieler Beteiligten erfordern“, betont die Vorsitzende des Aufsichtsrats und rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Der Schritt von der Formulierung gemeinsamer Ziele hin zur konkreten Organisation einer Zusammenarbeit sei allerdings nicht einfach und stecke häufig voller Probleme und Hindernisse. „Ich begrüße deshalb die Etablierung des ,Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz’ außerordentlich und bedanke mich bei allen, die daran mitgewirkt haben, für ihr großes Engagement“, sagte Doris Ahnen weiter und ergänzte: „Ich bin sehr froh, dass die Universitätsmedizin Mainz auf diesem Weg voranschreitet. Die Universitätsmedizin ist erfreulicherweise Bestandteil bei zwei der sechs Zentren für Gesundheitsforschung bundesweit. Sie hat mit ihrer erfolgreichen Bewerbung für eine Beteiligung am Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) unter Beweis gestellt, welch hohe Kompetenzen sie auf diesem Gebiet besitzt. Nun geht es darum, diesen Prozess fortzuführen, weitere wichtige Strukturveränderungen vorzunehmen und damit den Bereich der Forschung aber vor allem aber die Krankenversorgung weiter zu verbessern.“
Das UCT Mainz wird die umfassende Expertise zu den unterschiedlichen onkologischen Krankheitsbildern zusammenführen und bündeln. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit auf allen Ebenen der ärztlichen, pflegerischen und sozialen Versorgung onkologischer Patienten gefördert werden. „Wir sehen die Etablierung des UCT Mainz als ersten Schritt zur Verwirklichung eines organisatorisch und räumlich integrierten Comprehensive Cancer Center
Beteiligt am UCT Mainz sind diejenigen Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz, die einen Schwerpunkt in klinischer Onkologie oder der onkologischen Forschung aufweisen – zurzeit sind dies 31 – sowie aktuell drei kooperierende Mitglieder. „Ein entscheidendes strategisches Ziel ist der Aufbau einer interdisziplinären onkologischen Patientenversorgung und einer interdisziplinären experimentellen und translationalen onkologischen Forschung“, erläuterte der Sprecher der Geschäftsführung des UCT Mainz und Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Univ.-Prof. Dr. Matthias Theobald bei der Vorstellung des neuen Profilzentrums. Konkret sollen etwa die zahlreichen bereits bestehenden Tumorboards – in denen in einem interdisziplinären Expertenkreis die optimale Diagnostik und Therapie für einen Patienten festgelegt werden – künftig zentral durch das UCT organisiert und administriert werden. Darüber hinaus soll eine Biobank für die Asservierung von Geweben und Blutbestandteilen aufgebaut werden. Diese soll als umfangreiche Datenbank der experimentellen, translationalen und klinischen Forschung dienen – sowohl in Einzelprojekten als auch in lokalen, nationalen und internationalen Verbundvorhaben. Ein weiteres wichtiges Element innerhalb des UCT Mainz ist die Etablierung eines klinischen Krebsregisters. Ziel dieses Registers ist es den Behandlungserfolg aller onkologischen Therapien innerhalb der Universitätsmedizin Mainz transparent und einheitlich darzustellen. Die Daten des Krebsregisters sind Ausgangspunkt für die kontinuierliche Optimierung der Prozesse in der Tumortherapie und werden für die onkologische Forschung bereit gestellt. Sie werden darüber hinaus in das regionale Rhein-Main-Krebsregister, das derzeit gegründet wird, einfließen. Dieses regionale Krebsregister und seine Bedeutung für die Krebsforschung stellte die Direktorin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner, bei der Eröffnungsveranstaltung vor.
Ein wichtiger Schritt im Hinblick auf das erklärte Ziel eines organisatorisch und räumlich integrierten Tumorzentrums ist die Etablierung und Weiterentwicklung einer zentralen Einrichtung für die ambulante Systemtherapie – zu der unter anderem die Chemotherapie zählt – und einer interdisziplinären Tumorambulanz. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise die vor wenigen Monaten ins Leben gerufene interdisziplinäre Sprechstunde für Patienten mit Weichteilsarkomen zu nennen. Bei der Behandlung dieser Patienten hat sich gezeigt, dass in vielen Fällen ein so genanntes multimodales Behandlungskonzept mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung die besten Ergebnisse bringt. Durch die neue interdisziplinäre Sprechstunde wird gewährleistet, dass in möglichst kurzer Zeit ein optimales Therapiekonzept entwickelt werden kann.
Für den abschließenden Festvortrag bei der akademischen Eröffnungsveranstaltung konnten die Verantwortlichen der Universitätsmedizin Mainz den Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg Univ.-Prof. Dr. Otmar D. Wiestler gewinnen, der über „Die Krebsforschung auf dem Weg vom Labor in die Klinik“ referierte.
Weitere Informationen: www.unimedizin-mainz.de/uct
Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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