Visual Universitätsmedizin Mainz

10. Juni 2015

SKIN PACT Award für Professor Annegret Kuhn

Leiterin des Interdisziplinären Zentrums Klinische Studien (IZKS) der Universitätsmedizin Mainz erhält internationale Auszeichnung für Forschungen zur Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes

Die Leiterin des Interdisziplinären Zentrums Klinische Studien (IZKS) der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Annegret Kuhn, MBA, erhält den internationalen Forschungsförderpreis „SKIN PACT Award“ in der Kategorie „Community Leadership“. Anlass für die Auszeichnung, die von der International League of Dermatological Societies (ILDS) zusammen mit dem Pharmaunternehmen Galderma erstmals ausgeschrieben wurde, ist ihr geplantes Projekt über die positive Wirkung von Sonnenschutzmitteln bei Patienten, die an der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes leiden. Professor Kuhn nimmt den mit 15.000 US-Dollar dotierten Preis im Rahmen des 23. Weltkongress für Dermatologie am 11. Juni 2015 in Vancouver (Kanada) entgegen.

Bisherige Forschungsarbeiten von Professor Kuhn konnten zeigen, dass ultraviolettes Licht bei Patienten mit Lupus erythematodes Hautveränderungen auslöst, die durch die präventive Anwendung von Sonnenschutzmitteln unterdrückt werden können. Auch kann extensive Sonnenexposition zu einer systemischen lebensbedrohlichen Organbeteiligung der Erkrankung führen. Mit dem geplanten und ausgezeichneten Forschungsprojekt „Investigation of sunscreens and their efficacy in patients with lupus erythematosus“ will sie nun erforschen, wie häufig Sonnenschutzmittel von Patienten mit Lupus erythematodes zur Prävention angewandt werden bzw. wie sie den Krankheitsverlauf dieser chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung beeinflussen. Ziel ist es, durch präventive Maßnahmen die Lebensqualität dieser Patienten nachhaltig zu verbessern. Die geplante Studie wird zusammen mit der europäischen Gesellschaft EUSCLE e.V. (European Society of Cutaneous Lupus Erythematosus) durchgeführt, deren Vorstandsvorsitzende Professor Kuhn ist.

„Mit diesem Projekt ist es möglich, Informationen über die Anwendung von Sonnenschutzmitteln und deren Wirksamkeit bei Patienten mit Lupus erythematodes europaweit zu erfassen. Durch die regelmäßige Anwendung von Sonnenschutzmitteln kann die Lebensqualität von Patienten mit dieser Autoimmunerkrankung nachhaltig verbessert werden. Es ist für mich eine große Ehre, den SKIN PACT Award zu erhalten“, betont Professor Kuhn.

„Diese Forschungsförderung optimiert für die auf dem Gebiet des Lupus erythematodes international anerkannte Dermatologin Professor Kuhn die Voraussetzungen, um eine europaweite Analyse zu diesem wichtigen Krankheitsbild durchzuführen. Dieser Preis ist eine große Anerkennung für ihre Arbeit, die zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen wird. Ich gratuliere ihr herzlich zu dieser herausragenden Auszeichnung", sagt Prof. Dr. Babette Simon, Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Bei der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes zerstören Antikörper die gesunden Zellen des eigenen Körpers, anstatt als Werkzeuge des Immunsystems beispielsweise Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Der Lupus erythematodes ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die schubweise verläuft und zu lebenslangen Symptomen führen oder sogar lebensbedrohlich sein kann. In Deutschland sind rund 40.000 Menschen vom Lupus erythematodes betroffen – weltweit schätzt man die Zahl auf mindestens fünf Millionen Menschen.

Professor Kuhn beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes. Dabei bilden immunologische Untersuchungen zur Pathogenese einen ihrer Arbeitsschwerpunkte. Zudem koordiniert sie interdisziplinäre Projekte und leitet deutsche und europäische Leitliniengruppen zur Klassifikation, Diagnose und Therapie des kutanen Lupus erythematodes. Aufgrund ihrer langjährigen Expertise im Bereich der klinischen Forschung und als Leiterin des IZKS führt Professor Kuhn darüber hinaus erfolgreich randomisierte kontrollierte Studien zu diesem Krankheitsbild durch. Ziel ist es, neue therapeutische Strategien zu entwickeln und zu einer verbesserten Patientenversorgung beizutragen.

 

Informationen über den Preis:
Link: http://galdermaskinpact.org/skinpact-awards/

 

Zur Person Prof. Dr. Annegret Kuhn:
Prof. Dr. Annegret Kuhn, MBA, wurde 1967 in Heidelberg geboren und studierte von 1987 bis 1993 Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach war sie als Assistenzärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf und unter anderem im Rahmen eines Lise-Meitner-Stipendiums des Landes Nordrhein-Westfalen am Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) an der Universität Münster tätig. Nach Beendigung ihrer Weiterbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Jahr 2001 absolvierte sie unter anderem Ausbildungen zur Prüfärztin und Studienleiterin am Zentrum für Klinische Studien (ZKS) des Universitätsklinikums Münster. Des Weiteren war sie von 2004 bis 2013 Oberärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf beziehungsweise der Klinik für Hautkrankheiten des Universitätsklinikums Münster. Darüber hinaus war sie seit 2005 unter anderem im Rahmen eines Heisenberg-Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Leiterin einer Forschungsgruppe in der Abteilung für Immungenetik am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg tätig. Ihr klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt sind Autoimmunerkrankungen, insbesondere der Lupus erythematodes. Seit 2009 war sie auch Leiterin des Studienzentrums für Autoimmunerkrankungen an der Klinik für Hautkrankheiten des Universitätsklinikums Münster. Zudem hat sie 2013 einen „Master of Business Administration“ (MBA) an der Universität Bayreuth im Bereich „Gesundheitsökonomie - Health Care Management“ erworben. Im Oktober 2014 hat sie die Leitung des IZKS der Universitätsmedizin Mainz übernommen, mit dem Ziel, komplexe klinische Studien und patientenorientierte translationale Forschung europaweit durchzuführen.

 

BU: Prof. Dr. Annegret Kuhn
Bildquelle
: Peter Pulkowski/Universitätsmedizin Mainz

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