FAQs zur Ausbildung bei uns

Wir haben eine standardisierte Vorgehensweise, nachdem wir die Auszubildenden auswählen. Auswahlkriterien sind unter anderem die schulischen und außerschulischen Leistungen, soziales Engagement, das Ergebnis des Einstellungstests und des persönlichen Gespräches, sowie des Assessments. 

Unser schriftlicher Einstellungstest dauert 30 Minuten und besteht aus Fragen zur Allgemeinbildung, Rechenaufgaben und Fragen rund um den Beruf sowie die Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten. Wir empfehlen ein aufmerksames Lesen unserer Webseite.

 

 

Die Ausbildung zum Diätassistenten/zur Diätassistentin ist gesetzlich bundeseinheitlich geregelt. Es handelt sich um eine schulische Ausbildung. Zirka 2/3 der Ausbildungszeit besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht in der Schule und zirka 1/3 der Ausbildungszeit werden in unterschiedlichen Praxisbereichen absolviert. Mit dem erfolgreich absolvierten Examen erhalten Sie die Berufszulassung in einem bundesrechtlich geregelten Heilberuf. D.h. die Gesetzgebung erlaubt Ihnen sofort nach Ihrer Ausbildung ernährungstherapeutisch oder ernährungspräventiv tätig werden zu können. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass ein Arzt/eine Ärztin Ihnen eine ernährungstherapeutische Maßnahme in Form einer Verordnung oder Anordnung delegieren kann und Sie als Diätassistentin/als Diätassistent die inhaltliche und juristische Verantwortung bei der Umsetzung der Maßnahme tragen müssen. 

Ernährungswissenschaftliche und oectrophologische Studiengänge schließen mit einem akademischen Grad (Bachelor oder Master) nicht aber mit einer Berufszulassung in einem Heilberuf ab. Die Studiengänge sind inhaltlich und strukturell sehr unterschiedlich. Bundesgesetzlich verbindliche Inhalte existieren nicht. Absolventen ernährungswissenschaftlicher und oectrophologischer Studiengänge müssen bestimmte Weiterbildungen absolvieren, um beispielsweise mit den Krankenkassen in der Prävention abrechnen zu können. Wenn Sie Ernährungswissenschaft oder Oecotrophologie studieren möchten, sollten Sie sich genau über die Inhalte des Studiengangs und die beruflichen Möglichkeiten nach Studienabschluss informieren. 

Die Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten fokussiert die Ernährungstherapie. D.h. in der Ausbildung werden Sie die ernährungstherapeutischen Maßnahmen in Theorie und Praxis kennenlernen, die bereits erkrankte Menschen adressieren, wie z.B. in der Onkologie, Diabetologie, Nephrologie, Pädiatrie, Allergologie und Gastroenterologie. In Übereinstimmung mit dem Diätassistentengesetz wird die Ernährungsprävention in Theorie und Praxis auch thematisiert. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt jedoch auf der Ernährungstherapie. Das gilt auch für das Themenfeld „Sport und Ernährung“. Auch dies wird in der Ausbildung unterrichtet, z. B. im Kontext der Insulindosisanpassung von Sportlerinnen und Sportlern mit Diabetes mellitus. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt aber nicht im Themenfeld „Sport und Ernährung“. 

Aufgrund der umfangreichen theoretischen und praktischen Kenntnisse können Diätassistentinnen und Diätassistenten jedoch sofort nach der Ausbildung in der Ernährungsprävention ohne verpflichtende Weiterbildungen aktiv werden. Es besteht auch die Möglichkeit Weiterbildungen im Bereich Sport und Ernährung zu absolvieren. Sollten Sie aber das klare Ziel haben, ausschließlich in der Ernährungsprävention und/oder im Bereich der Sporternährung tätig zu werden, empfehlen wir Ihnen eine Ausbildung oder ein Studium in dem ausschließlich diese Inhalte vermittelt werden. 

