Qualitätssicherung in der Schulgesundheitspflege: Weiterentwicklung der Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen und Routinedatenanalysen zu Schulunfällen (PrimSN)

Laufzeit: 2025 – 2026

Projekthintergrund

In der Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen spielen Schulgesundheitsfachkräfte (SGF) eine wichtige Rolle. Sie erkennen oftmals frühzeitig individuelle Bedarfe der Kinder während der Schulzeit und können gezielt im Schulalltag unterstützen. Die Ergebnisse der Begleitforschung (PDF 1,1 MB)zu SGF in Rheinland-Pfalz zeigen, dass die Kinder durch den Einsatz von SGF u.a. von einer bedarfsgerechteren Versorgung und einer besseren Teilhabe im Schulalltag (z.B. Teilnahme an der Nachmittagsbetreuung) profitieren können. Um die koordinierte Versorgung im Schulalltag weiter zu verbessern (z.B. Absprache von Behandlungs-, Notfallplänen), sollte die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen SGF, Schulleitungen, Lehrkräften und den behandelnden Kinderärztinnen und -ärzten sowie Fachpersonal in Spezialambulanzen (z.B. Diabetologie, Pulmologie) und Sozialpädiatrischen Zentren gestärkt werden.

Im Jahr 2024 zählte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 257.215 meldepflichtige Unfälle an Grundschulen. Da die SGF jeden Tag vor Ort in den Schulen sind, haben sie das Potenzial, die Versorgung von Kindern nach Schulunfällen zu unterstützen. Die Begleitforschung zeigte erste Hinweise auf die Effekte von SGF im Rahmen der Versorgung von Schulunfällen an Grundschulen. Routinedaten der Unfallkasse Rheinland-Pfalz bieten die Möglichkeit, die Effekte von SGF auf das Auftreten und die Versorgung von Schulunfällen möglichst unverzerrt abzuschätzen.

Projektziele

Im Rahmen des Projekts werden folgende Ziele verfolgt: 
(1)    Weiterentwicklung der Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen durch SGF an Grundschulen durch Stärkung der außerschulischen Vernetzung (AP 1)
(2)    Evaluation der Effekte von SGF auf die Versorgung von Schulunfällen (AP 2)
 

Projektablauf

Im Rahmen von AP1 untersuchen wir in (a) Fokusgruppeninterviews mit SGF, Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern sowie Kinderärztinnen und -ärzten die interprofessionelle Vernetzung außerhalb der Schule. Die Ergebnisse bilden gemeinsam mit den bisherigen Erkenntnissen aus der Begleitforschung und einer umfassenden Literaturrecherche die Grundlage für die Entwicklung eines Detailkonzepts zur Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen. Das Konzept soll anschließend (b) in einem Workshop mit Stakeholdern (u.a. SGF, Lehrkräfte, Kinderärztinnen und -ärzte) validiert und (c) an ausgewählten Projektschulen pilotiert werden.

In AP2 werden durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz anonyme Routinedaten aller Grundschülerinnen und -schüler in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Daten werden die Effekte von SGF auf die Versorgung von Schulunfällen (u.a. Veränderung der Unfallart und Unfallschwere) analysiert. Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse erfolgt in Kooperation mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Förderung

Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner*innen

Jana Fischer, M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Simone Kadel, M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Maja Lenk, M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Dr. med. Michael Eichinger (Projektleiter)
Email: sgf@uni-mainz.de