Forschung durch effektives, verantwortungsbewusstes und FAIR-orientiertes Datenmanagement stärken
Forschung ist wie eine Reise und die Daten sind der Kompass.
Besonders in der biomedizinischen Forschung führen diese Daten zu Erkenntnissen, die direkten Einfluss auf die Gesundheit von Menschen haben. Auf dieser Reise begegnen Forschende komplexen Datenstrukturen, sensiblen Informationen, regulatorischen Anforderungen und ethischen Fragestellungen, ähnlich wie einem Gelände voller Abzweigungen, Hindernisse und Orientierungspunkte.
Damit diese Reise erfolgreich verläuft, benötigen Forschende eine Umgebung, der zuverlässig funktioniert:
Daten geben Richtung, schaffen Klarheit und ihre Auswertung ermöglichen evidenzbasierte Entscheidungen.
Doch damit Daten wie ein verlässlicher Kompass funktionieren, müssen sie korrekt erhoben, sicher aufbewahrt,
gut dokumentiert und verantwortungsvoll genutzt werden. Hier setzt Forschungsdatenmanagement (FDM) an.
Ohne Daten fehlt die Richtung, ohne gutes FDM fehlt der Weg.
Im Kontext des IMBEIs umfassen Forschungsdaten alle Informationen, die im Rahmen medizinischer, epidemiologischer, und gesundheitswissenschaftlicher Projekte erhoben oder erzeugt werden. Dazu zählen beispielsweise klinische Daten, Beobachtungs- und Registerdaten, experimentell erhobene Messwerte sowie statistische Analysen und daraus abgeleitete Datensätze. Auch begleitende Dokumentationen und Ergebnistabellen und -abbildungen, Programm-Code gehören dazu.
Gesundheits- und Personendaten sind besonders schutzbedürftig. Ein verantwortungsbewusster Umgang ist daher nicht nur wissenschaftlich notwendig, sondern auch ethisch und rechtlich verpflichtend.
Der Datenlebenszyklus - das Herzstück des FDM am IMBEI
Forschungsdatenmanagement begleitet den gesamten Lebenszyklus medizinischer Forschungsdaten - von der Planung über die Erhebung und Analyse bis hin zur Archivierung und Nachnutzung. Dieser Lebenszyklus schafft Transparenz und stellt sicher, dass Gesundheitsdaten strukturiert, sicher und langfristig verfügbar bleiben.
- Ein effektives Forschungsdatenmanagement ist am IMBEI besonders wichtig, weil gesundheits- und personenbezogene Daten einer hohen Sensibilität unterliegen und strengen gesetzlichen sowie ethischen Anforderungen entsprechen müssen. Dazu gehören unter anderem die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), GCP-Regelwerke (Good Clinical Practice) und klinische Qualitätsstandards, die einen verantwortungsvollen Umgang zwingend erforderlich machen.
- Medizinische Forschungsdaten sind häufig komplex, vielfältig und heterogen. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen wie klinischen Studien, Registern, Laboranalysen, digitalen Sensorsystemen oder Fragebogenerhebungen und müssen oft zusammengeführt, harmonisiert und in standardisierte Strukturen überführt werden. Ohne ein durchdachtes Datenmanagement kann diese Komplexität schnell zu Fehlern, Verzögerung, Datenverlust oder Inkonsistenzen führen.
- Darüber hinaus ist die Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse ein zentrales Qualitätskriterium in der biomedizinischen Forschung. Ein sorgfältig dokumentierter Umgang mit Daten, von der Erhebung über die Analyse bis hin zur Archivierung erhöht die Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse.
- Ein gut strukturiertes Datenmanagement erleichtert außerdem die Zusammenarbeit innerhalb von Forschungsgruppen sowie externen Kooperationen. Wenn Daten konsistent benannt, dokumentiert und abgelegt werden, entstehen weniger Missverständnisse, Doppelarbeiten oder Verzögerungen - etwa durch Änderung der Teamzusammensetzung, wenn Projekte langfristig fortgeführt werden.
- Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die angestrebte Orientierung an den FAIR-Prinzipien. Förderorganisationen und wissenschaftliche Zeitschriften erwarten zunehmend, dass Forschungsdaten auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar (FAIR) sind. Ein solides Datenmanagement schafft hierfür die notwendigen Voraussetzungen und erhöht gleichzeitig die Sichtbarkeit und Wirkung der Forschung.
- Schließlich trägt ein gutes FDM wesentlich dazu bei, den gesamten Forschungsprozess effizienter zu gestalten. Klare Ablagestrukturen, stabile Workflows, konsistente Versionierung und verlässliche Backup-Strategien verhindern Datenverluste und reduzieren den Zeitaufwand für Verwaltungstätigkeiten erheblich. Dies entlastet die Forschenden und schafft Raum für das eigentliche wissenschaftliche Arbeiten.
Vor Projekbeginn
Überblick über die Erwartungen der Fördermittelgeber, Datenmanagementpläne, berücksichtigungsfähige FDM-Kosten und zentrale ethische Aspekte
Während des Projekts
Überblick zur Nutzung bestehender Daten, der FAIR-konformen Organisation und die Dokumentation der Forschungsdaten als auch Speicherung und Datenaustausch während des Projekts.
Nach dem Projekt
Überblick zur langfristigen Archivierung, Sicherung und nachhaltigen Bereitstellung von Forschungsdaten in geeigneten Repositorien
© Pixabay