Das Diätassistentengesetz (DiätAssG 1994) mit der dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (DiätAss-APrV) schreibt verpflichtend mindestens 1400 Stunden praktische Ausbildung in verschiedenen, berufsfeldrelevanten Bereichen vor. In Mainz haben wir die praktischen Einsätze wie folgt organisiert: 

Am Ende des 1. Ausbildungsjahres findet ein Krankenhauspraktikum statt. Ziel dieses achtwöchigen Praktikums in einer ausgewählten Station der Universitätsmedizin Mainz ist es den Tagesablauf einer Krankenstation kennenzulernen, Einblicke in die tägliche Speisenversorgung und diätetische Betreuung der Patienten zu erhalten sowie die Pflegefachfrauen und -fachmänner bei pflegetypischen Tätigkeiten zu unterstützen. 

Anfang des 2. Ausbildungsjahres bis zirka Mitte des 3. Ausbildungsjahres sind vier Praxiseinsätze im Umfang von 4-5 Wochen vorgesehen. Zwei dieser Einsätze finden im Bereich des Verpflegungsmanagements statt und zwei im Bereich der ernährungstherapeutischen und ernährungspräventiven Beratung

Im Bereich der ernährungstherapeutischen und ernährungspräventiven Beratung lernen Sie die praktische Diätetik aus perspektive patientennaher Tätigkeiten, wie der Ernährungsberatung und -schulung in der Onkologie, Diabetologie, Nephrologie, Pädiatrie, Allergologie, Gastroenterologie oder Rehabilitation kennen. 

Im Bereich des Verpflegungsmanagements lernen Sie das praktische Handlungsfeld der Diätetik primär aus der Perspektive der Organisation des Küchenbetriebes sowie der Koch- und Küchentechnik kennen. Dazu zählt unter anderem die Produktion und Verteilung verschiedenster Speisen und Diäten.

Mitte des 3. Ausbildungsjahres ist ein zirka 13-wöchiges Praktikum vorgesehen, das Sie – nach Rücksprache mit der Schule – selbst wählen können. Die Inhalte dieses praktischen Einsatzes müssen einen eindeutigen Bezug zum Handlungsfeld Diätetik aufweisen. Eine qualifizierte Vorort-Betreuung muss ebenfalls gewährleistet sein. 

Mit der abgeschlossenen Ausbildung zur Diätassistentin/ zum Diätassistenten erhalten Sie die Berufszulassung und haben somit alle gesetzlichen Grundlage erfüllt, um in Deutschland ernährungstherapeutisch und/oder ernährungspräventiv tätig werden zu können. Allerdings stellt die Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten in Deutschland im europäischen und weltweiten Vergleich eine Besonderheit dar:

Während in Deutschland die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Berufszulassung führt, führt im europäischen und nicht-europäischen Ausland ein Bachelorstudium in Diätetik (teilweise auch ein Masterstudium) zur Berufszulassung in der Ernährungstherapie. 

Obwohl die Inhalte der Ausbildung in Deutschland in weiten Teilen mit den Inhalten der Ausbildung in anderen Ländern vergleichbar ist, bedeutet dies, dass die Arbeit als Diätassistentin/Diätassistent im Ausland kaum oder nur mit Auflagen möglich ist. Insbesondere in Deutschland ausgebildete Diätassistenten, die Nahe an innereuropäischen Grenzen leben, haben dadurch Nachteile. Auch der Umzug in ein anderes Land wird erschwert, wenn man weiterhin als Diätassistent/in arbeiten möchte.

Ein weiteres Problem ist, dass zwar mit Abschluss der Ausbildung verschiedene Fort- und Weiterbildungen besucht werden können, diese aber häufig nicht zu einer besseren Bezahlung führen. Da Diätassistenten, wie auch andere Gesundheitsfachberufe, nicht zu den Handwerksberufen zählen, gibt es auch keinen „Meister“ oder vergleichbaren beruflichen Aufstieg. Anders im Ausland: Dort können auf einen Bachelorabschluss in Diätetik konsekutive aber auch nicht konsekutive Masterstudiengänge drauf gesetzt werden, die dann eine berufliche Weiterentwicklung ermöglichen, die sich auch auszahlen.

