Universitätsmedizin Mainz nimmt neuen photonenzählenden Computertomographen in Betrieb

Verbesserte radiologische Diagnostik und Therapie durch CT-Technologie der neuesten Generation

Die Universitätsmedizin Mainz hat einen neuen photonenzählenden Computertomographen (CT) in Betrieb genommen. Das neue Gerät ermöglicht eine sehr hohe Bildauflösung und eine niedrigere Strahlenbelastung – Patient:innen profitieren so von einer sehr genauen und gleichzeitig schonenden Diagnostik und CT-gesteuerten Therapie. Vorteile bietet der neue CT vor allem in der Notfallmedizin – um Knochenbrüche und Blutungen schnell feststellen zu können – sowie in der Bildgebung bei Krebserkrankungen. Das neue Gerät ergänzt das Spektrum der vorhandenen CTs in idealer Weise.

Die Computertomographie ist eine sehr leistungsstarke Untersuchungsmethode mit Röntgenstrahlen, bei der Schnittbilder des Körpers angefertigt werden. So können Radiolog:innen sehr genaue Aufnahmen verschiedenster Organe erzeugen – und Erkrankungen und Verletzungen genau und effizient feststellen.

Der neue CT der Universitätsmedizin Mainz mit dem Namen „Naeotom Alpha Prime“ ist mit modernster Detektortechnologie ausgestattet – es nutzt photonenzählende Detektoren, die gegenüber der herkömmlichen Technologie viele Vorteile bieten: Dazu zählen vor allem eine höhere Ortsauflösung sowie eine exzellente Bildqualität bei niedrigerer Strahlendosis. Solche photonenzählenden Detektoren (photon-counting detector, PCD) sind im klinischen Setting seit Ende 2021 verfügbar – die Universitätsmedizin Mainz nutzt seitdem mit dem „Naeotom Alpha“ bereits ein CT mit dieser fortschrittlichen Technologie, damals eines der ersten Geräte, die weltweit im Einsatz waren.

Während die Detektortechnologie somit vergleichbar ist, unterscheidet sich der neue PCD-CT vom bereits vorhandenen dadurch, dass als Quelle der Strahlung nur eine statt zwei Röntgenröhren genutzt wird – im Fachjargon Single Source gegenüber Dual Source. Das „Naeotom Alpha Prime“ ist das erste auf dem Markt verfügbare Single Source-CT mit photonenzählendem Detektor und wird erst in wenigen Kliniken in Deutschland eingesetzt. In der deutschen Notfalldiagnostik ist das Gerät sogar der erste Single Source-CT mit PCD.

„Das neue Single Source-Gerät ergänzt das Spektrum unserer CTs in idealer Weise – je nach Anforderung können wir nun gezielt das am besten geeignete Gerät auswählen und gleichzeitig unsere Kapazitäten ausweiten, so dass künftig noch mehr Patientinnen und Patienten von dieser modernen Untersuchungsmöglichkeit profitieren“, freut sich der Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Tobias Bäuerle. „Für eine gezielte Untersuchung des Herzens beispielsweise ist das bereits vorhandene Dual Source-CT aufgrund der schnellen Bewegung des Herzens deutlich besser geeignet. Bei anderen Anwendungen – etwas der Diagnose von Knochenbrüchen oder Tumoren – brauchen wir die Vorteile der photonenzählenden Detektortechnologie, ohne dass eine zweite Röntgenröhre nötig ist. Das neue Gerät wird daher insbesondere in der Notfallmedizin und der onkologischen Bildgebung zum Einsatz kommen.“

Besonders relevant sind die Vorteile der neuen Detektortechnologie – höhere Auflösung bei niedrigerer Strahlung – zum Beispiel auch für die Untersuchung von Kindern und jüngeren Patientinnen und Patienten. Zudem bedeutet die neue Auswahlmöglichkeit zwischen zwei PCD-Geräten nicht nur mehr Flexibilität in der Patientenversorgung sondern auch in der Forschung. „Hier machen wir einen großen Schritt nach vorn“, so Tobias Bäuerle. „Seit 2022 haben wir viele Beiträge zur Bildgebung des Herzens und der Leber publiziert. Mit der erweiterten Untersuchungskapazität können wir künftig mehr Menschen in klinische Studien einschließen. Wir planen beispielsweise die Untersuchung einer größeren Gruppe von onkologischen Patientinnen und Patienten. Zudem können wir die beiden CT-Systeme mit Blick auf Bildqualität im Verhältnis zur Strahlenbelastung und weitere Parameter miteinander vergleichen.“

„Als Querschnittsfach nimmt die Radiologie eine Schlüsselrolle in der interdisziplinären Zusammenarbeit ein – sie bildet in vielen medizinischen Disziplinen die Grundlage einer Therapieentscheidung und kann so zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich. „Von dem neuen CT und den erweiterten Kapazitäten profitieren sowohl Patientinnen und Patienten als auch unsere innovative Forschung.“

 

Weitere Informationen:
Bildunterschrift (v.l.n.r.)
: Der neue photonenzählende Computertomograph „Naeotom Alpha Prime“ der Herstellerfirma Siemens Healthineers bietet viele Vorteile – in der Patientenversorgung wie in der Forschung. Darüber freuen sich Dr. Tilman Emrich, Petra Rieck, Univ.-Prof. Dr. Tobias Bäuerle, PD Dr. Daniel Pinto dos Santos und Christopher Rau (v.l.n.r.) von der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
Bildquelle: Universitätsmedizin Mainz/Dominik Gruszczyk
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Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Tobias Bäuerle,
Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie,
Universitätsmedizin Mainz, Tel. 06131 17-7370, E-Mail


Pressekontakt
Barbara Reinke, Stabsstelle Unternehmenskommunikation Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, E-Mail

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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