„Zeigen, was hilft“
Verein Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz (FörDem) veranstaltet Gründungssymposium
Unter dem Motto „Zeigen, was hilft“ bekräftigte der Verein Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz (FörDem) mit dem heutigen Gründungssymposium sein Engagement für mehr Lebensqualität für Demenzpatienten und deren Angehörige. Der im Mai dieses Jahres gegründete Verein zur hat sich zum Ziel gesetzt, etablierte Behandlungskonzepte bei Demenz möglichst vielen Betroffenen zugänglich zu machen. Dabei steht die Übertragbarkeit vielversprechender Behandlungen in das jeweils gegebene Umfeld im Mittelpunkt. Im Rahmen dieses Gründungssymposiums präsentierte FörDem beispielhaft und allgemein-verständlich gelungene „Leuchttürme“ zukunftsweisender Demenzversorgung im Bereich Ergotherapie und Psychotherapie und stellte ein erstes eigenes Projekt vor. Dieses widmet sich dem Problem der Sturzgefahr bei Demenzpatienten.
Trotz intensiver Forschungsanstrengungen gibt es gegenwärtig keine heilenden oder vorbeugenden Medikamente zur Behandlung degenerativer Demenzen. Auch deshalb sind nicht-medikamentöse Therapieformen für die Behandlung demenzieller Erkrankungen sehr wichtig. Wesentliche Aspekte guter Behandlungsprogramme stellen die größtmögliche Selbstbestimmung der Betroffenen, ressourcenorientierte Aktivierung und Tagesstrukturierung, tabufreie Teilhabe am gesellschaftlichem Leben, Stärkung der Partnerschaft, Schulung über den Umgang/die Kommunikation mit dementen Angehörigen und Entlastungsangebote für die betreuenden Angehörigen dar. Ein großes Problem wirksamer Behandlungsansätze bei Demenzerkrankungen ist allerdings, dass sie oft nur in Spezialzentren zum Einsatz kommen. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung möglichst vielen Demenzkranken und ihren Familien zugänglich zu machen, ist die Untersuchung der Übertragbarkeit vielversprechender Behandlungen in das jeweils gegebene Umfeld – zu Hause, Demenz-Wohngemeinschaften, Tagespflege oder Krankenhaus und Pflegeheim – notwendig. Dies stellt auch eines der wichtigsten Ziele des Vereins FörDem dar.
Daher widmet sich das erste Projekt des Vereins FörDem des Problems der Sturzgefahr bei Demenzpatienten. Hierzu soll untersucht werden, wie sich computergestütztes Training mit der interaktiven Spielekonsole Wii von Nintendo auf eine effektive Sturzprophylaxe bei diesen Patienten auswirkt. Für ältere, kognitiv gesunde Menschen gibt es bereits erste positive Hinweise in diesem Zusammenhang. Das Computerspiel Wii Fit beinhaltet neben einer Reihe sportlicher und geselliger Aktivitätsübungen, wie Kegeln, auch unterhaltsame Balancespiele. Im positiven Falle ließe sich das Trainingsprogramm unkompliziert zuhause, aber auch in der Tagespflege und im Pflegeheim einsetzen.
„Mit einem solchen Training könnte neben der Sturzprophylaxe gleichzeitig auch das Aktivitätsniveau und die Stimmungslage der Demenzpatienten angehoben sowie der kommunikative Austausch gefördert werden. Dies genau wollen wir untersuchen. Um dieses und zukünftige Projekte wissenschaftlich fundiert zu planen und durchzuführen, wird gegenwärtig ein wissenschaftlicher Beirat berufen. Dieser soll sich aus ausgewiesenen Demenzexperten, betroffenen Angehörigen und professionellen Pflegenden zusammensetzen. Dessen Aufgabe wird es sein zukünftig beantragte Projekte bezüglich ihrer Machbarkeit und Umsetzbarkeit sowie ihres innovativen Potentials zu bewerten. Auch sind ein eigener Internetauftritt sowie ein halbjährlich erscheinender Newsletter in Vorbereitung“, beschreibt PD Dr. Andreas Fellgiebel, der 1. Vorsitzender des Vereins, die nächsten Schritte.
Zum Verein:
Der Verein Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz e.V. (FörDem) wurde im Mai 2009 gegründet. Die Vision und die Ziele des Vereins beschreibt PD Dr. Andreas Fellgiebel, 1. Vorsitzende, mit den Worten: „Gute Behandlungskonzepte für Demenzkranke und ihre Familien gibt es bereits, sie müssen ‚nur’ den Betroffenen breitflächig zugänglich gemacht werden und vielfach ihre Praktikabilität und Wirksamkeit unter normalen Alltagsbedingungen unter Beweis stellen. Dieses zu unterstützen, ist die zentrale Zielsetzung des Vereins.“
Gründungsmitglieder des Vereins sind PD Dr. Andreas Fellgiebel, Leitender Oberarzt und Leiter der Gedächtnisambulanz der Universitätsmedizin Mainz, Ute Halman, Vorsitzende der Alzheimer-Initiative Rheinland-Pfalz e.V., Eike Jarzina, Leitender Ministerialrat a.D., Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, RLP, Dipl.-Psych. Dr. Armin Scheurich, leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Universitätsmedizin Mainz), Nina Laux, Gerontologin, Peter Ernst, pflegender Angehöriger und Benno Schanz, Pflegedienstleiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Um seine Aktivitäten landesweit wirksam ausweiten zu können, benötigt FörDem sowohl Spenden als auch weitere zahlende und aktive Mitglieder.
Weitere Informationen
PD Dr. Andreas Fellgiebel (1. Vorsitzender des Vereins Förderung Versorgungsforschung Demenz in Rheinland- Pfalz e.V. (FörDem))
E-Mail: Dr.Fellgiebel@t-online.de
Bankverbindung: FörDem e.V., Sparkasse Mainz (BLZ 550 501 20), Kontonr. 020 004 538 3
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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