Weiterbildender Masterstudiengang Medizinethik eingerichtet
Kooperation mit der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH
Am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird seit dem Wintersemester 2008/09 in Kooperation mit der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH der weiterbildende Masterstudiengang „Medizinethik“ angeboten. Es handelt sich um ein inhaltlich aktuelles sowie strukturell an internationalen Standards orientiertes Studienprogramm, das als konsekutives Programm an akademische Abschlüsse in Berufsbereichen der medizinischen Versorgung, des Gesundheitswesens, des Versicherungswesens sowie des Medizinrechts anschließt. Als Fernstudium eröffnet dieses Studienprogramm eine Weiterbildung parallel zur Berufstätigkeit. Der weiterbildende Studiengang ist akkreditiert und als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte zertifiziert.
Die Medizinethik hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung für das Handeln der Ärzte, die medizinische Forschung und die Gesundheitspolitik gewonnen. Professor Dr. Norbert W. Paul, Leiter des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Mainz und stellvertretender Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees der Klinik stellt fest: „Durch den stetigen medizinischen Fortschritt entstehen moralisch problematische und ethisch zu reflektierende Handlungs-optionen. Diese betreffen zum Beispiel die Selbstbestimmung des Patienten im Rahmen des Arzt-Patient-Verhältnisses und die Notwendigkeit, Entscheidungen in Bezug auf Behandlung und Therapieziel treffen zu müssen. Darüber hinaus ist eine ethische Reflexion gesellschaftlich relevanter Themen der Medizin aber auch im Hinblick auf die Vertretung von Patienteninteressen im Gesundheitswesen unerlässlich.“ Die Fähigkeit zur ethischen Reflexion wird in der gegenwärtigen Situation gesundheitspolitischer und medizinisch-technischer Entwicklungen für Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige zu einer notwendigen Sekundär-Kompetenz im beruflichen Alltag. Aus diesem Grund stellt der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen die Bedeutung der Medizinischen Ethik für die Ausbildung von Humanmedizinern heraus und fordert die Einbindung der Ethik in das medizinische Curriculum. Für praktizierende Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige eröffnet ein Weiterbildungsangebot in Form eines Fernstudiengangs den Weg, parallel zur Berufstätigkeit die erforderlichen medizinethischen Kompetenzen zu entwickeln.
Die Vermittlung medizinethischer Kompetenz erfolgt im Rahmen des weiter-bildenden Masterstudiengangs auf der Basis einer praxisorientierten Schwer-punktsetzung. Der Studiengang ist in zwei Studienabschnitte mit jeweils aufeinander aufbauenden Modulen gegliedert, in denen sowohl grundlegende Kenntnisse der Medizinethik als Bereich der praktischen Philosophie vermittelt als auch spezifische Problemfelder des Berufsbereichs unter ethischen Gesichtspunkten reflektiert werden.
Die Module enthalten schriftliches Studienmaterial (Studienbriefe) mit einem Pflicht- und einem Wahlpflichtanteil, die jeweils zu Beginn des Semesters verschickt werden. Zum Pflichtanteil des Studiums gehört zudem eine 1,5tägige Präsenz-veranstaltung zum Thema des jeweiligen Moduls. Jedes Modul schließt mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung ab. Der Studiengang kann mit einem bis zwei mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung ab. Der Studiengang kann mit einem bis zwei Modulen pro Semester studiert werden und umfasst entsprechend vier (Regelstudienzeit) bis acht Semester.
Zielgruppen des weiterbildenden Masterstudiengangs „Medizinethik“ sind Absolventinnen und Absolventen eines medizinischen Hochschulstudiums mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. Er steht zudem Studierenden aus anderen Fachbereichen (z.B. Rechts- und Naturwissenschaften, Pflegewissen-schaft, Philosophie) offen, die in einem Bereich des Gesundheitswesens tätig sind.
Kontakt und Informationen:
Anika Mitzkat, M.Sc.
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Universitätsmedizin
der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-35868, Fax 06131 39-36682
E-Mail: mitzkat@uni-mainz.de
Homepage
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
Abonnieren Sie unsere RSS-Feeds
Aktuelle Meldungen:
www.unimedizin-mainz.de/rss
Aktuelle Stellenanangebote:
www.unimedizin-mainz.de/rss_jobs/rss.xml