Verschiedene Verbände setzen sich für die sogenannte „Akademisierung“ der Gesundheitsfachberufe ein, was auch die Akademisierung des Diätassistenten inkludiert. Dies bedeutet, dass wie in allen anderen Ländern ein Diätetik-Studium zu Berufszulassung in der Ernährungstherapie führt. Solange dies aber noch nicht von der Politik beschlossen wurde, empfehlen wir Ihnen die Möglichkeit des dualen oder additiven Studiums der Diätetik bei einer der mit uns kooperierenden Hochschulen. 

Auch als Vegetarier und Veganer können Sie die Ausbildung bei uns absolvieren!

Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre persönliche Entscheidung sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren nicht als den einzig richtigen Weg für eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung erachten. Weiterhin müssen Sie in der Lage sein im praktischen Unterricht  in der Lehrküche sowie bei praktischen Einsätzen tierische Lebensmittel zuzubereiten und ggf. abzuschmecken. Essen müssen sie diese nicht.

Die Anzahl der Menschen in Deutschland, die sich selbst als Vegetarier einordnen lag im Jahr 2019 laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse bei 6,10 Millionen. Dies sind zirka 7,5 % der Menschen in Deutschland. Hinzukommen noch knapp 1 Million Menschen, die die sich selbst als Veganer bezeichnen würden. Die Anzahl derer, die sich vegetarisch oder vegan ernähren ist steigend. Daher können und wollen wir Vegetariern und Veganern die Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten nicht vorenthalten 

Diese häufig gestellte Frage können wir nicht beantworten, weil es nicht zulässig ist, Bewerberinnen und Bewerber nach bestehenden Erkrankungen, wie z.B. Essstörungen, PKU oder Diabetes mellitus zu fragen. 

Sind Sie von einer ernährungstherapeutisch relevanten Erkrankung betroffen, ist es jedoch wichtig, wenn Sie uns dies im Vorstellungsgespräch mitteilen. Dann haben wir die Möglichkeit, für den praktischen Unterricht in der Lehrküche und in den praktischen Einsätzen Anpassungen vorzunehmen. 

Wenn Sie an einer Essstörung leiden, sollten Sie sich jedoch gut überlegen, ob die Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten bei uns eine gute Entscheidung ist. Auch wenn Essstörungen und deren Therapie Bestandteil des Unterrichts in der Ausbildung sind, kann dies nicht die Therapie einer Essstörung ersetzen. 

 

 

 

Die Universitätsmedizin Mainz verfügt aktuell leider über kein Wohnheim. Auch wenn der Wohnungsmarkt in der Studentenstadt Mainz angespannt ist, finden alle unsere Auszubildenden eine Wohnung in Mainz innerhalb der ersten 3 Monate nach Ausbildungsbeginn. 

In einem vollen Ausbildungsjahr (Januar bis einschließlich Dezember) stehen unseren Auszubildenden 30 Tage Erholungsurlaub zu. Davon werden in der Regel 25 Tage von der Schule für Diätassistenten vorgegeben. Die Planung wird in Abstimmung aller 3 parallel laufenden Kurs-Jahrgängen sowie nach Praxis- und Theoriephasen vorgenommen. Die 25 Tage werden meistens wie folgt verteilt: 5 Tage rund um Ostern, 15 Tage im Sommer und 5 Tage rund um Weihnachten. Die vorgeplanten 25 Tage richten sich nicht nach den Schulferien, können aber in diese Zeit fallen.

Die weiteren verbleibenden 5 Tage pro vollem Ausbildungsjahr werden vom Kurs gemeinsam - in Abstimmung mit dem Schulleiter - festgelegt.

Grundsätzlich müssen alle Urlaubstage bis zum 31.12. eines Ausbildungsjahres genommen und letztendlich immer von der Personalabteilung genehmigt werden.

Die Ausbildung zum Diätassistenten / zur Diätassistentin an der Universitätsmedizin Mainz wird vergütet. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Haustarifvertrag der Universitätsmedizin Mainz und beträgt aktuell brutto im

  • 1.Ausbildungsjahr 1.137,54 €
  • 2.Ausbildungsjahr 1.199,04 €
  • 3.Ausbildungsjahr 1.297,47 €

(Stand 04/2022)